DEB-Frauen wieder erstklassig

Zurück in der Top-Division: Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft hat bei der 2016 IIHF Frauen-Eishockey Weltmeisterschaft Div. I in Aalborg/Dänemark den 1. Platz belegt und damit nach dem Abstieg im vergangenen Jahr den direkten Wiederaufstieg in die Top-Division geschafft.

Die deutsche Mannschaft zeigte über den gesamten Turnierverlauf hinweg eine überzeugende Leistung, musste sich nur im letzten Spiel gegen Österreich geschlagen geben. Die Auftaktduelle gingen allesamt an den Favoritenkreis; Deutschland siegte gegen die Slowakei, Frankreich gewann gegen Norwegen und Österreich bezwang, wenn auch knapp, die Gastgeberinnen aus Dänemark. Bereits am darauffolgenden Spieltag musste Österreich einen kleinen Dämpfer im Kampf um den 1. Platz einstecken, als die Frauen aus der Alpenrepublik erst nach Penaltyschießen gegen Norwegen gewannen. Kapitänin der Frauen-Nationalmannschaft und Uffz (FA) Julia Zorn erinnert sich: „Das hat uns schon sehr in die Karten gespielt. Trotzdem haben wir versucht uns die ganze Zeit über nicht beeinflussen zu lassen, sondern nur auf uns zu konzentrieren.“ Dieser Plan sollte aufgehen. Da Deutschland und Frankreich ihre jeweiligen Spiele gewinnen konnten, kristallisierten sich diese zwei Teams als enge Favoriten heraus. Am dritten Spieltag kam es dann zum Duell Österreich – Frankreich, in dem die Französinnen das glücklichere Ende für sich hatten und die Österreicherinnen endgültig aus dem Rennen um den Turniersieg schossen. Die deutschen Frauen gewannen parallel ihr Spiel gegen Norwegen und wahrten sich somit ihre Chance auf den direkten Wiederaufstieg. Zwei Spieltage vor Turnierende stand also das alles entscheidende Spiel zwischen Deutschland und Frankreich an. „Erstaunlicher Weise war die Anspannung gar nicht so groß. Wir wussten, dass wir gewinnen mussten um aufzusteigen. Trotzdem war die Stimmung eher fokussiert, nicht verkrampft. Wir waren alle bereit und die Trainer haben uns wirklich super auf die Partien eingestellt.“ Von Beginn an war klar, der Sieger nach 60 Minuten würde als Aufsteiger in die Top-Division feststehen. Nach einer hart umkämpften Partie konnte sich die DEB-Auswahl am Ende deutlich mit 5:0 gegen Frankreich durchsetzten und so den direkten Wiederaufstieg in die Top-Division realisieren. Im kommenden Jahr werden sich die deutschen Frauen dann bei der WM in den USA wieder mit den besten acht Mannschaften der Welt messen. Frauen-Bundestrainer Benjamin Hinterstocker hatte für seine Mannschaft den richtigen Spielplan gefunden und resümierte sichtlich erleichtert nach der Partie: „Wir wollten dieses Spiel unbedingt für uns entscheiden. Der heutige Sieg, mit dem entsprechenden Zuspruch gilt einzig und alleine der Mannschaft. Die Mädels haben in jeglicher Hinsicht überzeugt und verdient den Wiederaufstieg realisiert. Die zielführende Arbeit der letzten Monate wird in Spielen wie diesem deutlich sichtbar.“ Für die Sportsoldatin Zorn ist es nach dem Erfolg bei der Heim-WM 2011 in Ravensburg der zweite Wiederaufstieg in die Top-Division gewesen. „ Das ist ein wahnsinnig tolles Gefühl! Wir haben die ganze Saison hart für diesen Moment gearbeitet, viele Stunden auf dem Eis gestanden, viele Stunden im Kraftraum verbracht. Die Freude war natürlich riesig, aber bis man richtig realisiert hat, was wir da geschafft haben und welche Bedeutung das hat, braucht es ein wenig Zeit.“ Die Freude über den vorzeitigen Turniersieg konnte nur die Niederlage gegen Österreich am letzten Tag etwas trüben. Doch der Bundestrainer fand trotzdem lobende Worte für sein Team: „Leider konnten wir das letzte WM-Spiel gegen eine stark spielende österreichische Mannschaft nicht für uns entscheiden. Vielmehr sollten wir nach Ende des diesjährigen WM-Turniers unseren Aufstieg in den Mittelpunkt rücken. Wir können stolz auf die Leistung der Mannschaft und die Rückkehr in die Top-Division sein. Alle haben ihren Beitrag dazu geleistet unser Ziel, den Wiederaufstieg, zu realisieren. Nun gilt es unseren Blick in die Zukunft zu richten und die anstehenden Herausforderungen in Angriff zu nehmen.“ Und genau das tut die Frauen-Nationalmannschaft auch. Denn in der kommenden Saison heißt es nicht nur sich in den USA bei der WM unter den Top-Nationen zu beweisen, sondern im Februar 2017 steht auch die richtungsweisende Qualifikation für die Olympischen Winterspiele 2018 in Pyeongchang (Südkorea) an. Dabei kämpft die DEB-Auswahl mit Gastgeber Japan, Österreich und einem weiteren Qualifikanten um die Olympia-Teilnahme. „Das war ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Aber dieser Weg ist noch nicht zu Ende und die nächsten Aufgaben warten auf uns,“ weiß Zorn. Seit Anfang Mai trainiert die Mannschaft um Hinterstocker wieder hart für die anstehenden Meilensteine. Neben vier Konditionslehrgängen, den Leistungsdiagnostischen Tests und den konditionellen Trainingseinheiten geht es für die Auswahl im Juli wieder gemeinsam zurück auf das Eis.

Text und Fotos: DEB

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