Vom Eiskanal in den Himmel

Erholung für einen erfolgreichen Wintersportler 

Nach einer erfolgreichen Wintersaison hat sich Rennrodler Hauptgefreiter Toni Eggert etwas Erholung verdient. Gemeinsam mit seinem Doppelpartner Sascha Benecken fuhr er am 14. Januar 2012 seinen ersten Weltcup-Sieg auf seiner Hausbahn in thüringischen Oberhof ein. Am 10. Februar 2012 gewannen beide bei der Weltmeisterschaft in Altenberg/Sachsen die Silbermedaille im Doppel. Als Krönung der Saison erkämpften sie zwei Tage später Gold mit der Team-Staffel. Zeit für einen längeren Urlaub hat er noch nicht, denn kurz nach dem Eignungstest für die Feldwebellaufbahn tritt der Sportsoldat der Bundeswehr Anfang April zum Lehrgang für Feldwebelanwärter in Hannover an.Dem 23-jährigen aus Ilsenburg im Harz wurde das Rodeln sozusagen in die Wiege gelegt. Schon sein Opa und sein Vater waren erfolgreiche Doppelsitzer-Piloten. Im Juniorenbereich war Toni Eggert schon erfolgreich, bevor er im Weltcup mitfuhr. Nicht immer lief alles perfekt. Die guten Trainingsleistungen konnte er im Wettkampf nicht immer umsetzen. Erfolgreich arbeitete er mit einem Mentaltrainer um die Defizite zu beseitigen. Trainer und Betreuer staunten – nervenstark bestritt das Duo nun seine Wettkämpfe mit Erfolg.  Die einzelnen Läufe bedeuten eine große Belastung für Körper und Geist. „Nach dem Rennen steigt man vom Schlitten und fühlt sich wie nach einem 1000-Meter-Lauf, “ beschreibt er die rasante Fahrt durch den Eiskanal.

Entspannung findet der junge Mann bei seinem Hobby – Fliegen. Auf dem Schlitten hat er es schon ins „Cockpit“ geschafft. In seiner Freizeit beschäftigte er sich mit Modellflug. Schon als kleiner Junge wollte er Pilot werden. Seit Juni 2011 hat er den Flugschein für Ultraleichtflugzeuge in der Tasche. Auch bei der Erfüllung seines Traumes legte Eggert Höchstgeschwindigkeit vor. Gleich beim ersten „Schnuppertreffen“ mit  dem Fluglehrer in Crawinkel am Rande des Thüringer Waldes hatte er seine erste Flugstunde. Innerhalb von zwei Monaten absolvierte er alle notwenigen Theorie- und Flugstunden.  „Beim Fliegen kann man herrlich abschalten, Du setzt Dich rein und es geht Dir gut,“ schwärmt der Pilot. Fliegen und Rodeln haben einige Gemeinsamkeiten: Geschwindigkeit, vorausschauendes Denken, Gefühl im „Hintern“ und Verständnis für Material und Technik. „Beim Rodeln steht man unter Druck, man hat ein Rennfeeling. Beim Fliegen fällt alles von einem ab.“

Vor zwei Wochen wurde sein Wunsch vom eigenen Flugzeug wahr. Auch hier überlässt er nichts dem Zufall und legt, wie bei seinem Schlitten, selbst Hand an. Der Schlitten wird vor jedem Rennen selbst präpariert und am Flugzeug wird getüftelt. Schon nach zwei Tagen ließ Toni Eggert die Sitze neu beziehen und plant weitere Verbesserungen. Er genießt es, die Welt von oben zu betrachten. Gern fliegt der gebürtige Suhler nach Hause zu seinen Eltern in den Harz. Ein bevorzugtes Fluggebiet hat er nicht –  „Es gibt viele schöne Flecken.“ Seine Landung findet er noch nicht perfekt, daran arbeitet er.

Mit seinem Rodelpartner Sascha plant er im Sommer nach Spanien zu fliegen. Irgendwann möchte er mit seinem Flugzeug nach Amerika. Dafür fehlt ihm noch das englische Sprechfunkzeugnis. Das wird im Laufe des Sommers abgelegt. Aber Fliegen soll nicht nur ein Hobby bleiben. Eine Ausbildung zum Piloten würde ihn nach seiner sportlichen Karriere reizen.  Aber vorher fährt der Sportsoldat hoffentlich noch viele Erfolge als Pilot im Eiskanal ein.

Autorin: Kathrin Möbius, Pressestelle WBK III
Fotos: Tino Arnold, Pressestelle WBK III

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