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Einmal Gold und zweimal Bronze bei den Olympischen Spielen des Militärs für die Fallschirmspringer

Filed in Allgemein, Fallschirmspringen, Militärische Wettkampfe, Spitzensport by on 21. Oktober 2015 0 Comments • views: 38

Nach 4 Jahren Vorbereitung, intensivem Training, viel Schweiß und Tränen für die 6. Military World Games, war es für die Sportsoldaten der Sportfördergruppe Bw Altenstadt, vom 28.09 – 13.10.15 endlich soweit ihr Können in Korea unter Beweis zu stellen. Die Military World Games werden ähnlich wie die Olympischen Spiele nur alle 4 Jahre ausgetragen, neben den sechs Militärsportarten, darunter Fallschirmspringen, waren insgesamt 24 verschiedene Sportarten vertreten. Insgesamt über 8.000 Athleten und Funktionäre nahmen an diesen Militär-Weltspielen teil, die einer Mammutveranstaltung glich und von Anfang bis Ende sehr gut durch die südkoreanische Armee organisiert war.

Die deutsche Delegation, welche aus knapp 300 Teilnehmern bestand, reiste am 29.09. geschlossen mit zwei Linienmaschinen der Luftwaffe nach Korea, um dort, in drei verschiedenen Athletendörfer untergebracht, an den Wettkämpfen teilzunehmen. Die deutschen Farben im Fallschirmsport wurden durch eine Herrenmannschaft (Hauptfeldwebel Stefan Wiesner, Hauptfeldwebel Wolfgang Lehner, Oberfeldwebel Elischa Weber, Feldwebel Christian Kautzmann und Feldwebel Daniel Born), eine Damenmannschaft  (Feldwebel Katharina Nagel, Feldwebel Evangelina Warich, Feldwebel Fabienne Fulland und Unteroffizier (FA) Ripphausen), einem Schiedsrichter (Stabsfeldwebel Oliver Vent), einem Trainer (Hauptfeldwebel Sascha Lasotta) und einem Unterstützungsfunktionär (Oberstabsfeldwebel d.R. Thomas Eimer vertreten, alles Mitglieder der SportFördGrp Bw Altenstadt. Unteroffizier (FA) Roland Stamm reiste als Kameramann im Formationsspringen für die Damenmannschaft mit.

Am ersten Tag in Korea hieß es erstmal für die Fallschirmspringer aus Altenstadt das Wettkampfgelände in der Hafenstadt Pohang kennen zu lernen und sich mit der Umgebung und den Bedingungen vertraut zu machen. Nach dem ersten Trainingssprung aus dem militärischen Helikopter (Blackhawk) der südkoreanischen Armee war schnell klar, dass die Wetter – und Windverhältnisse an diesem Platz nicht einfach werden würden für die vor Ort ausgetragenen Disziplinen (Ziel-, Stil- und Formationsspringen).

Der erste Wettkampftag begann gleich mit einem herben Tiefschlag für die deutschen Athletinnen, aufgrund eines technischen Defekts an der Kamera beim Formationsspringen und dem Endergebnis von 0 Pkt. war die erhoffte Medaillenchance im Rw von Anfang an begraben. Jetzt hieß für die Damen den Kopf nicht in den Sand zu stecken und weiterzukämpfen. Bei den Herren gelang der Start in allen drei Disziplinen wie geplant.

Die kommenden Wettkampftage waren mit weiteren Höhen und Tiefen geprägt. Beispielgebend dafür waren die beiden maximalen Ergebnisse von Oberfeldwebel Elischa Weber im Zielspringen in Runde drei und vier. Denn damit war ein Kampf um eine Mannschaftszielsprung – Medaille in einem sehr starken Teilnehmerfeld von über 30 Nationen begraben. Ein Lichtblick hingegen war das Weiterkommen von Hauptfeldwebel Stefan Wiesner und Oberfeldwebel Elischa Weber in das Finale im Stilspringen mit Medaillenhoffnungen. Die Damen zeigten großen Sportgeist nach dem Niederschlag am ersten Tag und präsentierten sich gerade im Zielspringen, bei sehr schweren Bedingungen, von einer sehr guten Seite. Bis Runde 6 waren Feldwebel Fulland und Feldwebel Nagel auf dem Weg zu einer Top – 6 Platzierung im Einzelzielspringen, aber auch sie mussten sich dem böigen und sehr starken Wind geschlagen geben. Zum Schluss erzielte die Damenmannschaft mit nur 4 Teilnehmerinnen ein respektables Mannschaftsergebnis im Zielspringen, in dem sie das Halbfinale erreichten. Auch im Formationsspringen kämpften die vier Sportsoldatinnen und Unteroffizier (FA) Roland Stamm weiter und zeigten ihren Konkurrentinnen mit kontrollierten und schnellen Sprüngen, dass sie auf jeden Fall das Potential gehabt hätten, um in den Medaillenrängen ein Wörtchen mit zu reden. Am Ende reichte es für die Damenmannschaft im Formationsspringen leider nur für den 8ten Platz, aufgrund der 0 Punkte zu Beginn.

