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Gebirgsjäger besteht französischen „Commando Moniteur“ mit Bravour

Abgelegt in Gebirgsjäger von am 21. März 2018 0 Comments • views: 168

Das Gebirgsjägerbataillon 231 hat einen seiner Soldaten für vier Wochen nach Mont Louis in Frankreich entsandt, um die Fahne der Gebirgstruppe bei einem der härtesten Infanterielehrgängen der Welt hoch zu halten. Für diese ehrenvolle Aufgabe wählte der Kommandeur des Gebirgsjägerbataillons 231, Oberstleutnant Arno Schöberl, den Zugführer seines Aufklärungszuges, Oberleutnant Andreas Frieß, aus.

Harte Ausbildung in den Pyrenäen und am Mittelmeer

Im Rahmen der Deutsch-Französischen Zusammenarbeit stellte das „Centre National d’Entraînement Commando“ (C.N.E.C.) dem Deutschen Heer Lehrgangsplätze zur Verfügung. Insgesamt wurden 18 deutsche Soldaten kommandiert, um zusammen mit Unteroffizieren der Fremdenlegion den Lehrgang „Commando Moniteur“ zu absolvieren.
Der „Commando Moniteur“ ist ein Schlüssellehrgang für Führer der französischen Infanterie. Ein Bestehen des Lehrgangs berechtigt französische Soldaten zur Ausübung des Erlernten mit ihren Soldaten. Überdies kann sich der Lehrgangsteilnehmer bei überdurchschnittlich guten Leistungen für den weiterführenden Lehrgang, den „Commando Instructeur“, qualifizieren. Besteht hingegen ein französischer Unteroffizier oder Offizier der Infanterie den Lehrgang nicht, muss er diesen wiederholen, um Einschränkungen in seiner Karriere zu vermeiden.

Der „Commando Moniteur“ fand zum Teil inmitten der Pyrenäen, an der Zitadelle von Mont Louis auf über 1.600 Metern, bei winterlichen Temperaturen von bis zu -10 Grad Celsius, statt. Die spezielle Gewässerausbildung wurde ans Mittelmeer verlegt. Die Teilnehmer verbrachten dafür eine Woche im Fort Miradou in Collioure. Die mediterrane Lage bot eine Lufttemperatur von 18 Grad Celsius bei Orkanwinden und Wassertemperaturen um die 14 Grad Celsius.

Soldaten kämpfen mit Schlafentzug bei hoher körperlicher Belastung

Von Montag bis Freitag lebten die Lehrgangsteilnehmer in einer Reihe vorgegebener Gefechtslagen, die nur durch Ausbildungen am Tag unterbrochen wurden. Untergebracht im Wald bei ständiger Alarmbereitschaft, waren die Soldaten gezwungen, sorgfältig mit ihren Ressourcen wie Essen und Kleidung hauszuhalten. Nächtliche Missionen verkürzten die durchschnittliche Ruhephase auf unter zwei Stunden pro Tag. Inhaltlich vermittelten die französischen Ausbilder in den Pyrenäen auch das militärische Bergsteigen, was den Lehrgang insbesondere für die Gebirgsjäger mit ihrer Befähigung zum Kampf in schwierigem bis extremen Gelände interessant macht. Die Grundlagen zum Überwinden schwierigster Geländeformen bildeten dabei der Bau von Seilgeländern und Abseilstellen, Retten aus dem Seilgeländer, das Klettern am Fels und die Gewässerüberquerung mit einem Schlauchboot.
Der Umgang mit Sprengstoff bis zu 5 Kilogramm wurde in der Sprengausbildung geschult und bis zur Funktion als Leitender angewendet. Offene Knie oder eine blutige Nase bezeichnete der Ausbilder als Erfolg des Gegners beim täglichen Nahkampf. Auf Hindernisbahnen von über einem Kilometer Länge mit unterschiedlichsten Schikanen, in teilweise schwindelerregender Höhe, wurde die körperliche Leistung der Teilnehmer sowohl im verschneiten Mont Louis als auch im stürmischen Collioure abgefragt.

Mit vollem Gepäck und Waffe durch kaltes Gewässer

Die Bedingungen in Collioure waren für die Lehrgangsteilnehmer besonders mühsam, da täglich Ausbildungen im Wasser stattfanden und die Körper durchwegs unterkühlt waren. Die Ausbildungen mit dem Zodiak, einem 6-Mann-Schlauchboot, dem Kajak, einem kleinen Transportboot, oder dem Schnellboot waren daher bei den Soldaten beliebter, als schwimmend mit Waffe und 10 Kilogramm Gepäck die kalten Gewässer zu überqueren.

Nicht einmal die Hälfte aller Lehrgangsteilnehmer hat den „Commando Moniteur“ bestanden. Hochintensive physische Belastungen im Wechsel mit kontinuierlichem Schlafdefizit bei den nächtlichen Missionen hatten teilweise schwere Verletzungen, psychische Überlastung oder Erkrankungen zur Folge. Aber auch zu schlechte Ergebnisse bei den Prüfungen waren ein Grund für die geringe Quote an Soldaten, die diesen Lehrgang bestanden.

Mission erfüllt: Oberleutnant Frieß überzeugt mit seiner Leistung

Von den deutschen Gästen bestanden Sieben den Lehrgang, von denen sich fünf Soldaten für die Berechtigung zur Teilnahme am Lehrgang „Commando Instructeur“ qualifizierten.
Im internationalen Rahmen bewies Oberleutnant Andreas Frieß als viertbester Lehrgangteilnehmer, dass sich die Gebirgsjäger nicht nur im Gebirge und Hochgebirge exzellent zurechtfinden, sondern auch mit außerordentlichen Leistungen im schwierigen bis extremen Gelände jeder Art hervorstechen.

Text: Max Bornemann, Gebirgsjägerbataillon 231

Foto: Centre National d’Entraînement Commando, Frankreich

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