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Für den sauberen und fairen Sport

Filed in Allgemein, Doping, Spitzensport by on 1. Juni 2013 0 Comments • views: 139
Quelle: Wikipedia, Fotograf: Rolf Süßbrich

Quelle: Wikipedia, Fotograf: Rolf Süßbrich

Es ist Freitag, der 13. Juli 1967. Die Fahrer der Tour de France müssen einen dieser berüchtigten Berge überwinden.Einer der Favoriten ist Tom Simpson aus England. Auf seinen letzten Kilometern am Mount Ventoux kann er sich kaum noch im Sattel halten. Er braucht die gesamte Breite der Straße, da er nur noch im Zick-Zack-Kurs vorwärts kommt. Vor laufenden Kameras passiert dann das Unfassbare: Der immer langsamer werdende Simpson kann sich nicht mehr halten und fällt wie in Zeitlupe mit seinem Rad um. Von Ehrgeiz getrieben, fordert er die herbeigeeilten Zuschauer auf, ihm wieder aufs Rad zu helfen, doch schon kurze Zeit später fällt er wieder vom Rad. Diesmal bleibt er liegen. Er stirbt. In einer Untersuchung nach seinem Tod fanden die Ärzte eine Mischung aus Alkohol und Amphetaminen in seinem Blut.

Tom Simpson war in den 60-er Jahren nicht der einzige Athlet, der wegen Dopings sein Leben verloren hat. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) musste handeln und gründete eine Kommission gegen Doping. 1968 wurden schließlich die ersten Dopingkontrollen bei Olympischen Spielen durchgeführt. Nach und nach führten auch die Verbände Dopingkontrollen ein. Ende der 90-er Jahre wurde zur Harmonisierung aller Maßnahmen die Welt Anti-Doping Agentur (WADA) als vom Sport unabhängige Organisation gegründet, ein Meilenstein für den sauberen und fairen Sport.

In Deutschland gibt es seit 2002 die Nationale Anti-Doping Agentur (NADA), die sich seither für den Schutz der sauberen Athleten einsetzt. Zu ihren Aufgaben gehören neben der Durchführung von Dopingkontrollen vor allem die Dopingprävention, die Beurteilung Medizinischer Ausnahmegenehmigungen sowie rechtliche Aufgaben.

Was genau ist Doping?
Eine einfache Definition von Doping gibt es nicht. Aufgrund der Vielfalt der angewendeten Substanzen und der unterschiedlichen Methoden des Betrugs ist es bisher nicht gelungen, den Begriff Doping in einem kurzen Satz zu definieren. In der offiziellen Definition der WADA werden daher derzeit in acht Artikeln Zustände und Handlungen aufgelistet, die als Doping geahndet werden. Dazu gehören die Einnahme verbotener Substanzen oder der Gebrauch einer verbotenen Methode, aber auch die Verweigerung einer Kontrolle.Präventionsbus

Wo sind die Regeln festgelegt?
Um die Chancengleichheit im Leistungssport zu fördern, gibt es seit 2003 ein weltweit gültiges Regelwerk: den WADA-Code. In Deutschland werden diese Vorgaben im Nationalen Anti Doping Code (NADA-Code) umgesetzt. Neben der Definition von Doping, der Festlegung verbotener Substanzen und Methoden sowie der Erläuterung des Kontrollablaufs wird insbesondere beschrieben, was bei einem Verstoß gegen Anti-Doping-Bestimmungen passiert. Das Regelwerk kann auf der Homepage der NADA eingesehen werden www.nada-bonn.de.

Warum gibt es Dopingkontrollen und welche Sportler werden kontrolliert?
Durch Dopingkontrollen kann die Chancengleichheit gewahrt bleiben. Sie schützen all diejenigen Sportlerinnen und Sportler, die ihren Sport sauber betreiben und nicht dopen wollen. Mit Doping schaden Athletinnen und Athleten in erster Linie sich selbst, aber sie reißen auch ihre Sportart mit – die Glaubwürdigkeit der Sportart steht auf dem Spiel.

