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Kanu-Wildwasser-WM 2016 in Banja Luka auf dem Vrbas

Filed in Allgemein, Kanusport, Spitzensport by on 14. Juni 2016 0 Comments • views: 25

Vom 01. bis 05. Juni 2016 fand auf dem Vrbas in Banja Luka (BIH) die Kanu-Wildwasser-Weltmeisterschaft statt. Mit dabei die Sportsoldaten Unteroffizier Tobias Bong, Hauptgefreiter Tobias Trzoska und Hauptgefreiter René Brücker der Sportfördergruppe Köln. Darüber hinaus war auch der Offizier Oberleutnant, Normen Weber vom Artillerielehrbattailon 345 in Idar-Oberstein für die WM nominiert und freigestellt worden.

Die Sportler trainierten auf dem Vrbas vom 27. Mai bis zum Rennbeginn am 02. Juni mit den Rennen über die klassische Distanz. Bereits zum fünften Mal sind die deutschen Sportler auf diesem Fluss jetzt aktiv. Im letzten Jahr fand die Europameisterschaft auf dem Vrbas statt. Auch hier berichteten wir bereits von genannten Soldaten mit erfolgreichem Hintergrund. In diesem WM Jahr nun umfasste das deutsche Team 15 Sportler und 5 Betreuer. Vor allem der Physiotherapeut hatte immer allerhand über die Tage zu kneten und die Sportler auch psychisch voll und ganz auf die bevorstehenden Wettkämpfe vorzubereiten.

Die Sportler starten in verschiedenen Kategorien. Tobias Bong startet im Kajak Einer. In diesem Boot sitzt er und paddelt mit einem Doppelpaddel. Bereits die Inuits haben diese Bootsform bei der Jagd eingesetzt. Der Einer-Canadier dagegen stammt von den Indianern ab. Normen Weber beherrscht diesen perfekt. Er wird kniend und nur mit einem Stechpaddel gefahren. Anspruchsvoll zu fahren, da nur auf einer Seite gepaddelt wird. Diese Bootsform gibt es auch im Zweier-Canadier. Diese wird von Tobis Trzoska und René Brücker, sowie Normen Weber ausgeübt. Normen Weber wird also auf dieser WM mit einer Doppelbelastung an den Start gehen. Einmal zusammen mit René Brücker in einem Boot und dann alleine im Einer-Canadier.

An ersten Tag der WM wurden die Einzelrennen über ca. 15 Minuten ausgetragen. An zweiten Tag  wurden die Teamrennen ausgetragen, jeweils 3 Boote gehen zusammen an den Start. Am dritten Wettkampftag gab es die Sprintmedaillen zu gewinnen über eine Distanz im wilden Wasser von knapp 400 Meter. Am darauffolgenden Tag wurden die Teamrennen über diese Distanz durchgeführt und die WM im Anschluss beendet und die Flagge an die Franzosen übergeben. In 2017 findet in Pau (FRA) die nächste Weltmeisterschaft statt.

Im ersten Rennen der WM zeigte der Offizier Weber im Einer-Canadier seine Stärken. Er fuhr im oberen Streckenteil verhalten los und steigerte sich umso näher er dem Ziel kam. Am Ende reichte es für den Vize-Weltmeister hinter dem Seriensieger und Dauerrivalen Mlihram (CRO). Das Podest komplettierte auf Platz drei der Tscheche Rolenc, der im Ziel sechs Sekunden hinter Weber lag.

Sportsoldat Tobias Bong wollte im Kajak Einer den Titel über diese Distanz gewinnen. Im Rennverlauf zeichnete sich ein Vierkampf um dieses obere Podest ab. Dem Endspurt des Belgiers Richard auf den letzten drei Minuten der Strecke konnte allerdings auch Tobias Bong nicht folgen. Für ihn sprang dann ebenso der Vize-Weltmeister heraus. Hier landete Pete (FRA) auf Platz 3.

