Von Volker Schubert, Korrespondent Olympischer Spitzensport
Mit spitzensportlicher Disziplin, getragen vom Geiste militärischer Kameradschaft, brillierten Deutschlands Sportsoldaten bei den olympischen Winterspielen 2026 in den italienischen Hauptaustragungsorten Mailand und Cortina d‘Ampezzo mit herausragenden Weltklasseleistungen und beeindruckender Medaillenbilanz. Für ihren mutigen Wettkampfeinsatz und ihren unbedingten Leistungswillen, die deutschen Farben vor weltweitem Sportpublikum zu repräsentieren, wurde Deutschlands waffenrocktragende Schneesportelite zu Sommeranfang im Berliner Bendlerblock durch die Chefetage des Wehrressorts gewürdigt. Der Berliner Sportjournalist und Korrespondent Olympischer Spitzensport, Volker Schubert, begleitete den hochkarätigen Ehrenempfang als einziger öffentlich akkreditierter Medienvertreter exklusiv für Bundeswehr Sport-Magazin.

Der klassische Waffenrock der deutschen Streitkräfte gehört definitiv zur eher selten getragenen Haute Couture jener militärischen Antrete-Formation, die sich Mitte Juni unweit der Cella des Berliner Ehrenmals der Bundeswehr auf dem Appellplatz des ebenso traditionsreichen wie geschichtsträchtigen Bendlerblocks zum ministrablen Imagefoto auf der dortigen Freitreppe versammelte. Für 79 Armeesportler, die bei den Olympischen Winterspielen in 16 offiziellen Wintersportdisziplinen antraten, um auf alpinen Steilpisten, schwindelerregenden Sprung- schanzen, atemberaubenden Eisschnelllaufbahnen und in spektakulären Eiskanälen mit schnee- sportlichen Höchstleistungen zu performen, verkörperte der obligatorische Schnappschuss für die gefühlte olympiahistorische Ewigkeit nur den Auftakt zu einem würdevollen Empfang durch die Chefetage des sogenannten Zweiten Dienstsitzes des Bundesministeriums der Verteidigung.
Schneesport-Elite im Waffenrock ausgezeichnet
Dass der Berliner Bendlerblock in seiner zentralen wehrpolitischen Bedeutung der Bonner Hardthöhe seit zig Jahren längst den Rang abgelaufen hat, war auch in den funkelnden Augen der uniformierten Winterolympioniken abzulesen, die das Fotoshooting im „kleinen Diener“ – so der Dienstanzug ohne Leder-Koppel und schwarze Kampfstiefel im Bundeswehr-Sprech – mit sichtlicher Freude absolvierten. Minuten später, im Ehrensaal des Bendlerblocks, ging es dann deutlich pathetischer zu. Protokollarisch getaktet entrollte sich dort ein festlicher Olympiaempfang, als die uniformierten Olympioniken mit einer Mischung aus Stolz und Grazie in den Festsaal einrückten.

Wenige Augenblicke später mündete das Olympia-Zeremoniell für die medaillengeschmückten Sport- kameraden in eine Choreografie epischer Olympia-Rückblicke, ministerieller Würdigungen und der offiziellen Auszeichnung durch eine ebenso einmalige wie ikonische Olympia-Edition: einer mit Eisernem Kreuz und Bundesadler verzierten Sondermedaille; auf der Rückseite mit Olympiawidmung und Minister-Signe als Pistorius-Faksimile in der Gravur. Dass Deutschlands Militärathleten innerhalb der 188-köpfigen Olympia-Nationalmannschaft rund ein Drittel der nominierten Elitesportler stellten, fand dabei besondere Erwähnung.
Militärathleten erkämpfen 65 Prozent aller deutschen Olympiamedaillen
Größtes Lob erntete die herausragende Olympiabilanz der durch das Spitzensportkonzept des neuen Unterstützungskommandos geförderten Medaillenjäger, die in Norditaliens Austragungszentren Cortina d‘Ampezzo und Mailand 17 der insgesamt 26 Medaillen für Deutschland erstritten. Summa summarum 65 Prozent der olympischem Edelmetall-Ausbeute, die damit auf das Konto der militärischen Schnee- und Eissportelite ging. Gleich, ob in Gold, Silber oder Bronze, Augenblicke später rückte der knallharte Kampf um den halszierenden Olympiaschmuck nochmals ins Zentrum der ministeriellen Ehrungen.

Zur emotionalen Einstimmung führte eine mitreißend inszenierte Olympia-Retrospektive extrem schneller Schnittsequenzen durch die gesamte Bandbreite des jeweils mit Hochspannung geladenen Repertoires winterolympi- scher Disziplinvielfalt. Ein Zeitraffervideo, dessen Kameraauge nochmals im Expresstempo durch die Wettkampfarenen des Eiskunstlaufs und des Shorttracks in Mailand rauschte und dabei durch den blitzschnellen Alpinski-Zirkus und die atemberaubenden Eiskanäle der Skeleton- und Bob-Wettbewerbe in Cortina d‘Ampezzo zu rasen schien.
Für die sichtlich gerührten Militärolympioniken bündelten die geschickt zusammengesetzten Video- fetzen ein packendes Déjà-vu, dass die deutschen Gold-, Silber- und Bronzemedaillisten ebenso wie die Top-Platzierten im dramatischen Szenenwechsel mit epochaler Klanguntermalung erneut in die Schicksals- und Siegesmomente der italienischen Winterolympiade eintauchen ließ; als cineastische Sightseeing-Tour atmosphärisch verdichteter Gänsehaut-Momente, die tuchfühlend durch Olympias fantastische Eis- und Schneewelten rauschte. Am Ende eine filmische Reise in die atemberaubenden Sphären des Bobsports, des Rennrodelns und des Skeletons oder zum formvollendeten Eiskunstlauf, den kühnen Steilpisten es Alpinskis, zu den waghalsigen Skifliegern und zu den bis zum letzten Meter kämpfenden Skilangläufern und den Skijägern im spannungsgeladenen Biathlon, in der sich die 76 Olympioniken noch einmal schweiß- und stressfrei wiedererleben konnten.