Es gibt unterschiedliche Dopingkontrollen: Zum einen wird nach dem Wettkampf kontrolliert (Wettkampfkontrollen), zum anderen außerhalb des Wettkampfes (Trainingskontrollen). Bei Wettkämpfen werden in der Regel die erstplatzierten sowie weitere ausgeloste Athleten kontrolliert. Wer in einen Bundesleistungskader (A-, B-, C-, D/C-, S- ,ST-Kader und Elitepassinhaber) berufen und einem Testpool der NADA zugeordnet ist, muss darüber hinaus jederzeit mit unangekündigten Kontrollen außerhalb der Wettkämpfe rechnen. Diese werden in verschiedenen Sportarten je nach Dopingrisiko unterschiedlich oft durchgeführt. Wie eine Kontrolle abläuft, zeigt die NADA in ihrem Dopingkontrollfilm: www.nada-bonn.de .ein Auszug aus unserem Film zum Ablauf einer Dopingkontrolle Analysiert werden die Proben in einem von der WADA akkreditierten Labor. In Deutschland befinden sich zwei der insgesamt 33 weltweit anerkannten Labore: Das Institut für Biochemie in Köln und das Institut für Dopinganalytik Dresden in Kreischa.

Warum ist Dopingprävention wichtig?
Eine der wichtigsten Aufgaben der NADA ist es, Athleten über die Gefahren des Dopings aufzuklären. Daher informiert das Präventionsteam der NADA Athleten frühzeitig über die Folgen von Doping, erklärt das Regelwerk, wie eine Dopingkontrolle funktioniert und warnt insbesondere vor Dopingfallen. Athleten müssen Bescheid wissen, denn Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Die NADA-Prävention ist aktiv an Schulen, Olympiastützpunkten, Landessportbünden, Vereinen und Verbänden. Daneben informiert die NADA auch das Umfeld der Athleten: Trainer, Eltern, Lehrer und Betreuer.

Präventionsveranstaltung zur Aufklärung von Nachwuchsathleten an einer Eliteschule des Sports

Präventionsveranstaltung zur Aufklärung von Nachwuchsathleten an einer Eliteschule des Sports

Was sind Dopingfallen?
Dopingsubstanzen finden sich auch in vielen Präparaten, die rezeptfrei und ganz legal erhältlich sind. Dazu gehören frei verkäufliche Medikamente ebenso wie Produkte, in denen man normalerweise keine verbotenen Substanzen vermuten würde. Athletinnen und Athleten müssen daher genau beachten, was sie zu sich nehmen. Vor allem im Krankheitsfall sollten sie sich genau informieren, welche Substanzen im Medikament enthalten sind. Die NADA bietet dafür die Beispielliste zulässiger Medikamente sowie eine Medikamenten-Datenbank online an: www.nadamed.de.

Problematisch können auch Nahrungsergänzungsmittel sein. Nach Untersuchungen des Institutes für Biochemie an der Deutschen Sporthochschule Köln wiesen von 634 Nahrungsergänzungsmitteln 94 (14,8 %) positive Befunde für verbotene anabol-androgene Steroide (sogenannte Prohormone) auf, die nicht auf der Packung deklariert waren. Daher warnt die NADA grundsätzlich vor der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln. Dopingfallen können sogar in einem Stück Kuchen oder einer Tasse Tee lauern. Wer zum Beispiel Mohnkuchen isst, kann durchaus riskieren, positiv getestet zu werden. Denn Mohnsamen enthalten das im Wettkampf verbotene Morphin in unterschiedlichen Mengen. Ein weiteres Risiko bergen manche asiatische Tees: Sie können Beimengungen von Ephedrin enthalten, einer verbotenen Dopingsubstanz aus der Gruppe der Stimulanzien. Weitere Informationen zu Dopingfallen finden Sie auf der Präventionsseite der NADA: www.gemeinsam-gegen-doping.de.

Was ist für die Athleten der Bundeswehr wichtig?
Wichtig ist, dass die Athleten über das Anti-Doping-Regelwerk Bescheid wissen. Bei Fragen können sie sich jederzeit an die NADA wenden. Denn die NADA setzt sich jeden Tag für den Schutz der sauberen Athleten ein und sorgt dafür, dass der Sport so betrieben werden kann, wie er betrieben werden soll – nämlich ohne Doping.

Text und Bilder: NADA

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