Subscribe via RSS Feed

Hauptfeldwebel Mario Merten: Eine Saison mit Höhen und Tiefen

Filed in Allgemein, Motorsport by on 8. Juni 2014 0 Comments • views: 73
Der Eintritt an der Nürburgring-Nordschleife, wie hier am Streckenabschnitt Wehrseifen, ist frei

Der Eintritt an der Nürburgring-Nordschleife, wie hier am Streckenabschnitt Wehrseifen, ist frei

Für Hauptfeldwebel Mario Merten war der Gewinn des im Rahmen der Langstreckenmeisterschaft ausgetragenen Opel Astra OPC-Cups ein versöhnlicher Abschluss der Saison 2013. Gleichwohl wird er gerade dieses Jahr nicht vergessen, musste er doch von seinem langjährigen Freund und Teamgefährten Wolf Silvester Abschied nehmen, der am 22. Juni 2013 während eines Rennens auf dem Nürburgring ohne äußeren Einflüsse verstorben war.

Bewährte Technik in neue Gewand: Mario Merten im Opel Astra OPC von Bonk-Motorsport hat einen neuen Sponsor

Bewährte Technik in neue Gewand: Mario Merten im Opel Astra OPC von Bonk-Motorsport hat einen neuen Sponsor

Das Team von Bonk-Motorsport hatte auf diese Weise nicht nur einen sehr erfahrenen und erfolgreichen Piloten verloren, sondern auch einen Sponsor, der durch sein Engagement den Einsatz der von ihm gefahrenen Fahrzeuge erst möglich machte. Silvester hatte als Besitzer der Burg Rabenstein auf dem Wagen für das Naturparadies im Herzen der Fränkischen Schweiz geworben. Immerhin kostet der Einsatz des Opel Astra OPC in einer Saison zwischen 80.000 und 100.000€, etwaige Schäden noch nicht eingerechnet.

Mit Jürgen Nett aus Mayen hatte zwar ein versierter Fahrer Silvesters Platz eingenommen, im Winter aber mussten sowohl das Bonk-Team als auch Merten selbst erst die finanzielle Grundlage für die neue Saison legen. Mit der Westfalen Gruppe, ein Technologieunternehmen der Energiewirtschaft, das mit insgesamt 22 Tochter- und Beteiligungsgesellschaften international tätig ist, hatte man schließlich einen neuen Sponsor gefunden. Der Bonk-Opel Astra OPC geht nun im schmucken Blau-Gelb-Rot an den Start.

Den Zuschauern werden randvolle Starterfelder und packender Motorsport geboten

Den Zuschauern werden randvolle Starterfelder und packender Motorsport geboten

Für die neue Saison hat sich Michael Bonk den erneuten Gewinn des Opel Astra OPC Cups auf die Fahnen geschrieben. Um die Chancen zu verbessern, setzt sein Team in dieser Saison einen zweiten Opel Astra ein, der von Alexander Mies, Daniela Schmid und Jens Moetefindt gesteuert wird. Für Mario Merten und Jürgen Nett erwuchs so eine starke Konkurrenz aus dem eigenen Hause. Stallorder soll es aber nicht geben. „Beide Autos werden voll fahren und dann sehen wir mal, wer schneller ist“, sagt Teamchef Michael Bonk. Am liebsten würde er in der Opel-Wertung am Ende des Jahres die Plätze eins und zwei belegen.

Bei herrlichem Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen erlebten die Zuschauer rund um die Nürburgring Nordschleife im April mit der 60. ADAC Westfalenfahrt einen interessanten Start in die VLN-Saison 2014. Während die Audi R8 LMS-Piloten Marc Basseng, Frank Stippler und Laurens Vanthoor nach ihrer Trainingsbestzeit auch das Rennen als Gesamtsieger beendeten, war der Rennverlauf für das Bonk-Team eine Katastrophe. Schon nach zwei Stunden packte das Team alles wieder zusammen. Alle drei eingesetzten Autos fuhren nicht mehr und das Team musste zum ersten Mal seit Jahren einen Totalausfall hinnehmen. Schon kurz vor Ende des Zeittrainings war Axel Burghardt im BMW 235i schwer verunglückt, blieb glücklicherweise aber nahezu unverletzt.

