Aus ganz Deutschland zu den Gebirgsjägern

39 Jugendliche erhielten im Rahmen der Truppenbesuchstage der Karriereberatung Bad Reichenhall vom 26. bis 30. August einen Einblick in das Fähigkeitsprofil der Gebirgsjäger. Bewerberinnen und Bewerber im Alter von 16 bis 23 konnten sich in der Kaserne beim Gebirgsjägerbataillon 232 in Bischofswiesen und auf dem Berg praktisch der Frage stellen: Wie werde ich Gebirgsjäger?

Angekommen am Bahnhof in Traunstein ging es noch mit dem Bus in die Truppenunterkunft „Reichenhaller Haus“ auf der Winkelmoosalm. Nach einem Vortrag zur Gebirgsjägertruppe folgte am Abend eine Lageeinweisung und die Aufteilung auf die Stuben. Der nächste Tag startete um 6.15 Uhr mit einem „Antreten“, gefolgt von einer kurzen Einheit Frühsport. „Wir setzen auf das Erlebnis. Im Karriereberatungsbüro kann man natürlich erzählen, wie ein Panzer funktioniert oder was Kameradschaft ist. Aber sowas wirklich zu erleben, das ist wichtig“, erläutert Leutnant Andreas Andres von der Karriereberatung Bad Reichenhall. In der Jäger-Kaserne in der Strub erhielten die Teilnehmer anhand eines Stationskreislaufes die ersten Eindrücke von Waffen und Gerät. Drei Kompanien zeigten ihre umfangreiche Ausstattung von Fernmeldematerial über Aufklärungsgeräte bis hin zu schweren Waffen. „Besonders spannend fand ich natürlich die Waffen, vor allem die Präzisionswaffen“, erklärte ein Teilnehmer aus Niedertaufkirchen.

Trittsicher und schwindelfrei

Der darauffolgende Tag verlangte bereits viel Kraft, Geschick und Gleichgewicht. Zum Überwinden eines Geländehindernisses bewegten sich die Praktikanten über einen einfachen und doppelten Seilsteg im „Bärenhang“ und im „Kommandokraul“. Eine Station weiter konnten die Teilnehmer gleich das am Vortrag vorgestellte Material einsetzen. Mit einer kleinen Bergrettungsübung wurde schnell klar, wie viel Kraft das Bergen eines Verletzten in Anspruch nehmen kann. „So anstrengend hätte ich mir das nicht vorgestellt“, schilderte eine Schülerin. In der Kletterhalle konnten sich die Praktikanten darüber hinaus dem Gefühl der Höhe stellen und ihre eigenen Fähigkeiten überprüfen.

Das Fazit der Teilnehmer

Am Donnerstag folgte in Begleitung zweier Maultiere des Einsatz- und Ausbildungszentrums für Tragtierwesen 230 der Gebirgsjägerbrigade 23 aus Bad Reichenhall ein Bergmarsch auf das 1776 Meter hohe Dürrnbachhorn. Bevor es mit einem letzten Verwundetentransport wieder bergab ging, zog der 23-jährige Collin aus Trier sein Fazit: „Das war toll. Ich würde es auf jeden Fall jedem weiterempfehlen, der sich für die Bundeswehr interessiert.“ Der Vorteil an den Truppenbesuchstagen sei vor allem, dass diese „deutschlandweit in den Karriereberatungsbüros ausgeschrieben sind“, ergänzt Leutnant Andres. So konnte auch die 20-jährige Katharina aus Schleswig-Holstein einen Eindruck der Gebirgstruppe gewinnen: „Am besten fand ich es oben auf dem Berg. Den muss man ja erst einmal hochkommen. Und das war, vor allem, wenn man aus dem Norden kommt, wo gar keine Berge sind, gar nicht mal so einfach“.

Gipfelglück: Die Praktikanten präsentieren sich mit Gebirgsjägern auf dem Gipfel des Dürrnbachhorns.

Text: Marie-Luise Nagel, Gebirgsjägerbrigade 23

Fotos: Marie-Luise Nagel / Gebirgsjägerbrigade 23; Eckhard Michel / Gebirgsjägerbrigade 23

Post a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Top