Boris Pistorius: unfassbar stolz!
Auch Wehrressortchef Boris Pistorius – terminlich gebunden – ließ es sich nicht nehmen, die Glanzleistungen der militärisch geförderten Wintersportelite zu unterstreichen. In seiner Videogrußbotschaft erinnerte der Inhaber der Befehls- und Kommando- gewalt (IBUG) an seine ganz persönlichen Eindrücke und Impressionen, die Strahlkraft der Spiele und die großen Emotionen, die sein Olympia-Besuch im Februar 2026 mit noch immer präsenter Lebendigkeit bei ihm hinterlassen hätten. Es seien die beeindruckende Wettkampfatmosphäre, der kameradschaftliche Umgang der deutschen Wintersportler untereinander und der euphorische Jubel im Deutschen Haus, an die er mit großer Freude zurückdenke, so der IBUG mit Stolz in der Stimme. Deutschland habe in Italien „Sport auf höchstem Niveau erlebt“, so Pistorius.
In seiner Video-Botschaft den Olympioniken visuell zugewandt, garantierte der Verteidigungsminister, dass die Streitkräfte auch zukünftig ein Band fester Partnerschaft zu den Spitzenfachverbänden des nationalen Hochleistungs- sports knüpfen würden. Er sei „unfassbar stolz“, auf Deutschlands Wintersportsoldaten, so das Resümee seiner Laudatio.
Deutsches Winter-Märchen in Olympia-Italien
Wellen olympischer Begeisterung wusste auch Verteidigungsstaatsekretär Nils Hilmer bei seiner Laudatio zu entfachen: „Wir als Bundeswehr sind außerordentlich stolz auf das, was Sie leisten“, so der Spitzenbeamte in emphatischer Tonalität. Für ihn sei die Sportlerehrung definitiv der beste Termin „des Tages, der Woche, ja sogar des Monats“, so Hilmer die Bedeutung des traditionellen Olympiaempfangs im Bendlerblock auf den Punkt bringend. Womit Hilmer die enge geistige Verzahnung von militärischem Selbstverständnis und hochleistungssportlicher Exzellenz, getragen durch die in den 14 Sportfördergruppen realisierte Spitzensportförderung der Bundeswehr herausstellte.

Staatssekretär Hilmer: Sportsoldaten geben „Kraft und Orientierung“
Innerhalb dieses kooperativ gestalteten Umfeldes böte das Spitzensportkonzept der Streitkräfte nicht nur ideale Trainingsbedingungen, sondern bette die knapp 900 Sportsoldaten durch den dualen Ansatz auch in ein stabiles Fundament für ihre fortlaufende Sportler- und Berufskarriere, was letztlich der persönlichen Gesamtentwicklung diene. Die Zugehörigkeit zu den Sportfördergruppen schaffe damit langfristige Perspektiven, gebe soziale, sport- medizinische und finanzielle Sicherheit und ermögliche es somit, dass sich der einzelne Militärathlet voll und ganz auf seinen disziplinspezifischen Leistungssport und sein akademisches Studium konzentrieren könne. So wären es die vielen Jahre unnachgiebig harten Trainings im unermüdlichen Einsatz für die olympische Idee, die in Zeiten wachsender Orientierungslosigkeit, seelischen Halt, innere Beständigkeit und ein stabiles Wertegerüst verkörperten.
Militär-Guides für paralympische Medaillenbilanz gewürdigt
In diesem Kontext erfuhren sechs Bundeswehrathleten, die bei den Paralympischen Winterspielen als sogenannte „Guides“ blinde Para-Athleten etwa auf verschneiten Langlaufpisten zu sechs von insgesamt 17 deutschen Para-Medaillen führten, Hilmers beson- dere Würdigung; dass sei Sportsgeist in reinster Form. „Ich bin tief bewegt von dem, was Sie leisten“, so der Staatsekretär, der damit den dankbaren Blick für die enormen Leistungserfolge der militärischen Wintersportathleten weitete. „Sie sind Vorbilder für unsere gesamte Gesellschaft“, wie der Verteidigungsstaatssekretär lobend hervorhob.

Im gleichen Atemzug verwies der Spitzenbeamte auf die Integrationswirkung von Militärathleten, deren identitätsstiftende Strahlkraft auch nach Olympia weit über den Sport hinausreiche, so Hilmer. Anerkennende Schlussworte, die vor allem wegen ihrer plastischen Authentizität überzeugten, wie Jan Fiedler, Chef der Sportfördergruppe Sachsen im Bendlerblock gegenüber Bundeswehr Sport-Magazin unterstrich. Und so dürfte das Athleten- zeremoniell mit seinen facettenreichen Reflexionsmomenten weit mehr als ein feierlicher Akt gewesen sein. Neben Minuten des Innehaltens, des Rückblicks auf Erreichtes und den persönlichen Auszeichnungen durch die ministerielle Chefetage, schuf die Ehrung eine Atmosphäre neuer Motivation; am Ende ein würdevolles Auftanken für kommende Wettkampfziele – denn Spitzensport kennt keine Pause.
- Text und Fotos: Volker Schubert