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Hagelunterbrechung beim 24-Stunden-Rennen

Filed in Allgemein, Motorsport by on 10. Juni 2016 0 Comments • views: 168

Jahr für Jahr ist das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring der Saisonhöhepunkt für Fans und Aktive, wenn es um Motorsport auf der schwierigsten Rennstrecke der Welt geht. Gefahren wird eine 25,378 Kilometer lange Kombination aus Grand-Prix-Strecke und Nordschleife. Über den Winter waren dort Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit umgesetzt worden. Der rund 500 Meter lange Abschnitt zwischen Quiddelbacher Höhe und Flugplatz wurde komplett erneuert, Bodenwellen geebnet und die Fahrbahn mit neuem Asphalt präpariert sowie an mehreren Stellen neue FIA-Zäune und Zuschauer-Rückhaltezäune errichtet. Die Tempolimits aus dem Jahr 2015 zwischen Quiddelbacher Höhe und Flugplatz sowie auf der Döttinger Höhe konnten deswegen wieder aufgehoben werden.
Seit 2014 wird im Vorfeld des Langstreckenmarathons, im Rahmen einer zweitägigen Veranstaltung, ein sechsstündiges Qualifikationsrennen abgehalten. Bereits bei diesem Event im April stellte ein Hagelschauer die Teilnehmer auf die Probe. Ein Eingreifen der Rennleitung war aber nicht erforderlich. In dem ereignisreichen Rennen gab es 14 Führungswechsel mit sechs unterschiedlichen Marken an der Spitze. Am Ende machten zwei Mercedes-AMG GT3 den Sieg unter sich aus. HTP Motorsport ging mit Maximilian Buhk, Christian Vietoris, Thomas Jäger und Dominik Baumann als Sieger durchs Ziel. Zweite wurden die Markenkollegen des Haribo Racing Teams – AMG mit Uwe Alzen, Lance David Arnold, Maximilian Götz und Jan Seyffarth. Trotz einer falschen Reifenwahl am Beginn des Rennens fuhren die Trainingsschnellsten Alexander Sims, Philipp Eng und Maxime Martin im ROWE-BMW M6 GT3 auf den dritten Podest-Platz. Der beste Audi kam als Neunter ins Ziel.

Die Vorzeichen für das am Fronleichnams-Wochenende ausgetragene 24-Stunden-Rennen sahen für die Mercedes-Teams also gut aus. Diese bestätigten die AMG GT3 Boliden auch während der Trainingssitzungen. Die Pole Position wurde am Freitagabend im Top-30-Qualifying bei wechselhaften Bedingungen ausgefahren, die ihren Tribut forderten. Schon in der Aufwärmrunde flog Kevin Estre mit dem von Manthey Racing eingesetzten Werks-Porsche 911 GT3 R in die Leitplanken und beschädigte die Heckpartie des Wagens. Maro Engel vom AMG-Team Black Falcon kam mit seinem Mercedes AMG GT3 bei diesen Bedingungen am besten zurecht und sicherte sich in 8:14,515 Minuten die prestigeträchtige Pole-Position.

Nachdem am Renntag zunächst die beiden Läufe der World Touring Car Championship (WTCC) über jeweils drei Runden ausgetragen wurden, die Jose-Maria Lopez im Citroen für sich entschied, wurde das Feld von 158 Teilnehmern auf die Reise geschickt. Doch bereits fünf Minuten nach dem Start gab es eine Gewitterwarnung, die bereits kurze Zeit später den Rennbetrieb unmöglich machte. Was mit schweren Regenfällen und daraus resultierendem Aquaplaning im Bereich Aremberg begann und für zahlreiche Abflüge sorgte, wurde kurze Zeit später durch einsetzenden Hagel weiter erschwert. Glücklicherweise gab es trotz der vielen Zwischenfälle keine Verletzten. Dennoch stoppte Rennleiter Walter Hornung nur 50 Minuten nach dem Start das gesamte Feld mit der roten Flagge. Bei diesen Bedingungen war das die richtige Entscheidung.

Wegen des anhaltenden starken Regens wurde das Feld nach dreistündiger Pause zunächst für drei Einführungsrunden auf die Reise geschickt, ehe der Neustart erfolgte. Es entwickelte sich wieder ein Kampf der Mercedes-Teams. Während die Konkurrenz von Audi, BMW und Porsche schon diverse Rückschläge erfahren hatte, lagen am Morgen vier Mercedes AMG GT3 in Front. Bitter wurde es für die lange Zeit führende Haribo-Mannschaft um Alzen/Arnold/Götz/Seyffarth, die ihre Führung aufgrund einer Zeitstrafe wegen Überholens unter gelber Flagge verlor und am Ende als Dritter aufs Podium fuhr. Den Sieg machten die Mercedes-Teams von Black Falcon und HTP-Motorsport unter sich aus. Eingangs der letzten Runde führte HTP noch, doch beim Anbremsen der Bit-Kurve setzte sich Black Falcon-Schlussfahrer Maro Engel mit einem recht harten Manöver an die Spitze und verhalf seinem Team so zum Gesamtsieg. Ein Protest des HTP-Teams wurde seitens der Rennleitung geprüft, dann aber abgewiesen. So gewann das Black Falcon-Team mit Schneider, Engel, Christodoulou und Metzger vor Vietoris, Seefried, Hohenadel, Van der Zande von HTP und dem Haribo-Mercedes mit Alzen, Arnold, Götz und Seyffarth. Insgesamt landeten fünf Mercedes in den Top-10 des Gesamtklassements, bester Nicht-Mercedes war der ROWE-BMW von Sims/Eng/Martin/Werner auf Platz fünf.

Der mittlerweile zum Stabsfeldwebel beförderte Mario Merten, 2012 noch Klassensieger beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring, ging in diesem Jahr nicht an den Start. Er hatte sich vor der Saison mit seinem Team Bonk Motorsport nicht auf für ihn akzeptable Rahmenbedingungen einigen können. Dies geschah einvernehmlich, so dass eine künftige weitere Zusammenarbeit durchaus möglich ist.

Text und Fotos: Matthias Behrndt

 

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