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Weltcup-Regatta vor Miami – Gelungener Auftakt für das German Sailing Team

Abgelegt in Segelsport, Spitzensport von am 21. März 2018 0 Comments • views: 46

Die Stabsgefreiten Victoria Jurczok und Anika Lorenz haben die Segelsaison 2018 ideal eröffnet. Die Crew hat bei der Weltcup-Regatta vor Miami in insgesamt acht Rennen vier Siege geholt und die Serie mit nur 14 Punkten dominant vor den norwegischen Schwestern Ragna und Maia Agerup (38 Punkte) und den Österreicherinnen Tanja Frank und Lorena Abicht (42 Punkte) gewonnen. Als Sechste machten Tina Lutz und Hauptgefreiter Susann Beucke das beste deutsche Klassenergebnis in Florida perfekt. „Das war eine sehr starke und überzeugende Leistung von Vicky und Anika sowohl in leichteren als auch in stärkeren Winden. Das freut uns sehr! Ebenso die sehr gute Leistung von Tina und Susann. Die 49erFX-Seglerinnen konnten nahtlos an die Spitzenergebnisse des vergangenen Jahres anknüpfen“, sagte DSV-Sportdirektorin Nadine Stegenwalner, „die gute Arbeit mit und von Trainer Dave Evans trägt dazu bei.“
Gefordert waren vor Miami insgesamt 543 Segler und Seglerinnen aus 50 Ländern in zehn olympischen Segeldisziplinen in unterschiedlichsten Wind- und Wellenbedingungen: Die Weltcup-Regatta in den USA hatte mit zwei Leichtwind-Tagen begonnen, bevor sich frische Winde durchsetzten und ein Segeltag aufgrund zu starker Winde sogar gestrichen werden musste. Die deutschen 49erFX-Siegerinnen haben die wechselnden Herausforderungen herausragend gemeistert. Das haben sie dem intensiven Training in der kleinen Gruppe mit Tina Lutz und Susann Beucke, der guten Zusammenarbeit mit Trainer Dave Evans und sich selbst zu verdanken.

49erFX-Crew Jurczok/Lorenz gewinnt Weltcup-Regatta vor Miami © Jesus Renedo /Sailing Energy/World Sailing

Während bei den Männern im 49er die beiden führenden DSV-Crews – die Rio-Bronzemedaillengewinner Obermaat (BA) Erik Heil/Thomas Plößel sowie Justus Schmidt/Max Boehme – noch fehlten und erst später in die Saison einsteigen, nutzten ihre jungen Teamkameraden die Weltcup-Bühne für einen fulminanten Auftritt: Der 23-jährige Steuer- mann Tim Fischer und sein erst 21 Jahre junger Vorschoter Fabian Graf verpassten das Podium als Vierte nur ganz knapp und jubelten über Platz vier im Weltklassefeld: „Wir sind selbst überrascht und offenbar auf dem Weg zu guten Allroundern. Der Transfer von Leicht- zu Starkwind ist uns gut gelungen“, sagte Hauptgefreiter Fischer, „das Feld war hier mit 38 Booten sehr groß. Es war besonders wichtig, frei von anderen Booten zu segeln. Wir haben unser neues Boot bereits schnell bekommen. Sicher war das auch ein wichtiger Faktor.“ Auch Fischer/Graf haben ihr Crew-Gewicht über den Winter optimieren können. Statt 153 bringen sie nun gemeinsam 158 Kilogramm auf die Waage und sind entsprechend schneller unterwegs.

Silber und Platz vier in der Nationenwertung

Bootsmann Philipp Buhl ist nach der Winterpause wieder in seinem Element, der 28-jährige Laser-Steuermann aus Sonthofen sicherte mit Rang zwei im Medaillenfinale die Silbermedaille.
Nachdem Gold bereits vor dem Finale an den australischen Olympiasieger Tom Burton vergeben war, kam es zum mitreißenden Silber-Duell zwischen Buhl und dem britischen Doppel-Weltmeister Nick Thompson. Das Rennen machte der Aktivensprecher des German Sailing Teams!
Buhl war angriffslustig ins Finale gestartet und hatte zwischenzeitlich sogar die lose Deckung Thompsons zugunsten eines erfolgreichen Solos auf der zweiten Kreuz aufgegeben. Mit seinem mutigen Alleingang („Ich bin nach meiner Überzeugung und nach Kompass gesegelt“) rückte Buhl im laufenden Finale auf Rang zwei vor, den er trotz furioser Attacken des britischen Rivalen bis ins Ziel verteidigen konnte.

„Auf dem letzten Vorwind wurde es auf der Hälfte einmal eng zwischen uns, weil die Bö plötzlich weg war“, berichtete Buhl von dem fordernden Duell. Dann aber habe er schnell wieder Druck gefunden. Buhls so kampfstarke wie konzentrierte Leistung brachte dem Steuermann Silber und ließ die DSV-Flotte im Medaillenspiegel auf Platz vier hinter Großbritannien, Frankreich und Australien vorrücken. „Ich freue mich also doppelt, weil auch Vicky und Anika so gut performt haben“, sagte Buhl nach der Siegerehrung für die Lasersegler.
Mit weiteren vier Top-Ten-Platzierungen hinterließ das German Sailing Team zum Saisonauftakt in Florida einen insgesamt starken Eindruck. Dazu trugen am Sonntag auch die 470er-Crews Simon Diesch/Philipp Autenrieth und Hauptgefreiter Malte Winkel/ Hauptgefreiter Matti Cipra mit den Plätzen 8 und 10 bei. Im Medaillenfinale hatten Diesch/ Autenrieth einen hervorragenden vierten Rang erkämpft.

Philipp Buhl sicherte sich mit Rang zwei im Medaillenfinale die Silbermedaille . © Richard Langdon/Sailing Energy/World Sailing

DSV-Sportdirektorin Nadine Stegenwalner hatte an diesem Weltcup-Wochenende viel Anlass zur Freude: „Wir haben in Miami eine wirklich gute Gesamtleistung unserer Mannschaft erleben dürfen und viel positives Echo bekommen. Dazu gratulieren wir unseren Seglern und ihren Teams. Die intensive Arbeit der Trainingsgruppen mit ihren Coaches funktioniert gut und trägt Früchte. Unsere Aktiven können diese Saison nun mit einigem Selbstbewusstsein ansteuern. Wir blicken den Jahreshöhepunkten und vor allem der Weltmeisterschaft aller olympischen Disziplinen in den ersten beiden August-Wochen im dänischen Aarhus optimistisch entgegen. Dort wollen wir die ersten Nationenqualifikationen für die Olympischen Spiele 2020 sicherstellen. Mit einer Mannschaft wie unserer jetzigen ist das eine schöne Herausforderung, auf die wir uns sehr freuen!“

Text: DSV

Fotos: Richard Langdon, Jesus Renedo/Sailing Energy

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