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Turn-EM in Moskau

Filed in Allgemein, Turnen by on 6. Mai 2013 0 Comments • views: 10

Oben dabei ohne MedaillenART ECh-Moscow/RUS 2013:
Die deutschen Turner haben in den vergangenen Jahren mit tollen Leistungen und großen Erfolgen die Messlatte sehr hoch gelegt. Zahlreiche EM- und WM-Medaillen sowie silberne Olympische Spiele sind der Beweis, dass Turnen „made in Germany“ ein Qualitätsprodukt ist – ein sehr anspruchsvolles und erfolgreiches.
Klar ist aber auch, dass die Leistungsdichte im Spitzensport welt- und europaweit extrem hoch ist. Das bedeutet, dass die Turner – und Turnerinnen zu den Saisonhöhepunkten auf den Tag genau Bestleistungen abrufen müssen und Winzigkeiten über Sieg oder Mittelfeldplatz entscheiden. Immer ganz oben mit dabei zu sein, das ist im Spitzensport extrem schwer. Neun Jahre in Folge konnten deutsche Turner mindestens eine europäische Medaille gewinnen, diesmal hat es nicht ganz gereicht. Doch obwohl kein Edelmetall davon zeugt, hat das Turn-Team-Deutschland seine Stellung in der Spitzengruppe Europas abermals gefestigt.

EM in Moskau
Bei den Turn-Europameisterschaften im russischen Moskau schloss Marcel Nguyen im Endklassement in seiner Spezialdisziplin Barren auf dem vierten Rang ab. Der zweifache Barren-Europameister und Titelverteidiger turnte stark, doch ein winziger Fehler zum Angang ließ bereits alle Goldträume erlöschen. Dass seine Übung vom Schwierigkeitsgrad deutlich höher war als die des späteren Siegers Oleg Stepko, lässt im Hinblick auf die WM im Herbst hoffen. Dennoch hat es nur um wenige Hundertstel nicht für einen Platz auf dem Podium gereicht. Der Stabsgefreite Nguyen, der erst vor wenigen Monaten den Mehrkampf-Weltcup gewonnen hatte, nahm die Holzmedaille gelassen und kündigte an, das fehlerhafte Element wieder aus seiner Übung streichen zu wollen: „Das turne ich nicht so gerne. […] Ich muss gucken, dass ich das wieder aus meiner Übung rauskriege.“
Vize-Olympiasieger Fabian Hambüchen war im Reckfinale vertreten und landete auf dem sechsten Rang. Im ZDF-Interview nach seinem Wettkampf fasste er treffend zusammen: „Das ist Sport, da kann alles passieren. Vielleicht ist das nicht schlecht, dass mal wieder so etwas kommt. Es kann nicht immer nur gut laufen. Das hier ist schließlich kein Selbstläufer“. Zudem vertrat Hauptgefreiter Matthias Fahrig das Turn-Team sowohl im Endkampf am Boden als auch am Sprung. Dort belegte er die Plätze sieben und acht und zeigte sich enttäuscht: „Das ist unerklärlich. Da funktioniert im Vorfeld jeder Wettkampf. Und hier, wo es drauf ankommt, geht es schief“, gab der Hallenser zu Protokoll.

ART ECh-Moscow/RUS 2013: FAHRIG Matthias/GER

Kraftraubender Mehrkampf
Hinzu kommt, dass die physische Belastung auch Pausen erfordert. Um seinen Körper etwas Ruhe zu gönnen trat der anerkannte Allrounder Marcel Nguyen diesmal im Mehrkampf nicht an. Und auch Fabian Hambüchen konzentrierte sich aufgrund kleinerer Blessuren auf ausgewählte Geräte. Stattdessen zog mit Andreas Toba ein weiterer renommierter Turner ins Finale des Mehrkampfes ein. Der Hannoveraner konnte nicht ganz in den Kampf um die Medaillenvergabe eingreifen und beendete den Wettkampf auf einem guten siebten Rang.
Bei den Turnerinnen qualifizierten sich zwei DTB-Athletinnen für den Endkampf. Neben der erfahreneren Lisa-Katharina Hill (Platz 14.) schaffte die erst 15-jährige Cagla Akyol die Qualifikation für das Finale und ging als 21. ins Ziel.

Erfahrung und Erfolge
Während die erfolgsverwöhnten Aushängeschilder diesmal undekoriert abreisten, sammelten junge, aufstrebende Turnerinnen und Turner wie Ivan Rittschik und Cagla Akyol wertvolle internationale Erfahrung. Darüber hinaus konnte das Turn-Team für eine Überraschungsplatzierung sorgen. Sophie Scheder erturnte am Stufenbarren einen tollen vierten Rang, mit dem im Vorfeld sicherlich nicht zu rechnen war. Knapp eine Medaille verpasst zu haben brachte zunächst Tränen auf Sophies Gesicht, ehe sie wie ein Routinier bereits ihre Leistung im Hinblick auf die kommende WM im Herbst in Antwerpen einzuordnen suchte. Der Tenor: „Das macht Hoffnung“. Mit ihrem Erfolg bewies die Chemnitzerin nicht nur sich selbst, dass auch in Zukunft weiter auf Edelmetall gehofft werden darf.

Text: DTB
Fotos: Minkusimages

Dieser Artikel erscheint voraussichtlich auch gedruckt in Ausgabe 02/2013 des Bundeswehr Sport-Magazins.

 

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