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2013 – eine herausragende, vorolympische Saison für die Bob- und Schlittensportler

Filed in Allgemein, Wintersport by on 2. April 2013 0 Comments • views: 8

Sportsoldaten gewinnen Medaillen im Eiskanal

Die WM-Dritte Sandra Kiriasis mit Anschieberin Franziska Bertels.

Die WM-Dritte Sandra Kiriasis mit Anschieberin Franziska Bertels.

Für den Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD) geht im März 2013 eine herausragende, vorolympische Saison zu Ende. Mit Goldmedaillen bei den Weltmeisterschaften im Zweierbob und Viererbob und bei den Rennrodlern in allen vier Disziplinen, gehören die deutschen Schlittensportler in allen Bereichen zu den Medaillenkandidaten bei den Olympischen Winterspielen im Februar 2014 im russischen Sochi.

Im Rennrodeln feierten die Herren im Einsitzer bei den Weltmeisterschaften 2013 im kanadischen Whistler sogar einen sensationellen Vierfacherfolg. Olympiasieger Felix Loch (RC Berchtesgaden) verteidigte am ersten Februarwochenende 2013 seinen WM-Titel erfolgreich und setzte sich damit bereits zum vierten Mal in seiner noch jungen Laufbahn nach 2008, 2009 und 2012 die WM-Krone auf. Der erst 23-jährige Ausnahmerodler führte die deutschen Männer dabei auf seiner „Olympia­bahn“ an. Sportsoldat Andi Langenhan (RC Zella-Mehlis) und Polizeimeister Johannes Ludwig (BSR Rennsteig Oberhof) komplettierten das rein deutsche WM-Podium auf dem Silber-, bzw. Bronze-Rang. David Möller (RRV Sonneberg/Schalkau) rundete mit dem „undankbaren“ vierten Rang das herausragende Mannschaftsresultat der deutschen Rennrodel-Herren ab.

Für Andi Langenhan war es, nach zweimal Bronze 2008 und 2011, bereits die dritte WM-Medaille seiner Karriere. „Ich bin total happy. Ich habe nicht Gold verloren, sondern Silber gewonnen. Ich konnte auf dieser Bahn noch nie zwei gleich starke Läufe runterbringen. Auch heute hatte ich im zweiten Durchgang einige kleine Wackler drin. Deshalb bin ich umso glücklicher, dass ich hier Silber mit nach Hause nehmen kann“, sagte der Sportsoldat direkt nach dem Wettkampf. Felix Loch steigt mit seinem vierten WM-Gold zum erfolgreichsten deutschen Rennrodel-Mann bei Weltmeisterschaften auf. Er verdrängt damit seinen Mentor Georg Hackl (Soldat der Sportfördergruppe Strub bei Berchtesgaden), der es auf drei WM-Titel im Einsitzer brachte.

Die Viererbob-Crew von Weltmeister Maximilian Arndt.

Die Viererbob-Crew von Weltmeister Maximilian Arndt.

Erfolgsmodell Doppelsitzer – vorne zwei Soldaten, hinten zwei Bundespolizisten

Für den perfekten WM-Auftakt 2013 in Kanada sorgten allerdings die Doppelsitzer im Eiskanal von Whistler. Sportsoldat OFw Tobias Wendl und Polizeiobermeister Tobias Arlt (RC Berchtesgaden/ WSV Königssee) rodelten zu ihrem ersten WM-Gold und feierten damit den größten sportlichen Erfolg ihrer Karriere. „Wir sind sehr erleichtert und überglücklich. Das ist ein Befreiungs­schlag gewesen, endlich das erste WM-Gold. Wir haben bei den vergangenen Titelkämpfen viel Pech gehabt und freuen uns jetzt natürlich sehr“, so Soldat Tobias Wendl.

Den deutschen Erfolg auf der Olympiabahn von 2010 komplett machte das zweite deutsche Top-Duo: Sportsoldat U (FA) Toni Eggert und Polizeimeister-Anwärter Sascha Benecken (BRC Ilsenburg/Harz), das im Vorjahr bei den Welttitelkämpfen in Altenberg schon überraschend WM-Silber gewinnen konnte, freute sich erneut über Silber und die zweite WM-Medaille ihrer noch jungen Laufbahn.

Eine Woche später, im US-amerikanischen Lake Placid krönten die frisch gebackenen Weltmeister Tobias Wendl/ Tobias Arlt (RC Berchtesgaden/WSV Königssee) eine sensationelle Saison mit dem Gesamtsieg im Viessmann-Weltcup. Die beiden 25-jährigen sicherten sich auf der Olympiabahn von 1980 ihren sechsten Saisonerfolg und damit auch vorzeitig, zum zweiten Mal nach 2010/2011, den Gesamtsieg im Weltcup.

