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Erfolgreiche Halbjahresbilanz für deutsche Skiff-Segler

Filed in Allgemein, Segelsport by on 4. Oktober 2013 0 Comments • views: 56

teaser Wehrmann W&G__Jurczok LorenzStarker Saisonbeginn: Insgesamt gab es 15 Medaillen, 48 Top-Ten-Platzierungen und einige Nachwuchs-Überraschungen für unsere knapp 60 deutschen Kadersegler im nationalen und internationalen Vergleich. Davon wurden allein 9 Medaillen in den spektakulären Skiff-Klassen gewonnen. Nach solchen Erfolgen im ersten Halbjahr des neuen Olympiazyklus‘ 2013-2016 sind die Aussichten für Rio vielversprechend.

Die gezielte Zusammenarbeit zwischen dem Deutschen Segler-Verband (DSV) und dem Sailing Team Germany (STG) am Bundesstützpunkt Kiel zusammen mit den Olympiastützpunkten (OSPs) trägt Früchte. „Sportler sowie Trainer haben bewiesen, dass sie fokussiert und auf den Punkt Erfolge produzieren können. Eine tolle Leistung! Vor allem da einige unserer Trainingsgruppen erst seit kurzer Zeit in ihrer aktuellen Form bestehen,“ so Nadine Stegenwalner, Sportdirektorin des DSV.

Mit Paukenschlag in die Saison

Besser hätten Sportsoldat Erik Heil und Teampartner Erik Plößel (Norddeutscher Regatta Verein) die neue Saison nicht starten können. Direkt bei ihrem ersten ISAF Sailing World Cup in Palma (1. bis
6. April 2013) gewinnen sie im olympischen 49er Skiff die Goldmedaille. „Dass wir Gold holen, hätten wir uns nie erträumt. Wir sind selbst überrascht, wie schnell wir am Ende unterwegs waren. In den letzten Rennen hatten wir uns etwas gebremst, um nicht zu viel zu riskieren. Der Plan ging auf,“ berichtet Steuermann Heil glücklich. Der 23-jährige und sein ein Jahr älterer Vorschoter Plößel ließen mit ihrem Gesamtsieg nach 17 Wettfahrten bei unterschiedlichsten Windbedingungen sogar den Bronzemedaillengewinner der letzten Olympischen Spiele in London hinter sich.
Einen kleinen Dämpfer gab es für die Beiden dann beim zweiten ISAF Sailing World Cup im französischen Hyères (22. bis 27. April 2013). Das Duo startete zunächst gut durch und ersegelte in den ersten Wettkampftagen gute Platzierungen. Dann die Aberkennung des zweiten Platzes am dritten Tag – Disqualifizierung nach einem verlorenen Protest. Die beiden Skiff-Segler ließen sich dadurch allerdings nicht verunsichern. Selbstsicher erkämpften sie sich bereits im nächsten Rennen den vierten Platz und beendeten den SWC Hyères schließlich mit Rang acht in der Gesamtwertung.

Nachdem Heil/Plößel auch in EUROSAF Champions Sailing Cup in Medemblik das Podest knapp verpassten, hatten sie ihre alte Form schnell wiedergefunden: erst Silber beim EUROSAF Champions Sailing Cup in Kiel (22. bis 26. Juni 2013), dann Bronze bei der 49er Europameisterschaft in Aarhus (27. Juni bis 07. Juli 2013). Auf den letzten Metern des spannenden Finalrennens der European Championship wurde es für die beiden gebürtigen Berliner noch einmal eng. Mit einem Vorsprung von nur 30 cm vor ihren Verfolgern sicherten sich Erik Heil und Thomas Plößel schließlich den dritten Platz hinter den Neuseeländern Peter Burling/Blair Tuke und den Briten Dylan Fletcher/Alain Sign. Nach der europäischen Wertung, die die Neuseelände ausklammert, wird das 49er Duo sogar Zweiter.

„Ich bin besonders stolz, dass die Jungs nach ihrem Palma-Sieg so konzentriert weiter an sich gearbeitet haben. Klasse, dass sie in diesem Top-Feld unter allen Bedingungen vorne mithalten konnten. Für mich auf dem Motorboot war es ein Wahnsinns-Krimi! Ich konnte fast nicht mehr zuschauen und das Adrenalin hat noch lange gewirkt,“ freut sich Thomas Rein, 49er Bundestrainer des DSV.
Deutscher Doppelsieg im 49er F

Siegerehrung Heil PloesselErik Heil (24) – Sportsoldat

Erik Heil ist praktisch im Segelverein großgeworden und segelt aktiv bereits seit seinem neunten Lebensjahr. 2001 entschied er sich für den Einstieg in den Regattasport und segelt seitdem mit Teampartner Thomas Plößel zusammen. Ihre Stärken sehen sie in Fahrtechnik, Taktik und Zusammenhalt.

