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60 Jahre – Sportschule der Bundeswehr – jetzt in der Georg-Leber-Kaserne!

Filed in Allgemein by on 19. September 2017 0 Comments • views: 46

Gegründet wurde sie 1957 im bayerischen Sonthofen. Dort befindet sich heute eine „Außenstelle“, in der unter anderem Wintersportarten ausgebildet werden. In der Stadt und im Landkreis Warendorf gehört die Sportschule seit 40 Jahren zum festen Erscheinungsbild und ist integraler Bestandteil der Gesellschaft. Die Grundsteinlegung erfolgte 1974 durch den damaligen Verteidigungsminister Georg Leber. Anlässlich der Jubiläumsfeierlichkeit erhielt die Kaserne, in der die Sportschule beheimatet ist, erstmals einen Namen. Sie heißt nun „Georg-Leber-Kaserne“.
Die Geschichte des Sports in den Streitkräften der Bundesrepublik Deutschland beginnt im Jahre 1953 mit einer Expertengruppe unter der Leitung von Adolf Heusinger. Äußere Rahmenbedingungen sowie die Überlegungen des späteren 1. Generalinspekteurs und seiner Experten führten dazu, dass die Sportschule der Bundeswehr im Jahre 1957 zunächst ihren Lehrgangsbetrieb im bayerischen Sonthofen aufnahm. Am grundsätzlichen Auftrag hat sich bis heute nichts geändert. Die Sportschule ist die zentrale Ausbildungsstätte von Soldaten und Soldatinnen zu Übungsleitern und Fachsportleitern im Themenfeld Sport und Körperliche Leistungsfähigkeit.

Neben der Verantwortung für die Weiterbildung und die zentrale fachliche Führung aller Sportlehrer der Bundeswehr, die für und in der Truppe die Sportausbildung betreiben und im Sinne eines einheitlichen Qualitätsmanagements eingesetzt sind, finden Forschung und Entwicklung in den einsatzrelevanten Bereichen Sport und körperliche Leistungsfähigkeit statt. Denn Soldaten müssen im Kampf bestehen können! Sport ist elementar für den Soldaten hinsichtlich der Vorbereitung auf die physisch-psychischen Belastungen im Einsatz. Die Sportschule unterstützt präventive, regenerative und rehabilitative Maßnahmen zur Wiederherstellung und Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit, insbesondere für diejenigen Soldaten, die verwundet an Leib und Seele aus den Einsätzen nach Hause zurückkehren.

DDR Erfolgsbilanz bei Olympia 1968 in Mexico City erschreckt Politik

Die Entwicklung des Sports in den Streitkräften nahm Ende der 1960er Jahre an Fahrt auf; auch infrastrukturell. Ausschlaggebend war die Erfolgsbilanz und der damit verbundene direkte Vergleich beim Medaillenspiegel zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) bei den Olympischen Spielen 1968 in Mexico City. Dieser fiel eindeutig zu Gunsten der DDR aus. In der Konsequenz nahm der Deutsche Bundestag den Antrag des Innenausschusses an, bei der Bundeswehr Sportfördergruppen und Sportkompanien einzurichten. „Zur Spitzensportförderung als gesamtgesellschaftlicher Aufgabe trägt die Bundeswehr mit weit über 740 Dienstposten auch heute noch wesentlich bei“, so Generalmajor Werner Weisenburger.
Als Chef des Streitkräfteamtes untersteht ihm die Sportschule in Warendorf truppendienstlich. Die Festveranstaltung nahm er als Vertreter des Inspekteurs der Streitkräftebasis wahr. Im Jahre 1969, so der Amtschef weiter, entschied Bundesverteidigungsminister Gerhard Schröder (CDU), einen Neubau im nordrhein-westfälischen Warendorf durchzuführen. Die Grundsteinlegung führte Georg Leber (SPD) im November 1974 durch. Seit Abschluss der Baumaßnahmen im Jahre 1978 befindet sich die Führung der Sportschule in Warendorf und eine „Außenstelle“ in Sonthofen. Georg Leber damals: „Ich mauere den ersten Stein, das ist der Eckstein, damit Frieden bleibt im Lande. Ich mauere den zweiten Stein, damit Freiheit bleibt im Lande und ich mauere den dritten Stein, der einer Schule dient, von der ich hoffe, dass sie in Friede und Freiheit ihre Aufgaben erfüllen kann, und von der ich hoffe, dass dereinst alle Deutschen in unserem Vaterland hier Sport treiben können!“

