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Frei wie ein Vogel im Wind

Filed in Allgemein, Segelflug by on 28. Mai 2015 0 Comments • views: 164
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Unsere neuen Sportsoldaten (v.l.): Markus Uhlig, Robin Diesterweg, Joshua Arntz und Robin Sittmann.

Neustart für die Sportförderung der Bundeswehr im Segelflug: In Kooperation mit dem Landesleistungszentrum Segelflug beim Aero-Club Saar in Marpingen beginnt für vier der größten Talente in dieser Sportart die intensivste Trainingsphase ihrer bisherigen sportlichen Laufbahn. Zwischen 300 und 500 Flugstunden absolvieren die Sportsoldaten in diesem Jahr und erreichen damit einen Ausbildungserfolg, für den sonst fünf bis sieben Jahre notwendig wären.

„Es ist die ursprünglichste Form des Fliegens, deshalb bin ich fasziniert vom Segelflug. Er ist mein Leben“, beschreibt Joshua Arntz mit leuchtenden Augen seine Passion. Sein Vater nahm ihn schon als Kind zum Fliegen mit. Mit 14 begann er allein über dem Flugplatz zu kreisen, doch erst mit dem Erhalt des Flugscheins nach Vollendung des 16. Lebensjahres darf vom Platz weg Strecke geflogen werden. Gemeinsam mit seinem Vater besitzt der 19-jährige Braunschweiger ein eigenes Flugzeug. „Dafür habe ich seit dem sechsten Lebensjahr gespart“, erzählt er und macht dabei nicht den Eindruck, als habe er deshalb in der Kindheit irgendetwas vermisst. Von seiner Zeit als Sportsoldat erhofft sich Schütze Arntz, der für seinen Heimatverein Aero-Club Braunschweig in der Bundesliga fliegt, eine deutliche Leistungssteigerung. „Aber leider ist mit dem Segelfliegen kein Geld zu verdienen“, bedauert er. Daher will er nach seiner Zeit bei der Bundeswehr Maschinenbau studieren und dann ins Arbeitsleben einsteigen.

Optimale Trainingsbedingungen

Ähnlich planen seine drei Kameraden, die mit ihm im Januar den Dienst in Hannover zur sechswöchigen Grundausbildung antraten. Anschließend kamen sie zur Sportfördergruppe Mainz. Untergebracht sind die vier Sportsoldaten wegen der räumlichen Nähe zu Marpingen beim Fallschirmjägerbataillon 261 in Lebach. Dort hat sie Oberstabsfeldwebel Martin Hammer, selbst begeisterter Freizeitpilot, unter seine Fittiche genommen. „Hier passt einfach alles zusammen“, so die einhellige Meinung der vier jungen Segelflieger. Der bisher erfolgreichste unter ihnen ist Robin Diesterweg. Der 20-jährige Trierer war 2014 Dritter bei den Deutschen Meisterschaften der Junioren und hat bereits die Qualifikation für die Junioren-Weltmeisterschaft Anfang Dezember in Australien in der Tasche. Die hat Robin Sittmann knapp verpasst. Der 19-Jährige aus Langenlonsheim in Rheinhessen ist aber erster Nachrücker, falls jemand ausfällt. Vierter und mit 18 Jahren jüngster im Bunde ist Markus Uhlig. Der Chemnitzer ist für den Fliegerclub Grossrückerswalde im Erzgebirge aktiv und erfolgreich, sodass ihm sein Verein für dieses Jahr ein Flugzeug zur Verfügung stellte.

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Robin Diesterweg ist für die WM in Australien qualifiziert.

Thermik ist das Zauberwort der Segelflieger

Trainiert werden die vier Talente von Markus Barrois. Der 38-jährige Verkehrspilot fliegt eine Boeing 747 und zählt zu den besten Segelfliegern Deutschlands. Wann immer es sein Beruf zulässt, kümmert er sich um die Sportsoldaten. Die Trainings- und Wettkampfpläne sind bereits für das komplette Jahr erstellt. Im März ging es zur mehrwöchigen Gebirgsflugeinweisung ins südfranzösische Puimoisson. Anschließend wurde in Marpingen trainiert, bevor es zu den ersten Wettkämpfen kam. Worauf kommt es beim Wettkampf an? Wie wird gewertet? Markus Uhlig sagt es mit einfachen Worten: „Man muss in einer bestimmten Zeit eine möglichst lange Strecke zurücklegen.“ Hört sich einfacher an, als es ist – ohne Motor. „Um Strecke zu machen, musst man zunächst Höhe gewinnen. Dazu braucht es Thermik, also aufsteigende Warmluft. Die Kunst liegt darin, Wolkenformationen zu erkennen, die die beste Thermik versprechen. Ist der Himmel wolkenlos, bieten Bodenformationen wie Waldstücke, Heideflächen oder bebautes Gelände aufsteigende Warmluft“, erklärt Joshua Arntz.

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In 20 Minuten ist ein Segelflugzeug startklar.

Quelle: Landeskommando Rheinland-Pfalz

Text: Rudi Meiszies

Fotos: Pascal Rojahn

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