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Liebherr Tischtennis WM 2017 – Petrissa Solja freut sich über Bronze

Filed in Spitzensport, Tischtennis by on 11. Juli 2017 0 Comments • views: 5

Nur wenige Minuten nach dem Er­reichen der Halbfinale mit ihrem Mixed-Partner Fang Bo strahlte Hauptgefreiter Petrissa Solja in der Mixed-Zone über beide Backen. „Ich stand noch ein paar Minuten an der Box, um zu realisieren, dass ich gerade meine erste WM-Medaille gewonnen habe“, gab Petrissa Solja freudestrahlend in der Mixed-Zone zu Protokoll. „In diesen Sekunden bin ich einfach nur stolz, es geschafft zu haben.“ Petrissa Solja hat einmal mehr Geschichte geschrieben. Mehr als 45 Jahre haben die DTTB-Damen auf eine Medaille bei einer Individual-WM gewartet, zuletzt hatte das Ehepaar Schöler 1971 auf dem Treppchen gestanden. Nur wenige Punkte fehlten dem Duo darüber hinaus, sogar ins Finale einzuziehen.
„Nein“, stellte Petrissa Solja direkt klar. „Enttäuscht bin ich nicht. Vielmehr ist es ärgerlich, dass wir die zwischenzeitliche 3:1-Satzführung noch aus der Hand gegeben haben.“ Die Nummer 20 der Weltrangliste schied bei den LIEBHERR Weltmeisterschaften in der mit 8000 Zuschauern ausverkauften Messehalle 6 in Düsseldorf an der Seite von Fang Bo (China) im Mixed-Halbfinale gegen Kasumi Ishikawa/Maharu Yoshimura aus Japan mit 13:11, 14:12 (nach Abwehr von drei Satzbällen), 5:11, 11:6, 5:11, 7:11 und 5:11 aus. „Bei einem Sieg hätten wir gute Chancen auf Gold gehabt“, denn die Japaner sicherten sich schließlich im Finale auch Gold. Eine Erklärung für die 3:4-Niederlage hatte Petrissa Solja schnell gefunden. „Ishikawa und Yoshimura hatten sich sehr gut auf uns eingestellt. Wir kamen nicht so ins Spiel.“ Bundestrainerin Jie Schöpp beobachtete, „dass Fang Bo verkrampft spielte. Dadurch wurde auch Petrissa unruhiger.“ Dem Chinesen, der in Düsseldorf ausschließlich im Mixed antrat, war der Frust nach dem verpassten Einzug in das Finale deutlich anzumerken. Sichtlich enttäuscht schlich der Weltranglistenneunte durch die Mixed-Zone und knallte die Tür hinter sich zu.
Wenn es nach der Bundestrainerin geht, besitzt das deutsch-chinesische Doppel durchaus eine Zukunft. „Sollte die Chance nochmal vorhanden sein, würden wir das sicherlich wieder machen.“ Auch Petrissa Solja selbst ist nicht abgeneigt. „Ich würde mich freuen, wenn es noch ein nächstes Mal geben würde“, strahlte die Spielerin des deutschen Meisters aus Berlin über beide Backen und verriet, wo ihre erste WM-Medaille einen Platz finden wird. „Ich habe zu Hause dafür extra eine Vitrine.“ In ein, zwei Tagen, da ist Solja von überzeugt, werde auch der Ärger über die vergebenen Final-Chancen verflogen sein. „Dann freue ich mich über Bronze.“ Und das zu recht, denn die letzte deutsche Mixed-Medaille bei einer Weltmeisterschaft hatten vor 46 Jahren Diane und Eberhard Schöler gewonnen.

„Jeder weiß jetzt, wo Düsseldorf liegt“

DTTB-Sportdirektor Richard Prause war mehr als nur zufrieden mit der LIEBHERR WM 2017. „Sportlich haben wir eine gute und erfolgreiche WM aus deutscher Sicht gesehen“, sagte der DTTB-Sportdirektor und lieferte direkt die Begründung mit: Mit Timo Boll, Dimitrij Ovtcharov, Ruwen Filus und Kristin Silbereisen stand ein DTTB-Quartett im Einzel-Achtelfinale.
Oberfeldwebel Kristin Silbereisen schied als letzte deutsche Spielerin im Einzel aus, sie verlor am Freitagvormittag im Achtelfinale trotz starker Leistung mit 2:4 Sätzen (11:8, 5:11, 7:11, 11:9, 7:11, 9:11) gegen die Weltranglisten-Vierte Feng Tianwei aus Singapur.

Filus scheitert im Achtelfinale

Stabsunteroffizier (FA) Ruwen Filus schied beim Herren-Einzel im Achtelfinale aus, er zwang den hochfavorisierten und späteren WM-Silbermedaillengewinner Fan Zhendong (China) durch eine couragierte Leistung allerdings über sechs Sätze (2:4).
Boll schaffte es später noch bis unter die letzten Acht und verlor erst gegen den alten und neuen Weltmeister Ma Long in einem unglaublichen und spektakulären Match. Am Schlusstag der LIEBHERR Weltmeisterschaften wurde auch aus organisatorischer Sicht Bilanz gezogen. „Das war ein super Event. Dieses Turnier hat hohe Standards gesetzt. Seit dieser WM weiß in China nun jeder, wo Düsseldorf liegt. Düsseldorf ist eine Tischtennis-Stadt“, erklärte ITTF-Präsident Thomas Weikert. DTTB-Präsident Michael Geiger vermeldete die Gesamt-Zuschauerzahl von 58.000 Besuchern – die Ziele wurden damit weit übertroffen. Fünf der acht Turniertage waren ausverkauft – die Zuschauer sorgten zeitweise für eine Atmosphäre, die es in der Tischtennis-Geschichte so wohl noch nicht gegeben hat.

Text: DTTB

Fotos: DTTB/Erik Thomas

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