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WM im Rettungsschwimmen – Zehn Medaillen und Platz vier für DLRG Nationalmannschaft

Filed in Allgemein, Rettungsschwimmen, Wassersport by on 13. September 2016 0 Comments • views: 80

Die Nationalmannschaft der Rettungsschwimmer hat am Sonntag die Weltmeisterschaft in den Niederlanden auf dem vierten Platz beendet. Insgesamt zehn Medaillen gewann die Auswahl der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und reihte sich damit in der Gesamtwertung hinter Weltmeister Neuseeland, Australien und Frankreich ein. Der amtierende Europameister, der mit fünf Debütanten bei den Wettbewerben in Eindhoven und Noordwijk antrat, schnitt einen Rang besser ab als bei den Welttitelspielen 2014. Zum deutschen Team gehörten mit Alina Riehm, Jessica Grote, Joshua Perling und Weltrekordhalter Danny Wieck vier Mitglieder der Warendorfer Sportfördergruppe der Bundeswehr.

„Mit dem Ergebnis sind wir sehr zufrieden, meine Athleten können stolz auf ihre Leistungen sein“, sagte Bundestrainerin Susanne Ehling. Das ausgegebene Ziel unter die ersten sechs Nationen zu kommen sei erreicht worden und mit Italien habe das Team einen Konkurrenten auf Augenhöhe deutlich distanzieren können. Australien und Neuseeland, wo der Rettungssport äußerst populär ist, seien ohnehin nicht zu schlagen gewesen. Die Mannschaft der Franzosen habe praktisch keine Schwächen gezeigt.

Weltklasse im Pool

Vor allem an den ersten beiden Wettkampftagen im Schwimmbecken in Eindhoven zeigte das DLRG Nationalteam, dass es zur Weltklasse gehört. Acht Medaillen verbuchten die deutschen Rettungsschwimmer, darunter fünf goldene – alle für die deutschen Herren. „Unsere Männer sind in den Pool-Disziplinen bärenstark, das haben sie erneut bewiesen“, so Auswahltrainerin Ehling.
Eine weitere Stärke der zwölfköpfigen deutschen Mannschaft waren die Team-Disziplinen, in denen die Rettungsschwimmer sechs ihrer zehn Medaillen gewannen. Zwei Staffeln der Männer siegten sogar in Weltrekordzeit. Ehling: „Das sind Rennen, die man als Trainer in vollen Zügen genießt und einfach nur stolz ist.“ Auch die Frauen, jeweils mit Bronze in den Gurtretter-Staffeln im Pool und im Freigewässer, seien über sich hinaus gewachsen.

