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Das Dilemma des Oberfeldwebel Abramowski – wer boxt in Korea?

Filed in Allgemein, Boxen, Spitzensport by on 26. Mai 2015 0 Comments • views: 127

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Seoul Südkorea – Es ist der Abend des 27. März, General a. D. Kim Sang-ki lässt sich auf einer Tagung des Organisations-Komitees den Planungsstand der 6. Military World Games berichten. Die Vorbereitungen laufen reibungslos. Auch die Renovierungsarbeiten an den Sporstätten werden pünktlich fertig sein. Chef-Organisator Sang-ki ist zufrieden, denn dieses Jahr ist Korea nicht nur Gastgeber der „Olympischen Spiele der Soldaten“, es feiert auch seinen 70. Unabhängigkeitstag von Japan. Nichts wird dem Zufall überlassen, Sang-ki will perfekte Spiele.

Zur Eröffnungsfeier am 2. Oktober erwartet er 8.700 Sportler und Sportlerinnen  aus 110 Nationen. Unter ihnen werden auch der Berliner Oberfeldwebel Marcus Abramowski und acht deutsche Boxer sein.

Berlin – Bundesstützpunktleiter Abramowski wird als Headcoach die Deutschen Faustkämpfer betreuen. Unter normalen Umständen könnte er auf alle Boxer zurückgreifen, die an den Sportfördergruppen Bruchsal und Frankfurt/Oder dienen. Doch dieses Jahr ist es anders. Abramowski muss zurückstecken, denn zeitgleich zu den Military Games, findet die Box-Weltmeisterschaft in Doha (Katar) statt. Die Box-WM hat Vorrang, denn sie ist ein Meilenstein für die Qualifikation zu den Olympischen Spielen.

Um auf der Box-WM starten zu können, müssen die Deutschen eine Top-Position bei den European Games in Baku oder der Box-Europameisterschaft in Sofia erobern.

Hier beginnt Abramowskis Dilemma. Er kann nur die Athleten für Korea nominieren, die sich nicht für die WM qualifizieren. Deren Namen wird er aber erst nach der Europameisterschaft, Mitte August, erfahren.

Dann verbleiben keine sechs Wochen, um die Sportsoldaten auf die Military Games vorzubereiten.

Auf den Obergefreiten Abdulrahman Abu-Lubdeh möchte Abramowski auf keinen Fall verzichten. Der Berliner gewann auf der letzten Militär-WM die Bronzemedaille. Es bleibt abzuwarten, wer auf dem Flug nach Korea neben ihm sitzen wird.

Text und Fotos: Wolfgang Wycisk

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