Die WM-Dritte Sandra Kiriasis mit Anschieberin Franziska Bertels.

Die WM-Dritte Sandra Kiriasis mit Anschieberin Franziska Bertels.

HptFw Sandra Kiriasis triumphiert beim Finale

Knapp zwölf Monate vor den Olympischen Winterspielen 2014 gelang den Schützlingen von Cheftrainer Christoph Langen bei der Weltcup-Premiere im „Sliding Center Sanki“ eine insgesamt gelungene Generalprobe für das absolute Top-Highlight im kommenden Jahr. Beim großen Saisonfinale auf der Olympiabahn von 2014 im russischen Sochi siegte die Sportsoldatin Sandra Kiriasis (RSG Hochsauerland) vor der US-Amerikanerin Elana Meyers sowie der kanadischen Weltmeisterin Kaillie Humphries. Für die 38-jährige Kiriasis, die sich bei den Weltmeisterschaften 14 Tage zuvor in St. Moritz Bronze sichern konnte, war es der zweite Erfolg in diesem Winter in Folge, der 45. Welt­cup-Sieg ihrer Laufbahn insgesamt.

Auch die Bob-Männer beendeten, nach zwei WM-Titeln durch den Senkrechtstarter der Saison Francesco Friedrich (Riesa) im Zweierbob und Maximilian Arndt im Viererbob, den vorolympischen Weltcup-Winter 2012/2013 mit einem weiteren Erfolg. Ein weiterer erfolgreicher Sportsoldat der Sportfördergruppe Bischofswiesen, der Viererbob-Weltmeister von 2011 HptFw Manuel Machata (SC Potsdam), schloss am Ende die Zweier-, die Vierer- und auch die kombinierte Weltcup-Gesamtwertung auf Rang drei ab und zählt damit in der Olympiasaison 2014 auf jeden Fall zum Kreis der Medaillenkandidaten.

Maximilian Arndt feierte 2013 in St. Moritz erstmals WM-Gold im Vierer

Maximilian Arndt (BSR Rennsteig Oberhof) hat sich zum Abschluss der FIBT-Weltmeisterschaften im Schweizer Nobel-Wintersportort St. Moritz den Titel in der Königsdisziplin Viererbob gesichert. Mit exzellenten Startzeiten und bärenstarken Fuhren zog der 25-jährige am Finaltag noch an dem zu „WM-Halbzeit“ führenden Russen Alexander Zubkov vorbei und bescherte dem Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD) auf der einzig verbliebenen Natureisbahn der Welt den erhofften goldenen Abschluss. Die Bilanz der deutschen Bobsportler bei den Titelkämpfen in St. Moritz fällt mit 2 x Gold, 1 x Silber und 2 x Bronze damit absolut positiv aus. Maximilian Arndt, der sich in den beiden Läufen am Vortag, trotz erschwerter Bedingungen durch zunehmenden Schneefall, mit nur hauchdünnen 0.05 Sekunden Rückstand auf den Spitzen­reiter in eine glänzende Ausgangsposition gebracht hatte, demonstrierte in den finalen Durchgänge am Sonntag eindrucksvoll sein fahrerisches Ausnahmetalent an den Lenkseilen des großen Schlittens und distanzierte die Konkurrenz mit Laufbestzeit im dritten und zweitschnellster Laufzeit im vierten Durchgang am Ende deutlich.

„Ich bin natürlich super glücklich. Vielen Dank an meine Jungs, die einen grandiosen Job gemacht haben. Vor allem im dritten haben sie mich und einem gewaltigen Speed in die Bahn geschoben. Das war sensationell. Die Fahrten sind mir dann auch ganz gut gelungen. Das ist einfach nur geil“, freute sich der Sieger. Angeschoben von seiner Crew, mit Marko Hübenbecker, OFw Alexander Rödiger und OFw Martin Putze, legte der Europameister den Grundstein für den WM-Triumph vor allem im dritten Durchgang, als er mit überlegener Bestzeit dem 38-jährigen Routinier aus Russland sage und schreibe 0.41 Sekunden abnahm und sich so deutlich absetzen konnte. Am Ende verwies der Oberhofer seinen schärfsten Verfolger Zubkov bei einer Gesamtzeit von 4:20.67 Minuten mit gewaltigen 0.46 Sekunden Vorsprung auf den Silber-Rang und feierte, nach den zwei WM-Medaillen im Vorjahr (Bronze im 2er + Silber im 4er), den größten sportlichen Erfolg seiner noch jungen Karriere. Bronze sicherte sich der US-amerikanische Titelverteidiger Steven Holcomb.

