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Lucas Fratzscher – Olympia fest im Visier

Abgelegt in Biathlon, Wintersport von am 15. Dezember 2017 0 Comments • views: 538

Fünf Schüsse – fünf Treffer. Lucas Fratzscher nimmt die Stöcke in die Hände, gleitet bereits weg vom Schießstand und geht auf die letzte Runde. Was im Training und den Wettkämpfen oftmals perfekt funktioniert, soll irgendwann einmal auch bei den Olympischen Spielen Realität werden. Denn Lucas Fratzscher ist ehrgeizig. Mit neun Jahren kam der Thüringer zum Biathlon. „Über einen guten Kumpel“, wie er erwähnt.
Der 23-jährige Modellathlet wurde schnell immer besser und fand sich im Sportgymnasium Oberhof wieder, das er mit Abitur im Jahr 2014 abschloss. Danach trat der Sport vollends in den Mittelpunkt. Fratzscher ist seitdem in der Sportfördergruppe der Bundeswehr in Oberhof und trainiert täglich.
Nach dem Frühstück beginnt für Fratzscher die erste Einheit des Tages, die meist drei Stunden dauert. In der Mittagspause findet sich oft kurze Zeit für ein Nickerchen, ehe es nachmittags nochmals zwei Stunden zum Training geht. Danach werden noch Halteübungen mit der Waffe gemacht, während Fratzscher abends noch Dehnübungen in seinen vollen Tagesablauf einbaut.
Das Training im Frühjahr und Sommer besteht dabei nicht ausschließlich aus sportartspezifischen Betätigungen, sondern ist breit gefächert, was den Trainingsbetrieb auch so abwechslungsreich macht. Insgesamt wird an der Grundlagenausdauer gearbeitet. Das bedeutet bis zu fünf Stunden Training auf dem Rennrad oder Mountainbike, Crossläufe und Krafttraining. Alles bei geringer Intensität. Ab Sommer werden die spezifischen Einheiten mehr und damit steigt auch die Intensität. Jetzt wird auf Skirollern Kilometer gesammelt. Roller-Komplex-Training (inkl. Schießen) und viele Rollerläufe am Berg bestimmen das Training, welches stets bereits auf die Deutschen Meisterschaften ausgerichtet ist. Diese finden jährlich im September auf Skirollern statt. Hier hat Lucas Fratzscher auch schon ein erstes Ziel erreicht. Er konnte sich über die DM für die Wintervorbereitung in Norwegen qualifizieren und geht nun voller Zuversicht die nächsten Schritte an. Im Visier: Die Olympischen Spiele.

Wie schafft es Fratzscher bei all dem Training noch Zeit für Familie und Freunde einzuplanen? „Im Frühling haben wir Zeit, etwas Urlaub zu machen. Meine Eltern unterstützen mich von klein auf und sind bei fast jedem Rennen dabei. Und auch meine Freundin ist immer an meiner Seite. Sie ist Biathlon-Fan, was vieles erleichtert“, erklärt der Thüringer.
Im Hochleistungssport allgemein und speziell im Biathlon ist die mentale Seite entscheidend für den Erfolg. Aus diesem Grund legt Fratzscher seit längerem Wert auf Mentaltraining. Sein Coach ist dabei Thomas Slepitschka aus Kaufbeuren. „Wenn sich junge Menschen strukturieren und sich gezielt in den Dienst ihrer Leidenschaft stellen, dann ist das enorm wichtig und gut für die persönliche Entwicklung. Ich habe Lucas als sehr intelligenten jungen Sportler kennen gelernt, der neugierig ist und weiß, was er will und was er kann“, erklärt Slepitschka. Fratzscher kommt in regelmäßigen Abständen zum Mentaltraining aus Oberhof nach Obergünzburg. Das Ziel der Mental-Sessions: Bewusstsein schaffen, um gezielt mit dem Unterbewusstsein zu arbeiten.
„Kurz gesagt, wir erarbeiten zusammen einen mentalen Werkzeugkoffer, den Lucas nach Bedarf öffnen und die für sich passenden Werkzeuge anwenden kann“, so der Mentalcoach.
Wir sind gespannt auf die weitere »Reise« von Lucas Fratzscher in Richtung Olympia.

Fotos: privat

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