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Meisterschaft verloren, Titel gewonnen

Filed in Allgemein, Motorsport by on 27. November 2013 0 Comments • views: 55
In der zweiten Startgruppe war Mario Merten stets vorne mit dabei.

In der zweiten Startgruppe war Mario Merten stets vorne mit dabei.

Alle Mitglieder des Bonk-Motorsport-Teams hatten sich hinter, ja teilweise sogar auf dem Zaun versammelt, der die Boxengasse des Nürburgrings von der Start-Ziel-Geraden trennt. Sie starrten wie gebannt auf die Ziellinie, die von den noch im Rennen verbliebenen Teilnehmern des 38. DMV Münsterlandpokals, dem letzten Lauf zur Nürburgring-Langstreckenmeisterschaft 2013, überquert wurde. Mit einem Aufschrei und Jubel begrüßten sie Hauptfeldwebel Mario Merten, als dieser das Rennen als Klassensieger beendete. Es war ein Ergebnis nach Maß, denn damit gewannen Merten und das Bonk-Team auch den Opel Astra-C-Cup. Alexander Mies, der mit dem BMW M3 GT4 von Bonk-Motorsport die VLN-Junior-Trophäe gewann, komplettierte den Erfolg des Teams.

Der rot-weiße Frikadelli-Porsche gewann die Speed-Trophäe.

Der rot-weiße Frikadelli-Porsche gewann die Speed-Trophäe.

Für die Truppe aus Münster lagen Triumph und Tragik in diesem Jahr dicht beieinander, war doch ihr langjähriger Fahrer Wolf Silvester, der 2006 und 2010 zusammen mit Merten die VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring gewonnen hatte, während des dritten Laufs am Steuer des Opel Astra OPC infolge gesundheitlicher Probleme verstorben. Mit den Worten: „Der Titel ist für Wolf“, widmete Teamchef Michael Bonk den Triumph seinem verstorbenen Fahrer. Aber auch für das gesamte Team fand er passende Worte: „Diese Erfolge sind nur mit einem sehr gut funktionierenden Team möglich. Vorbereitung, Boxenstopps und Rennstrategie machen sich nicht von alleine. Und auch die vielen helfenden Hände, die sich um das Drumherum, wie die Verpflegung und Gästebetreuung kümmern sind wichtig für diesen Erfolg.“

In den letzten Rennen unterstützte Jürgen Nett das Team.

In den letzten Rennen unterstützte Jürgen Nett das Team.

Der Gewinn des Opel Astra-C-Cups tröstet Merten natürlich über die verpassten Meisterschaftschancen in der Langstreckenmeisterschaft. Drei Ausfälle warfen ihn in diesem Klassement aussichtlos zurück. So konnten die Brüder Tim und Dirk Groneck als neue Titelträger feiern lassen konnten. Ihnen reichte mit ihrem Renault Clio ein vierter Rang in der CUP-3-Klasse, um das Championat für sich zu entscheiden.

Zuvor hatten es die neuen Meister im letzten Rennen allerdings mehr als spannend gemacht: Nach ca. 1 ½ Rennstunden war es beim Überrunden zu einer Kollision zwischen dem Clio und einem BMW im Streckenabschnitt Hatzenbach gekommen. Mit demolierter Frontpartie rollte der Renault an die Box. Dort wurde heftig improvisiert, der Clio mit reichlich Klebeband versehen und wieder fahrfertig gemacht. Schon auf dem Grand-Prix-Kurs stellte sich heraus, dass das hintere linke Rad immer noch an der Karosserie schleifte. Ein weiterer Stopp war erforderlich, bei dem auch dieses Problem behelfsmäßig gelöst werden konnte. Auf Rang sieben in der Klasse reihten sich die Gebrüder Groneck wieder in das Renngeschehen ein. Das aber war zu wenig für den Titel, denn ihre schärfsten Konkurrenten Georg Weiss, Oliver Kainz und Michael Jacobs waren im Porsche 911 GT3 R des Wochenspiegel Team Manthey bei den VLN-Specials bis 4.000 ccm Hubraum souverän auf dem Weg zu ihrem fünften Klassensieg der Saison.

In einem spannenden Finale sicherten sich die Gronecks im Renault Clio den Meistertitel.

In einem spannenden Finale sicherten sich die Gronecks im Renault Clio den Meistertitel.

Mit ihrem Clio kämpften sich die Brüder Groneck über die Distanz, konnten zwei Konkurrenten überholen und profitierten vom Ausfall eines weiteren. Dabei stand über allem stets die bange Frage, ob der eigene Wagen durchhalten würde. Er hielt und machte die beiden Amateure zu den VLN-Meistern des Jahres 2013. Dirk und Tim Groneck können auf mehr als 20 Jahre Erfahrung im Motorsport zurückblicken, vorrangig im Kart-Sport. Erst 2008 begannen sie ihr Engagement auf der Rundstrecke. „Das ist einfach der Wahnsinn“, freute sich Tim. „Wir sind waschechte Hobbypiloten und fahren einfach nur aus Spaß am Motorsport. Jetzt sind wir Meister – mir fehlen fast die Worte.“

In der Meisterschaft war der Wochenspiegel-Porsche besser als das gelbe Schwesterauto.

In der Meisterschaft war der Wochenspiegel-Porsche besser als das gelbe Schwesterauto.

Weitere Titelträger des Jahres sind Rolf Derscheid und Michael Flehmer, die sich mit ihrem BMW 325i die VLN-Produktionswagen-Trophäe sicherten. Die VLN-Speed-Trophäe, mit der die erfolgreichsten Teilnehmer in der Gesamtwertung ausgezeichnet werden, geht an die Frikadelli-Truppe um Klaus Abbelen, der zusammen mit Sabine Schmitz, Patrick Huisman und Henri Moser auf einem Porsche 911 GT3 R auf Rang zwei ins Ziel kam und sich damit den fünften Podestplatz der Saison sicherte.

So ging wieder einmal eine erfolgreiche Saison für die Veranstaltergemeinschaft Langstreckenmeisterschaft Nürburgring zu Ende. Alle neun Läufe, das Auftaktrennen war aufgrund winterlichen Wetters ausgefallen, wurden durch deutsche Hersteller gewonnen (Audi 4 Siege, Porsche und BMW je 2 Siege, Mercedes 1 Sieg). Die Leistungsdichte und auch die immer schnelleren Rundenzeiten zeigten, auf welch hohem fahrerischen und technischem Niveau bei diesen Rennen mittlerweile gekämpft wird. Trotzdem wurde die Serie ihrer Breitensportfunktion gerecht, wie die Entscheidung um den Meistertitel und um die sonstigen Trophäen belegen.

Der VLN-Terminkalender für die Saison 2014 steht bereits. Bleibt zu hoffen, dass die anstehenden Entscheidungen um den Verkauf des Nürburgring dessen Umsetzung auch zulassen.

Text & Bilder: Matthias Behrndt

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