Die Zielbedingungen waren jeden Tag sehr anspruchsvoll und deshalb wurde der Wettkampf an den meisten Tagen bereits um 6:40 Uhr begonnen. Die Herren kämpften sich im Zielspringen von Runde zu Runde weiter nach vorne. Abschließend reichte es nur für den Einzug in das Halbfinale und Platz 9 in der Mannschaftswertung im Zielspringen. Weltmeister in der Kategorie Mannschaftszielspringen wurde die Equipe aus Weißrussland vor Italien und Russland. Aber mit dieser Leistung sicherten sie sich eine gute Ausgangsposition für eine Kombinationsmedaille. Des Weiteren gelang  der Herrenmannschaft ein Geniestreich im Formationsspringen, mit dem keiner wirklich gerechnet hat. Neben den beiden Erstplatzierten Profiteams aus Belgien (206 Pkt.) und Katar (180 Pkt.), waren es die deutschen Herren, die mit sehr schnellen und vor allem fehlerfreien Sprüngen sich die Bronzemedaille im Formationsspringen (175 Pkt. aus 6 Runden) sicherten und die Konkurrenz aus Spanien und Tschechien auf die hinteren Plätze verwiesen. Für die weitere Möglichkeit einer Mannschaftskombinationsmedaille sorgten Hauptfeldwebel Wiesner und Oberfeldwebel Weber mit ihren sehr guten Resultaten im Stilspringen. Nach drei Runden stand der Gewinner, Hauptfeldwebel Stefan Wiesner, in einem Herzschlagfinale fest und verwies die beiden Athleten aus Tschechien und Russland auf die Plätze zwei und drei. Oberfeldwebel Weber, Militär-Weltmeister im Stilspringen von 2014, musste sich mit dem vierten Platz zufrieden geben und schrammte mit nur 0,08 Sek. an der Bronzemedaille vorbei. Für Hauptfeldwebel Wiesner war es der ersehnte Weltmeistertitel im Stilspringen, der ihm noch in seinem Trophäenschrank gefehlt hat. Nach unzähligen Holzmedaillen auf den vergangenen Großereignissen der letzten 3 Jahre, war dies das größte Geschenk, dass sich Stefan Wiesner selber machen konnte.

Am letzten Wettbewerbstag kam es wie es sich die deutschen Herren erhofft hatten, sie erkämpften sich die Möglichkeit eine weitere Medaille in der Mannschaftskombination zu gewinnen. Dazu mussten sie in einem Stechsprung im Zielspringen gegen den frisch gebackenen Weltmeister aus Weißrussland antreten. Nach dem ersten Stechsprung hieß es für beide Teams erneut den Fallschirm  packen und noch einen Tiebreak-Jump absolvieren, denn beide Mannschaften erzielten im ersten Stechsprung ein Gesamtergebnis von 2cm. Im zweiten Sprung legten die weißrussischen Athleten vor und erzielten erneut ein Mannschaftsergebnis von zwei Zentimetern. Danach waren die deutschen Herren an der Reihe und bis zum letzten deutschen Springer war wieder einmal alles offen. Leider musste der erfahrenste Mann aus den deutschen Reihen, Stefan Wiesner, dem böigen Wind Tribut zollen und erzielte das Höchstergebnis. Aber gegen den neuen Militär-Weltmeister im Zielspringen, darf man im ZWEITEN Stechsprung schon einmal verlieren und die Sportsoldaten haben bewiesen, dass sie auch nach Niederlagen weiter kämpfen. Am Ende müssen sich die Männer mit Platz vier in der Mannschaftskombination begnügen. Lobend zu erwähnen ist die Leistung von WM-Neuling Feldwebel Daniel Born, der in seinen ersten beiden Stechsprüngen seines Lebens bei einer Weltmeisterschaft zweimal in Folge das Bestergebnis von 0cm sprang.

Grund zum Jubeln gab es für Hauptfeldwebel Stefan Wiesner aber dennoch. Am Ende reichten seine guten Einzelzielleistungen im Zielspringen und seine hervorragendes Ergebnis im Stilspringen noch für die Bronzemedaille in der Einzelkombinationswertung. Nur zwei Athleten aus Russland und Tschechien waren in der Gesamtabrechnung noch besser als Wiesner.

Für die Sportsoldaten der Sportfördergruppe Bw Altenstadt waren diese 6. Military World Games in Korea eine emotionale Achterbahnfahrt mit vielen Tiefschlägen, aber auch sehr erfolgreichen Momenten. Mit einer Gold – und zwei Bronzemedaille fanden die Sportler einen versöhnlichen Abschluss mit diesem Wettbewerb und sind jetzt noch motivierter und erfolgssuchender als je zu vor. Denn 2019 werden die kommenden Militärweltspiele in China ausgetragen und nun gilt es in den kommenden vier Jahren sich bestens auf diesen Höhepunkt vorzubereiten.

Text: Sascha Lasotta
Fotos: Carsten Thiel

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