Der zu „WM-Halbzeit“ siebtplatzierte Thomas Florschütz (BRC Riesa), der schon gestern auf trockenes Wetter gehofft und sich so bei der Kufen-Wahl etwas verspekuliert hatte, setzte am Finaltag, wie schon in der Zweierkonkurrenz, zur großen Aufholjagd an. Doch während diese im kleinen Schlitten noch mit der Bronze-Medaille belohnt wurde, verpasste der 34-jährige seine erste Medaille im Viererbob knapp und beendete den Wettkampf als Siebter. Am Ende trennten Florschütz, der von Andreas Bredau, Ronny Listner und Fw Thomas Blaschek in die Spur gebracht wurde, gerade Mal 0.15 Sekunden vom Bronze-Rang.

HptFw Manuel Machata (SC Potsdam), der nach seiner missglückten WM-Gene­ralprobe bei den Europameisterschaften in Igls auf einen Start in der Zweier-Konkurrenz in St. Moritz verzichtete, um sich voll auf seine Paradedisziplin zu konzentrieren, konnte am Finaltag nicht mehr in den Kampf um die Medaillen eingreifen. Der Weltmeisters von 2011, der von U (FA) Jannis Bäcker, Jan Speer und HG Christian Poser angeschoben wurde, belegte am Ende Rang acht.

Francesco Friedrich (SC Oberbärenburg), der sich am ersten WM-Wochenende sensationell zum jüngsten Zweierbob-Weltmeister der Bob-Geschichte gekürt hatte, war nach den ersten beiden Läufen als fünftplatzierter des Vierer-Wettbewerbes, mit nur 0.11 Sekunden Rückstand auf den Bronze-Rang, ebenfalls noch mit allen Chancen auf erneutes Edelmetall in die Finalläufe gegangen. Der 22-jährige Shootingstar verpatzte die beiden Finalläufe am Sonntag dann aber total und musste sich am Ende mit Rang 13 zufrieden geben.

„Es war ein spannendes Rennen, bei dem auch heute wieder vieles durcheinander gewürfelt wurde. Wir haben heute noch mal die Kufen gewechselt und alles auf eine Karte gesetzt. Bei Schneefall hätten wir ein riesen Problem gehabt. Wie Max es dann umgesetzt hat, das war wirklich eindrucksvoll“, so OStFw Cheftrainer Christoph Langen.

Skeleton-Gesamtweltcupsiegerin Marion Thees.

Skeleton-Gesamtweltcupsiegerin Marion Thees.

Skeleton: SU (FA) Marion Thees gewinnt Gesamtweltcup

Nach den Herren ist auch den deutschen Skeleton-Frauen im russischen Sochi ein versöhnlicher Saisonabschluss gelungen. Beim großen Finale auf der Olympiabahn von 2014 feierte Anja Huber (RC Berchtesgaden) mit Rang drei ihren vierten Podestplatz des Winters und freute sich, knapp zwölf Monate vor den Olympischen Winterspielen 2014, über eine starke Generalprobe für das absolute Top-Highlight im kommenden Jahr. Die 29-jährige musste sich bei der Weltcup-Premiere im „Sliding Center Sanki“ nur der siegreichen US-Amerikanerin Noelle Pikus-Pace, die ihren zweiten Saisonsieg verbuchen konnte, sowie der zweitplatzierten Katie Uhlaender, ebenfalls USA, geschlagen geben. Freuen durfte sich auch Marion Thees (BRC 05 Friedrichroda), die mit Rang vier ihre Führung im Gesamtklassement verteidigen konnte und sich zum zweiten Mal nach 2009 den Gesamtsieg sicherte.

Am Ende war es eine hauchdünne Entscheidung. Marion Thees, die in diesem vorolympischen Winter zwei Rennen gewinnen konnte (Whistler & Altenberg) und insgesamt fünf Mal auf das Weltcup-Podium fahren konnte, behauptete mit der Platzierung im letzten Saisonrennen in Sochi bei insgesamt 1678 Punkten mit nur vier Punkten Vorsprung auf Teamkollegin Anja Huber (1674 Punkte) die Spitzenposition im Gesamtklassement. Damit stellt der Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD) zum fünften Mal in der Weltcup-Historie bei den Skeleton Damen die Gesamtsiegerin. Neben der nun zweimaligen Titelträgerin Marion Thees, war zuvor Steffi Hanzlik in den Jahren 1997 & 1999 zweimal erfolgreich. Anja Huber gewann den Gesamtweltcup 2011.

Skeleton-Cheftrainer Jens Müller freute sich: „Das war eine klasse Leistung von Anja und Marion heute hier in Sochi. Nur die Amerikanerinnen waren heute nicht zu schlagen. Der erste und zweite Platz im Gesamtweltcup ist wirklich sehr erfreulich, das macht die WM in St. Moritz vergessen und lässt uns für die Zukunft hoffen.“

Weitere Infos von den erfolgreichen deutschen Bob- und Schlittensportlern gibt es online unter www.bsd-portal.de

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