„Die lange Segelzeit mit Thomas hat uns als Team eng zusammengeschweißt. Jetzt arbeiten wir ehrgeizig an unserem gemeinsamen Ziel: Eine Medaille bei den Olympischen Spielen!“

Auch die Frauen demonstrieren mit ihren Medaillengewinnen Anspruch auf die Weltspitze – zweimal Gold und eine Silbermedaille im 49er FX. Bei schwierigen Bedingungen sicherten sich Tina Lutz (Chiemsee Yacht Club) und Sportsoldatin Susann Beucke (Hannoverscher Yacht Club) ihren ersten internationalen Sieg im 49er FX beim EUROSAF Champions Sailing Cup im holländischen Medemblik (21. bis 25. Mai 2013). Der zweite Platz geht mit Viktoria Jurczok und Anika Lorenz (Verein Seglerhaus am Wannsee) ebenfalls an ein Frauenteam der deutschen Nationalmannschaft.

Bei zum Teil stürmischen Windbedingungen und Regen schoben sich Tina Lutz und Susann Beucke Tag für Tag weiter an die Medaillen heran. Als Dritte in die beiden Medal-Races gestartet, fuhren sie zum Abschluss dann zwei Wettfahrtsiege ein und gewannen die Regatta.

Ihre Kolleginnen Viktoria Jurczok und Anika Lorenz sind ebenfalls stolz auf ihren zweiten Platz im 49er FX, da den beiden ‚Leichtgewichten‘ eher die schwächeren Winde liegen. Die beiden 23 Jahre jungen Seglerinnen sorgten mit ihrer Silbermedaille und ihren kontinuierlichen Top-Ten-Erfolgen für
Überraschung. Sie sind zwar bereits einige Jahre Trainingspartnerinnen, segeln aber erst seit zwei
Jahren gemeinsam im Team – zunächst im 29XXer, jetzt im olympischen 49er FX Skiff.

Jacques Vapillon Marinepool__49er FX FleetErfolgreiches Heimspiel bei der Kieler Woche

Spannungsgeladen ging für die Seglerinnen und Segler der Nationalmannschaft das Heimspiel in Kiel, der EUROSAF Champions Sailing Cup (22. bis 26. Juni 2013), zu Ende. Bei schwierigen Windbedingungen um 20 Knoten kämpften die olympischen Skiffs am Finaltag mit Kenterungen und einer beschränkten Kursbreite. Tina Lutz und Susann Beucke starteten im 49er FX als Zweitplatzierte in die drei Finalrennen und kamen mit den schwierigen Windverhältnissen am besten zurecht: „Es waren zwar Bedingungen, die uns liegen, aber für Medal-Races trotzdem hart. Wir wollten die Rennen sicher abschließen und sind bewusst nur wenig Gennaker gefahren. Glücklicherweise ging unsere Taktik auf!“ erklärte Susann Beucke nach dem Finale.

Einen spannenderen Finaltag hätte es nicht geben können. Die deutsche Nationalmannschaft gewann vor heimischer Kulisse im Rahmen der Kieler Woche dreimal Gold, einmal Silber und einmal Bronze. Heiko Kröger stand bereits vorzeitig in der 2.4mR-Klasse als Sieger fest. Weitere Goldmedaillen gab es für Team Lutz/Beucke im 49erFX sowie für Europameister Philipp Buhl (Segelclub Alpsee-Immenstadt) im Laser Standard. Silber ging an das 49er Skiff-Team Heil/Plößel.

Jacques Vapillon Marinepool__Lutz Beucke 1219Victoria Jurczok (23) / Anika Lorenz (23) – Sportsoldatinnen

Die beiden Berlinerinnen sind sportlich, ehrgeizig und begannen ihre Leistungssportkarriere 2007 im 470er. Zunächst nur Trainingspartner im Berliner Landes- und Deutschen Bundeskader starten sie seit dem 29. August 2011 gemeinsam als Team durch.
Ihre ersten Skiff-Erfahrungen sammelten sie im 29erXX und stiegen dann in die neue olympische Bootsklasse 49erFX um, in der sie die Weltspitze im Damen-Skiff erobern wollen.
Das olympische 49er Skiff : Spektakulär, anspruchsvoll und schnell

Der 49er (Männer) bzw. 49er FX (Frauen) bezeichnet eine olympische High-Performance- Bootsklasse. Der Name leitet sich von der Rumpflänge von 4,99 Metern ab. Der 49er wurde 1995 von dem Australier Julian Bethwaite entworfen. Er hat einen Knickspant-Rumpf, ist sehr schmal und flach geschnitten (Skiff), hat ein breites Heck und zwei Flügel (Wings) an beiden Seiten. Vorschoter und Steuermann stehen auf diesen Flügeln im Trapez und halten mit ihrem Körpergewicht das Boot aufrecht.

Großsegel und Fock ergeben eine Segelfläche von zusammen 21,2 plus 19,1 Quadratmetern. Zusätzlich kann ein Gennaker gesetzt werden. Mit bis zu 30 Knoten fegt der 49er über das Wasser. Damit ist er das schnellste Einrumpfboot aller olympischen Klassen, äußerst spektakulär und anspruchsvoll zu segeln. Seit Sydney 2000 ist der 49er durchgehend bei den Olympischen Spielen vertreten. Der 49er FX für Frauen hat seine olympische Premiere 2016 vor Rio de Janeiro.

„Der 49er hat durchaus Suchtpotential,“ bekennt Torsten Haverland, Vizepräsident des Deutschen Segler-Verbandes und selbst ehemaliger Leistungssegler. „Ich freue mich, dass auch die neue 49er FX-Klasse der Frauen so gut und erfolgreich angenommen wird. Wir blicken sehr zuversichtlich auf die Olympischen Spiele 2016.“

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