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Sprinter in die Eistonne

Filed in Allgemein, Eisschnelllauf by on 29. Juli 2015 0 Comments • views: 55

Worauf man sich als deutscher Sprinter in Inzell in diesen schwülen Tagen am meisten freut? Aufs „Eisbaden“. Nach dem Training im Kraftraum geht es in die kalte Tonne. Knapp eine Minute lang, die Eismaschine der Max-Aicher-Arena sorgt täglich für neuen Schnee. Brrr, aber ein kurzer Genuss für die Trainingsgruppe um Nico Ihle.

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Ein Wechselbad der Gefühle soll die Vorbereitung generell sein. So lautet das Dogma von Klaus Ebert, seit Saisonbeginn Bundestrainer der DESG für den Sprintbereich. Aber hier gehe es nicht ums Personal sondern die Sportler, lenkt der Coach schnell von sich selbst ab. „Inhaltlich und methodisch fahren wir ohnehin auf der gleichen Linie“, er könnte sich aber vorstellen, dass bald ein Jüngerer dem aktuellen Betreuerteam assistiert. Während seine Jungs und Sprinterin Denise Roth im Fitness-Raum Hanteln stemmen, Liegestützen absolvieren, aus dem Stand einen Hürden-Parcours überspringen spricht Ebert von „Motivationsanreizen“. Gleiche Übungen nennt er Rückschritt. Auch so katapultierte sich Nico Ihle in die absolute Weltspitze.

SAMSUNG CSC

Beispiel I. Die Kooperation mit Aktiven der Bahnrad-Nationalmannschaft wurde intensiviert. Auf dem betagten Chemnitzer Betonoval stürzen sich die Sprinter aus der Steilkurve, „Gebirge“ genannt, nach unten. 200 Meter volles Rohr – das entspricht etwa dem Start zu einem 1000-m-Lauf auf dem Eis. Rennmaschinen und Technik (u.a. die Übersetzungen) stellen die Biker und übernehmen „völlig kooperativ das Zepter“ (Ebert). Beispiel II: eine knappe Stunde im Ballettraum dient zur Erwärmung. Das Power-Dancing dient der Rumpf-Stabilität, dem Bewegungsempfinden und „macht Spaß“. Beispiel III: Einmal pro Woche kümmern sich die Fachkräfte einer Chemnitzer Tages-Rehaklinik um die Sportler. Yoga, Wasser-Gymnastik, Massagen usw. gleichen einer Rundum-Versorgung. Und liefern die Basis für ausgiebiges Hanteltraining. „Um Verletzungen vor zu beugen, denn das können wir uns nicht leisten“, weiß Bundestrainer Klaus Ebert. Der Kader ist überschaubar – und im Sprintbereich entscheidet ein Minimalfehler über Zehntelsekunden und damit eine gute Platzierung.

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Die Crux: Samuel Schwarz muss aufgrund einer Hüft-OP noch passen, Judith Hesse erwartet ihr erstes Baby. Neben den Ihle-Brüdern könnte „Rohdiamant“ (so Ebert) Philip Steinert, 22, zum Zug kommen. Aber wohl eher über 1000 und 1500 m. Während die Tempobolzer lachend die Latte für den Sprung aus dem Stand auf Brusthöhe fixieren. Ihre Gaudi-Challenge: wer ist der Beste? Der Trainer verfolgt solcherlei Eigeninitiativen mit Genugtuung. Denn Abwechslung ist ja das A und O. Dann noch Startimitationen, ein Gewicht hinter sich her ziehend. Und ab in die (Eis-)Tonne.

Text und Fotos: DESG

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