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Zurück zur Realität – Ein WM-Fazit

Filed in Biathlon, Spitzensport, Wintersport by on 21. März 2017 0 Comments • views: 153

Siegestaumelnd und Glückstrunken dürften die Biathleten nach der Weltmeisterschaft in Hochfilzen nach Hause zurückgekehrt sein. Wer sieben von elf mögliche Titel beim Saisonhöhepunkt gewinnt, darf die kommenden Tage gerne noch wie im Traum vergehen und sich feiern lassen. Erst im März startet die letzte Runde Weltcup-Realität.

Einziger Wehmutstropfen: Allein Oberfeldwebel Erik Lesser ist von der Stammbesetzung der Damen und Herren ohne Titel und gar ohne Medaille aus Hochfilzen abgereist. In der Staffel erwischten die Herren nicht den besten Tag, und Überraschungssieger Lowell Bailey verwies den Thüringer im Einzel auf den Blechrang. Aber auch das ist Sport, die nächste Chance kommt bestimmt!
Der Doppelerfolg am finalen WM-Tag war ein phänomenaler Abschluss zwei äußerst erfolgreicher Wochen. Unterschiedlicher hätten die Voraussetzungen für Laura Dahlmeier und Simon Schempp vor dem abschließenden Massenstart allerdings kaum sein können.
Dahlmeier machte einfach dort weiter, wo sie bereits ein Jahr zuvor bei den Titelkämpfen am Holmenkollen in Oslo aufgehört hatte: Beim Medaillensammeln. Diesmal setzte die 23-jährige jedoch noch einen drauf, denn während es für Dahlmeier in Oslo bei fünf Medaillen „nur“ zu einmal Gold reichte, regnete es in Österreich geradezu die Titel.
Gold mit der Mixed-Staffel, Gold in der Verfolgung, Gold im Einzel, Gold mit der Damenstaffel mit Vanessa Hinz, Maren Hammerschmidt, Oberfeldwebel Franziska Hildebrand und schließlich auch noch Gold im Massenstart: Lediglich vier Sekunden im Sprint, wo sie Zweite wurde, fehlten der Garmisch-Partenkirchenerin zum kompletten Triumph.
Entsprechend euphorisch fiel Dahlmeiers Bilanz nach der letzten Siegerehrung aus. „Das ist gigantisch, Wahnsinn, wie das alles ausgegangen ist. Das ist ein ganz großes Geschenk“, sagte sie dankbar.

Die deutsche Damen-Staffel um Vanessa Hinz (v. li. n. re.), Maren Hammerschmidt, Oberfeldwebel Franziska Hildebrand und Laura Dahlmeier freut sich über WM-Gold.
Sensationell endeten die Weltmeisterschaften auch für Schempp, obwohl es lange nicht danach aussah. Vor über drei Jahren schaffte der Schwabe den Durchbruch in die Weltspitze, gewann insgesamt bereits acht Staffel-Medaillen, darunter den Titel mit Vanessa Hinz, Dahlmeier und Arnd Peiffer im Mixed in Hochfilzen.

Aber die ersehnte Einzelmedaille ließ lange auf sich warten. Und auch in Österreich lief es für Schempp in den Einzelrennen zunächst nicht nach Wunsch. Stockbruch und Platz neun im Sprint, bei dem überraschend Teamkollege Oberfeldwebel Benedikt Doll Gold gewann. In der Verfolgung sprang Rang zehn heraus, im Einzel wurde Schempp 13. Im Staffelwettbewerb musste sich der Uhinger, der auf der letzten Runde gleichzeitig mit Dominik Landertinger den Schießstand verließ, dem Österreicher geschlagen geben. Er konnte läuferisch nicht mithalten. Nicht die besten Vorzeichen für den finalen Massenstart tags darauf.

Oberfeldwebel Benedikt Doll wartet als zweiter Läufer der Herren-Staffel, welche den vierten Platz belegte, im Sprint holte er überraschend Gold

Dennoch: Nichts sprach dagegen, das Rennen vom Vortag ins Gegenteil zu verwandeln. Das tat Schempp und nutzte seine letzte Chance auf beeindruckende Art und Weise. Am Schießstand blieb er fehlerfrei, ließ auf der Schlussrunde am selben Anstieg, an dem er zuvor von Landertinger abserviert wurde, den Österreicher Simon Eder stehen und sicherte sich den Titel.

Text und Fotos: DSV

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