 

60 Jahre – Sportschule – jetzt in der „Georg-Leber-Kaserne“!

Beim Festakt anlässlich des 60. Geburtstages der Sportschule der Bundeswehr am 6. Juli übertrug General Weisenburger der Warendorfer Kaserne den Namen „Georg-Leber-Kaserne“. In Anwesenheit von Familienangehörigen des ehemaligen Verteidigungsministers Georg Leber und des Bürgermeisters der Stadt Warendorf, Axel Linke, sowie des Kommandeurs der Sportschule, Oberst Michael Maul, und zahlreicher hochrangiger Vertreter aus Politik und Gesellschaft betonte General Weisenburger, dass „die Bundeswehr bei Kasernenbenennungen dem Ansatz folge, die Namensgebung durch die betroffenen Bundeswehrangehörigen „von unten“ zu initiieren.“ Dies entspreche den Grundsätzen der Inneren Führung und dem Leitbild des mündigen Bürgers in Uniform. „Außerdem ist es der Bundeswehr wichtig, gemeinsam mit den Kommunen in einen entsprechenden Dialog einzutreten und so zu gewährleisten, dass die Namensänderung der Kaserne sinnstiftend im Rahmen des Traditionsverständnisses der Bundeswehr ist“, so Weisenburger weiter.

Eine Eiche als Geschenk der Stadt Warendorf zum 60. Geburtstag.

„Soldatenvater“ Georg Leber

Der am 7. Oktober 1920 im hessischen Obertiefenbach geborene Georg Leber nahm am Zweiten Weltkrieg teil und wurde 1945 verwundet. Er erlebte unmittelbar das Scheitern der Weimarer Republik und erfuhr die Brutalität und Menschenverachtung des Dritten Reiches. „Den Ideologen seines Zeitalters“, so Weisenburger weiter, „stand er fortan mit großer Distanz, ja in Abwehr gegenüber“. Im Jahre 1947 trat Georg Leber in die SPD ein und gewann 1957 ein Bundestagsmandat. Er übernahm im Juli 1972 von Helmut Schmidt das Bundesministerium der Verteidigung. „In dieser Stellung, seinem „Lieblingsjob“, wie Georg Leber das Amt nannte, genoss er besonders aufgrund seines menschlichen Umgangs mit Angehörigen der Bundeswehr bald hohes Ansehen, das ihm sogar den Namen „Soldatenvater“ einbrachte“.
Der Enkel des ehemaligen Verteidigungsministers Björn Leber erinnerte sich in seinen Worten an die Besuche bei seinem Großvater in den Sommerferien. Den beiden Brüdern Björn und Dirk fiel schon damals bei Spaziergängen auf der Hardthöhe die Nähe ihres Großvaters zu den Soldaten aller Dienstgradgruppen auf. Bevor der Vertreter des Inspekteurs der Streitkräftebasis der Kaserne den Namen „Georg-Leber-Kaserne“ übertrug, fasste Generalmajor Weisenburger zusammen: „Georg Leber war eine Persönlichkeit, die sich als Verteidigungsminister um die Bundeswehr verdient gemacht hat und bis heute die Sportschule der Bundeswehr sowie alle andere Dienststellen am Standort Warendorf prägt.“ Sein Verhalten sei für die Bundeswehrangehörigen in Warendorf in besonderem Maße sinn- und identitätsstiftend.

Text: Oliver Arning

Fotos: SportSBw, Hubert Kemper

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