Wieck verteidigt Titel

Deutschlands Ausnahmesportler Danny Wieck zählte zu den erfolgreichsten Teilnehmern der Weltmeisterschaft. Der Sportsoldat verteidigte seine Titel über 50 Meter Retten einer Puppe und in der Kombinierten Rettungsübung aus dem Jahr 2014. Zudem gewann er zwei weitere Goldmedaillen in den Staffelwettbewerben. Zusammen mit dem Bielefelder Kai Schirmer, früher auch Mitglied der Sportfördergruppe in Warendorf, holte sich Wieck auch Silber im Leinewerfen. Eine weitere Silbermedaille erkämpfte sich der 24-jährige mit der Gurtretter-Staffel im Freigewässer in Noordwijk. „Besser hätte die Weltmeisterschaft für mich nicht laufen können. Den Weltrekord aus der Qualifikation im Juli in Warendorf dazu genommen habe ich alle meine Saisonziele erreicht – und mir etwas Urlaub verdient“, kommentierte der 24-jährige sein Abschneiden.
Für Jessica Grote aus Halle ist ein „Traum wahr geworden“. Bei ihrem ersten Auftritt in der DLRG Nationalmannschaft gewann sie Edelmetall mit der Gurtretter-Staffel im Freigewässer. „Draußen hatte ich nur diese Staffel und wollte alles geben, das habe ich getan und wir wurden mit Bronze belohnt“, so die mit 20 Jahren jüngste Frau im Team. Über 200 Meter Super Lifesaver siegte die Sportsoldatin im B-Finale und wurde neunte.
Joshua Perling gewann bei seiner WM-Premiere am zweiten Wettkampftag zusammen mit Wieck Gold über 4 x 25 Meter Retten einer Puppe. Noch am selben Tag erzielte er Platz sechs über die 200 Meter Super Lifesaver. Im Freigewässer feierte der Sportsoldat zudem Silber mit der Gurtretter-Staffel – wieder zusammen mit Danny Wieck. Perling, der am Tag der Eröffnungszeremonie in Eindhoven seinen 20. Geburtstag feierte, unterstrich mit seinen Leistungen, dass ihm die Zukunft gehört.
Für den ehemaligen Sportsoldaten Kai-Uwe Schirmer war die WM dagegen die letzte große internationale Meisterschaft im DLRG Nationalteam. Der 28-Jährige Student aus Bielefeld wurde über die 100 Meter Retten mit Flossen und Gurtretter als amtierender Europameister in dieser Disziplin nun auch Weltmeister. Zudem gehörte er beiden Gold-Staffeln und dem mit Silber dekorierten Quartett im Freigewässer an. Einziger Wehrmutstropfen: Das Finale über 100 Meter Retten mit Flossen verpasste der Europameister und wurde nur neunter. „Platz vier ist ein unglaublicher Mannschaftserfolg, mit dem ich ehrlich nicht gerechnet hätte. Wir haben in sechs Staffeln Medaillen gewonnen, wodurch die meisten von uns mit Edelmetall nach Hause fahren können“, so Schirmer.
Mit zwei Mal Edelmetall kehrte auch Alina Riehm in die Sportschule der Bundeswehr in Warendorf zurück. Die 22-jährige erkämpfte sich mit ihren Teamkameradinnen in den Gurtretter- Staffeln (Pool und Freigewässer) jeweils Bronze. In der 4 x 90 Meter Beach Sprint-Staffel reichte es fast erneut zu einer Medaille. Bronze schnappten sich jedoch die Neuseeländerinnen knapp vor dem deutschen Quartett. Im Strandkurzsprint Beach Flags ergatterte die Sportsoldatin einen Platz im B-Finale und wurde elfte.

Sechs neue Rekorde

Neben den zwei Weltrekorden der Männer-Staffeln (4 x 25m Retten einer Puppe und 4 x 50m Gurtretter-Staffel) stellte auch Kevin Lehr aus Luckenwalde eine neue Weltbestzeit auf. Der Student verpasste nach einem missglückten Vorlauf zwar das Finale über 100 Meter Retten mit Flossen und Gurtretter, schwamm dann im B-Finale aber überraschend in 49,87 Sekunden einen neuen Weltrekord. „Die Schallmauer, das sind eben die 50 Sekunden, da war vorher noch gar keiner drunter. Das war schon ganz gut, finde ich“, kommentierte der 25-jährige bescheiden. Alena Kröhler aus Mainz und Kerstin Lange aus Dortmund stellten jeweils einen neuen Deutschen Rekord auf. Auch die Gurtretter-Staffel der Frauen im Pool schwamm eine neue nationale Bestzeit.

Aufholjagd am Strand

Vor den letzten beiden Wettkampftagen am Samstag und Sonntag in Noordwijk lag die DLRG Nationalmannschaft hinter den im Pool ebenfalls starken Italienern auf Rang fünf. In den Freigewässer- und Strand-Wettbewerben sammelten die Deutschen jedoch deutlich mehr Punkte als die Südeuropäer und schoben sich im Gesamtklassement noch einen Rang nach vorn. Im Medaillenspiegel bedeuten fünf Gold, zwei Silber- und drei Bronzemedaillen Rang drei.

Kai-Uwe Schirmer, Danny Wieck, Joshua Perling, Foto: Sascha Walther | DLRG

Kai-Uwe Schirmer, Danny Wieck, Joshua Perling.

Text und Fotos: DLRG / Sascha Walther

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