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Titelkämpfe im olympischen Glanz

Filed in Allgemein, Sportschießen by on 13. September 2016 0 Comments • views: 183

Diese Deutschen Meisterschaften wenige Tage nach der Schlussfeier der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro standen ganz im Zeichen der vier deutschen Medaillengewinner im Sportschießen, die bei den Wettbewerben und auf der Anlage ihren Glanz verbreiteten.
Monika Karsch wirkte trotz des überstandenen Feiermarathons total ausgeschlafen. „Ich habe Zeit mit meinen Kindern verbracht, meine Freundin war zu Besuch. Ruhe hatte ich noch nicht, aber die brauche ich im Moment auch nicht“, sagte die noch immer oder wie immer strahlende Silbermedaillengewinnerin von Rio. Ihre Klasse reichte auch ohne spezielles Training, Oberfeldwebel Karsch gewann souverän im Finale mit der Luftpistole. Auch mit der Luftpistole war sie nicht zu schlagen. In einem spannenden und äußerst sehenswerten Finale bezwang die Sportsoldatin ihre Mit-Nationalschützin, Hauptfeldwebel Stefanie Thurmann, mit 8:2.
Schnellfeuer-Olympiasieger Christian Reitz war auch von der nationalen Konkurrenz nicht zu schlagen, und die repräsentierte in der eigenen, der Krifteler Mannschaft, die Weltklasse. Denn Olympiateilnehmer Oliver Geis und Aaron Sauter trieben Reitz vor sich her, der sich aber nicht beirren ließ und mit 29 Treffern gewann. Stabsunteroffizier Geis gewann Silber in einem ganz heißen Duell mit Sauter, das er erst nach dem fünften Stechen für sich entschied.


Daniel Brodmeier war „müde wie Sau“, nachdem er erst drei Tage zuvor in Frankfurt gelandet war und erst am Tag vor dem Wettkampf sein Gewehr und seine Ausrüstung vom Flughafen bekam. Brodmeier litt noch sehr unter dem Jetlag. Trotzdem gewann er mit 4,4 Ringen Vorsprung auf den zweiten Olympiateilnehmer André Link.
Olympiasieger Henri Junghänel war beim Empfang auf dem Frankfurter Römer von seinem Heimatverein SV Rai-Breitenbach mit großer Abordnung und einem mit etwa 50 Fans gefüllten Bus begrüßt worden. Ihm gelang ein glatter Doppelsieg im Liegendschießen. „Ich habe mich hierauf nicht mehr vorbereitet, aber aus dem für Olympia erarbeiteten Können heraus geschossen.“ Es waren seine letzten Schüsse in dieser Saison und auch für längere Zeit. „Wir werden sehen, wann und ob ich wieder anfange zu schießen.“ Das hängt für den frisch gebackenen „Master of Engeneering“ von der Gestaltung seines bald beginnenden Berufslebens ab.
Der große Star bei den Frauen war Olympiasiegerin Barbara Engleder, die immer wieder mit großem Beifall begrüßt wurde und für Menschenschlangen bei Autorammstunden sorgte. Der Oberfeldwebel nutzte die Bühne der DM, um sich für die vielen nach Rio gesendeten Glückwünsche nach dem Erfolg sowie die Aufmunterungen nach ihrem anfänglichen vierten Platz mit dem Luftgewehr zu bedanken. „Ich habe es genossen, so viele nette Menschen zu treffen, die mir gratuliert haben.“ Sportlich die Beste war jedoch Hauptfeldwebel Beate Köstel, die mit zwei Einzeltiteln in Wettbewerben auf Weltklasseniveau eine überragende Form präsentierte. „Seit mein Kind auf der Welt ist, bin ich im Training noch fokussierter“, hat sie festgestellt, da daheim die Konzentration ausschließlich der Familie gilt.
Doch im Finale mit dem Sportgewehr hatte die aktuelle Weltmeisterin „richtig Spaß“. Es entwickelte sich ein Dreikampf zwischen ihr, der siebenmaligen Weltmeisterin Sonja Pfeilschifter, 2010-Weltmeisterin und Olympiasiegerin Barbara Engleder. Das gegenseitige Hochschaukeln gipfelte im letzten Schuss, als Beate Köstel mit einer optimalen 10,9 den Titel vor Barbara Engleder und Sonja Pfeilschifter errang. Mit dem Luftgewehr siegte Beate Köstel mit 208,8 Ringen acht Zehntel vor der „Altmeisterin“ Sonja Pfeilschifter. In der Finalhalle verfolgten mehr als 1.000 Besucher live ein hoch spannendes Finale.

Text und Fotos: Harald Strier

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