So ruhte alle Hoffnung auf den beiden Astras. Mies und Nett hielten sich als Startfahrer in der Spitzengruppe, die aus vier Fahrzeugen bestand. In der fünften Runde kamen die schnellen Astras an eine Unfallstelle mit doppelt geschwenkten gelben Flaggen. Die ersten drei bremsten abrupt ab und fächerten breit auseinander, um einen Crash zu vermeiden. Als Letzter des Pulks versuchte Nett noch zu reagieren, hatte aber keine Chance mehr, den Aufprall auf den Wagen seines Teamkollegen zu vermeiden. Für beide Bonk-Autos war das Rennen damit zu Ende. „Das tut mir wirklich leid, aber das ging alles so schnell. Und wenn ich einen der anderen beiden getroffen hätte, wäre es auch nicht viel besser gewesen“, stellte Nett später fest.

Auch die Mercedes SLS AMG GT3, hier vor zwei BMW, gehören zu den Favoriten

Auch die Mercedes SLS AMG GT3, hier vor zwei BMW, gehören zu den Favoriten

Beim zweiten Lauf lief es für Merten und Nett besser, während die teaminterne Konkurrenz bereits im Training glücklos agierte. Gelbe Flaggen während der schnellsten Runde von Alexander Mies verhinderten einen guten Startplatz, so blieb die Mannschaft lange Zeit im Mittelfeld stecken und verlor jede Siegchance.

Merten/Nett führten das Rennen in ihrer Klasse lange an, wurden aber dennoch nur Zweite. „Dass wir nicht gewonnen haben, war ein kleiner taktischer Fehler unsererseits beim Tanken“, räumte Michael Bonk Fehler seiner Mannschaft ein.

Den Gesamtsieg sicherte sich das Frikadelli Racing Team mit Klaus Abbelen, Sabine Schmitz, Patrick Huisman und Patrick Pilet. Den dritten Lauf gewannen Nick Catsburg und Dirk Adorf auf einem BMW Z4 des BMW Sports Trophy Team Marc VDS. Merten und Nett schlugen in ihrer Klasse zu, sicherten sich den ersten Saisonsieg und übernahmen die Tabellenführung im Opel Astra OPC Cup.

Immer riskant: die Überrundungen langsamerer Fahrzeuge. Hier überholt ein BMW Z4 GT3 einen Toyota GT86

Immer riskant: die Überrundungen langsamerer Fahrzeuge. Hier überholt ein BMW Z4 GT3 einen Toyota GT86

Das Glück des Tüchtigen blieb Hauptfeldwebel Merten und dem Team Bonk Motorsport aber nicht lange treu. Im vierten Lauf, der Mitte Mai ausgetragen wurde, warf der Defektteufel beide Bonk-Astras weit zurück. Am Opel von Mies/Moetefindt/Schmid traten Probleme beim Tanken auf, entsprechend weit wurde der Wagen im Feld durchgereicht. Als Schlusslicht in ihrer Klasse überquerten Merten/Nett die Ziellinie. Zur Mitte des Rennens war Merten wegen eines Leistungsverlusts an die Box gekommen. An der Luftzufuhr für den Turbo des Westfalen-Opels hatte sich etwas gelöst. „Das ist ein spezifisches Problem bei diesen Autos und tritt leider manchmal auf“, sagte Bonk. Das Team verlor fast zwei Runden an der Box und musste am Ende dem Feld hinterher fahren. Merten gibt sich weiterhin kämpferisch: „Es werden ja alle zehn Rennen für den Opel Astra OPC-Cup gewertet, da kann noch viel passieren. Wir liegen momentan ja nur 15 Punkte zurück.“

Der Gesamtsieg in diesem vierten Rennen ging an Lance David Arnold, Andres Simonsen und Christian auf einem Mercedes-Benz SLS AMG GT3. Damit haben Audi, BMW, Porsche und Mercedes jeweils einen Gesamtsieg errungen, was für das anstehende 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring besondere Spannung verspricht. Der Langstreckenklassiker hat natürlich auch für Hauptfeldwebel Merten und das Bonk-Team Priorität. „Wir werden unsere Autos jetzt in Ruhe aufbereiten und dann zum Saisonhöhepunkt wieder hier am Nürburgring sein“, sagte Michael Bonk.

Text und Fotos: Matthias Behrndt

Tags:

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.