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Patrick Baum verpasst seinen ersten Titel denkbar knapp / Solja/Shan gewinnen Silber

Filed in Allgemein, Tischtennis by on 16. September 2014 0 Comments • views: 47

Solja Petrissa Europe Cup 2014 Foto DTTB Manfred Schillings_SnapseedTischtennis-Nationalspieler Patrick Baum hat seinen ersten Titel auf der World Tour knapp verpasst. Im hochklassigen Finale der mit 70.000 US-Dollar dotierten Czech Open unterlag der an Nummer vier gesetzte Sportsoldat dem Portugiesen und Weltranglisten-13. Marcos Freitas mit 10:12 im Entscheidungssatz. Außer Baum verbuchten Athleten des DTTB in Olmütz drei weitere Medaillengewinne: Im Damen-Einzel holte Sportsoldatin Wu Jiaduo (Metz/Frankreich) Bronze und das Berliner Duo Petrissa Solja/Shan Xiaona erspielte sich wie Baum die Silbermedaille, nachdem Solja – seit kurzem auch Mitglied der Sportfördergruppe der Bundeswehr – bereits das Juniorinnenturnier U21 für sich entschieden hatte.

Spektakuläre Abwehr von zwei Matchbällen, aber Titel für Freitas
In einem stetigen Kopf-an-Kopf-Rennen verpasste Patrick Baum während des sehenswerten Endspielverlaufs zwei gute Chancen auf eine Ergebnisverbesserung. Nach Satzausgleich zum 1:1 ließ der EM-Zweite der Jahre 2010 und 2011 eine 5:0-Führung in Durchgang drei ungenutzt, im Entscheidungssatz konnte er den Drei-Punkte-Vorteil einer 5:2-Führung nicht ins Ziel retten, wehrte aber seinerseits bei 8:10 noch einmal zwei Matchbälle nach spektakulären Ballwechseln ab. Während Freitas damit erstmals in seiner Karriere ein World-Tour-Event gewann, muss Baum weiter auf seinen ersten Einzeltitel warten. Vor den Czech Open hatte der ehemalige Jugend-Weltmeister in der Pro Tour, dem Vorgänger der World Tour, 2009 in Japan das Finale gegen Oh Sangeun (Südkorea) erreicht und zudem dreimal in Polen (2009, 2010, 2011) sowie einmal in Österreich (2008) den dritten Platz belegt.
Der von Borussia Düsseldorf zum TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell gewechselte Baum hatte bis zum Endspiel den Head-to-Head-Vergleich mit dem an Position zwei gesetzten Freitas mit einer lupenreinen 4:0-Bilanz angeführt, bei dem das letzte Duell allerdings bereits drei Jahre zurücklag. Welche Entwicklung der Südeuropäer zudem in der Zwischenzeit nahm, zeigt dessen hervorragende Platzierung in der Weltrangliste in der stetigen Nähe des Top-Ten-Bereichs sowie im Februar 2014 der Gewinn des Europe-Cups in Lausanne, der ihm den längst fälligen Durchbruch brachte. Außerdem ist Freitas ein Spezialist für knappe Spielausgänge. Gestern hatte der beidseitig immens sicher mit Topspin agierende Dauerläufer im Viertelfinale Abwehrass Ruwen Filus (Fulda) nach 2:3-Rückstand hauchdünn mit 3:4 besiegt und heute in der Vorschlussrunde gegen Japans Spitzenspieler Koki Niwa einen 0:3-Satzrückstand wettgemacht. Trotz seiner finalen Niederlage darf Patrick Baum mit den Czech Open, die 2012 Christian Süß gewonnen hatte, zufrieden sein. Der 27-Jährige präsentierte sich in Olmütz in sämtlichen Runden in bestechender Form und gab gegen Grigory Vlasov (Russland), Maharu Yoshimura (Japan), seinen Nationalmannschaftskollegen Steffen Mengel (Bergneustadt) und Quadri Aruna (Nigeria) bis zum Halbfinale nie mehr als einen Satz ab.

Baum-GO2014-1620Beim Silbermedaillengewinn wehren Solja/Shan fünf Matchbälle ab
Zwei Titelgewinne waren Sportsoldatin Petrissa Solja in Olmütz nicht vergönnt. Die 20-jährige Berlinerin, die mit einem Sieg über die Österreicherin Sofia Polcanova den U21-Wettbewerb gewonnen hatte, unterlag an der Seite ihrer Vereinskollegin Shan Xiaona im Finale des Damen-Doppel-Turniers Nippons Duo Ai Fukuhara/Misako Wakamiya mit 1:3. Im vierten Durchgang wäre dem DTTB-Duo, dem Bundestrainerin Jie Schöpp derzeit mit Perspektive Rio 2016 den Vorzug vor den Doppel-Euopameisterinnen Solja/Sabine Winter gibt, beinahe noch das Kunststück gelungen, einen 4:10-Rückstand zum Satzausgleich zu wenden, doch bei 10:9 verwandelten die Japanerinnen ihren sechsten Matchball zum Titelgewinn.

Wu Jiaduo: Knappes Halbfinal-Aus nach guter Leistung gegen Fukuhara
Das Einzel-Finale knapp verpasst hat hingegen Wu Jiaduo. Die Europameisterin des Jahres 2009 und Gewinnerin des Europe-Top-12-Turniers 2012 unterlag der auf Rang 13 in der Welt notierten Japanerin Ai Fukuhara in der Vorschlussrunde in sieben Sätzen. Mit großem Kampfgeist egalisierte die für den französischen Erstligisten Metz spielende Wu den 0:2- und 1:3-Satzrückstand gegen Nippons an Position vier gesetzten Medienstar, musste sich jedoch in Durchgang sieben mit 6:11 beugen. Die Deutsche darf jedoch mit ihrem Auftritt in Tschechien hochzufrieden sein. Den Einzeltitel bei den Damen sicherte sich überraschend Elizabeta Samara. Rumäniens Spitzenspielerin, glückliche 4:3-Siegerin über Petrissa Solja im Achtelfinale, holte sich durch ein 4:3 über Fukuhara ihre zweite Goldmedaille in der World Tour.

Zwei Highlights im Herbst: Team-EM in Lissabon und Men’s World Cup in Düsseldorf
Die Czech Open waren für Deutschlands Nationalspieler so etwas wie die Generalprobe vor den Team-Europameisterschaften in Portugal. Vom 24.-28. September wollen Deutschlands Herren und Damen in Lissabon ihre kontinentalen Titel von Schwechat (Österreich) verteidigen. Im Oktober 2013 hatte es mit einer Doppel-Goldmedaille für beide Mannschaften einen historischen Abend gegeben. Für die Herren um Bundestrainer Jörg Roßkopf war es der sechste Titel in Folge.

Auf Topsport in Deutschland können sich die Tischtennis-Fans demnächst wieder freuen. Vom 24.-26. Oktober findet im ISS Dome Düsseldorf der LIEBHERR Men’s World Cup statt, an dem neben dem amtierenden Weltmeister und Olympiasieger Zhang Jike (China) der Europameister und Weltranglistenvierte Dimitrij Ovtcharov (Orenburg, Russland) sowie voraussichtlich Rekord-Europameister Timo Boll (Düsseldorf) um den Titel kämpfen werden. Nach Olympia und der WM ist der World Cup das Turnier mit dem größten Stellenwert weltweit.
Tickets und weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB): www.tischtennis.de

Fotos: DTTB
Fotos: DTTB/Schillings

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