Im Zweier-Canadier fuhr Sportsoldat Tobias Trzoska mit seinem Partner Maik Schmitz zusammen. Das ausgegebene Ziel war klar. Es sollte in diesem Jahr zu einer Medaille reichen. Allerdings begannen die anderen Zweier-Canadier das Rennen schneller und legten somit in den Zwischenzeiten anspruchsvolle Zeiten für die psychische Verfassung vor. Hauptgefreiter Trzoska gab mit seinem Partner auf den letzten Metern alles und sie fuhren knapp an die führenden C2 heran. Dennoch reichte es am Ende nur zu Platz 7. Etwas enttäuscht aber in der Gewissheit alles gegeben zu haben, bereiteten sie sich auf die nächsten Wettkämpfe mit ihren anderen Teambooten vor. Dort fuhr auch Sportsoldat René Brücker mit. Er fährt zusammen mit Normen Weber zusammen und landete im Klassik eine Position hinter Tobias Trzoska.

Im Teamrennen an Tag 2 konnten diese beiden Boote das dritte Boot auf die Welle nehmen und somit, wie beim Radfahren im Windschatten, zu einer schnellen Zeit paddeln. Dabei fuhren sie hinter Tschechien und Frankreich auf den dritten Platz. Im Einer-Canadier führte Normen Weber seine Teamkollegen zusammen zu Silber. Sportsoldat Bong setzte noch einen drauf. Zusammen mit Andreas Heilinger und Björn Beerschwenger fuhr er zu Gold. Weltmeister Bong war überglücklich im Ziel das die taktischen Vorgaben alle gepasst haben und die drei zusammen eine perfekte Route durch den Vrbas gepaddelt sind.

Im Sprint am Folgetag musste am Vormittag die Qualifikation für die Finalrennen bei Flutlicht ab 21 Uhr absolviert werden. Tobias Bong erreichte als Zwölfter ebenso das Finale, wie Normen Weber im C1 als Vierter und im C2 mit Tobias Brücker als Sechster. Knapp am Finale vorbei fuhr Tobias Trzoska mit seinem Partner. Sie lagen im Endklassement auf Rang 14. Live ausgestrahlt im bosnischen Fernsehen eröffnete OL Weber im C1 als erster deutscher Fahrer das Sprintrennen. Die ersten 6 Canadier-Boote lagen am Ende innerhalb von 0,86 Sekunden und Weber wurde hinter Rolenc (CZE) Vize-Weltmeister. Auf drei landete 0,03 Sekunden dahinter Slanina (CZE). Dies blieb die einzige deutsche Medaille an diesem Abend. Im Zweier-Canadier belegten Tobias Brücker und Normen Weber nach einem Fahrfehler zu Beginn ihrer Fahrt den sechsten Rang. Tobias Bong vor allem im Klassik stark einzuschätzen machte ein starkes Rennen im Sprint. Am Ende reichte es zum neunten Platz, mit 2,48 Sekunden hinter dem siegreichen Belgier der schon im Klassik triumphiert hat.

Zum Abschluss wurden die Teamrennen im Sprint ausgetragen. Normen Weber fuhr mit seinem Team um 0,6 Sekunden am Podest vorbei und landete auf Platz 6. Die Kajak Einer Mannschaft fuhr hinter SLO, FRA und ITA zur Holzmedaille. Tobias Trzoska, René Brücker und Normen Weber wollten im letzten WM Rennen unbedingt die Ehre der deutschen auf der Sprintstrecke retten und zeigten eine gute Leistung. Es reichte zu Bronze hinter FRA und CRO.

Die Sportsoldaten waren maßgeblich daran beteiligt, das die deutschen Kanuten bei dieser WM so gut abschneiden konnten, sie holten sieben von gesamten neun Medaillen.

Text und Fotos: René Brücker

Kanu_Wildwasser_WM_2016_01

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