Ringen / Sportler des Jahres

Die Wahl zum Sportler des Jahres fiel beim Deutschen Ringer-Bund auf zwei Sportsoldaten Landesverband Nordrhein-Westfalen kürte mit Nina Hemmer ebenfalls eine Sportsoldatin zur ‚Ringerin des Jahres‘ .

In allen Regionen Deutschlands wird derzeit gewählt; keine politische Partei, sondern die Sportler des Jahres. Dabei werden der Wahl oftmals nicht nur sportliche Leistungen zu Grunde gelegt, sondern auch Sympathiepunkte vergeben.

Rein sportlich ging es hingegen beim Deutschen Ringer- Bund zu, da führte bei den Männern kein Weg an Frank Stäbler vorbei, nachdem dieser das Kunststück fertig brachte, dreimal hintereinander in drei verschiedenen Gewichtsklassen Weltmeister zu werden.

Nach dem Husarenritt des Sportsoldaten bei den Weltmeisterschaften in Budapest (HUN), als er die komplette Weltspitze in seiner Gewichtsklasse eindrucksvoll und in souveräner Manier in die Schranken wieß, war Stäbler wie schon nach Las Vegas 2015 und Paris 2017 die klare Nr. 1 in Ringer-Deutschland.

Mögen die Kraft- und Ausdauerwerte Stäblers und seiner Konkurrenten auf einer Linie liegen, so setzt der aus Musberg (WTB) stammende Ausnahme-Ringer auf seine Willensstärke. Frank Stäbler geht immer noch dann vorwärts, wenn viele seiner Gegner schon einknicken, mit seinem Kampfgeist dreht der Sportsoldat längst verloren geglaubte Kämpfe noch zu seinen Gunsten.

Das beeindruckte selbst IOC-Präsident Thomas Bach, der beim WM-Turnier in Budapest vorbei schaute und auch der Präsident des Ringer-Weltverbandes United World Wrestling (UWW) Nenad Lalovic (SRB) adelte den deutschen Ringer schon beim ersten Titelgewinn in Las Vegas (USA); „… das ist moderner, offensiver Ringkampf, den wir und vor allem die vielen Fans sehen wollen“.

Damit hilft Sportsoldat Frank Stäbler dem Ringkampf etwas aus seiner Nische heraus, in die man sich durch interne Streitigkeiten oftmals selbst hinein manövriert.

Stäbler hat es in die großen Medien geschafft, präsentiert den Ringkampfsport auf- und an der Matte eindrucksvoll, sowie wortgewandt. Und einen wie Stäbler hat der Ringkampfsport auch nötig, nachdem Ringen im Februar 2013, als eine der ältesten Sportarten aus dem olympischen Programm gestrichen wurde. Ein harter Reformkurs des neuen Präsidenten Lalovic auf der einen-, aber auch weltweite Proteste auf der anderen Seite bewirkten, dass der Ringkampf noch im gleichen Jahr – mit einer ‚Bewährungszeit‘ wieder Teil der olympischen Familie wurde.

In der Sportfördergruppe der Bundeswehr der Ringer in Bruchsal, will sich Frank Stäbler nun ein neues, großes Ziel setzen. Nachdem er in London 2012 und Rio 2016 olympisches Edelmetall verpasste, soll es nun 2020 in Tokyo (JPN) mit einer Medaille klappen. Zielgerichtetes und intensives Training unter Bundestrainer Michael Carl, der auch die Sportfördergruppe der Bundeswehr im griechisch-römischen Stil trainiert, soll die Grundlage für den Erfolg bilden, wobei die ersten Tickets für das olympische Turnier bereits im September, bei den Weltmeisterschaften in Astana (KAZ) vergeben werden.

Mit einer Olympiaqualifikation für Tokyo in der Tasche könnte es dann erneut mit dem Voting des DRB-Vorstandes für Frank Stäbler zum Sportler des Jahres klappen.

Auch die Wahl zum ‚Nachwuchssportler des Jahres‘ fiel beim Deutschen Ringer- Bund auf einen Sportsoldaten. Franz Richter gewann im Vorjahr die Silbermedaille bei den Europameisterschaften und wenige Wochen später auch Bronze bei den Weltmeisterschaften der Junioren. Richter ist erst seit Kurzem Mitglied der Sportfördergruppe Bruchsal. Im November und Dezember absolvierte der 20-jährige Modellathlet vom AV Germania Markneukirchen seinen Grundwehrdienst in Hannover und wurde Mitte-Dezember in die Sportfördergruppe Bruchsal aufgenommen.

Mit zwei internationalen Medaillen im Gepäck und viel Vorschusslorbeer für seinen zukünftigen Weg in der Sportfördergruppe peilt Richter, der aus Leipzig kommt und am Bundesleistungsstützpunkt Frankfurt (Oder) trainiert, nun in der Altersklasse U-23 neue Ziele an, wobei dort die Trauben weitaus höher hängen.

Für Franz Richter steht der Weltcup in Havanna (CUB) im Februar, als Vorbereitung auf die Europameisterschaften der U-23 in Novi Sad (SRB) an. Mehrmals im Monat werden zudem die besten Kaderathleten, allen voran die Gruppe der Bundeswehr-Sportsoldaten in Schifferstadt zusammengezogen, wo sie unter der Anleitung von Bundestrainer Michael Carl, der zugleich als Trainer der Sportfördergruppe der Bundeswehr fungiert und dessen Trainerteam fachkundig angeleitet werden.

In Nordrhein-Westfalen schaffte es Sportsoldatin Nina Hemmer auf die Stimmzettel. Die Ringerin vom AC Ückerath hat schon zahlreiche, nationale- und vor allem auch internationale Erfolge erkämpfen können, 2016 schaffte sie den Sprung auf die olympischen Matten von Rio. Im Herbst absolvierte Nina Hemmer ihre Grundausbildung in Hannover und ist nunmehr ebenfalls Mitglied der Sportfördergruppe der Bundeswehr, wo sie sich zielgerichtet auf anstehende Jahreshöhepunkte vorbereiten kann.

Zuletzt gewann Nina Hemmer Bronze bei den Europameisterschaften 2017 in Novi Sad (SRB), nahm aber auch an den Europameisterschaften und Weltmeisterschaften 2018 in Kaspiisk (RUS) und Budapest (HUN) teil, wo sie jeweils knapp am Siegerpodium vorbei schlitterte. Gerade erst vereidigt, holte Nina Hemmer den Titel der Militär-Weltmeisterin in Moskau (RUS).

„Nina Hemmer ist eine ehrgeizige Kämpferin, die das Zeug hat, ganz nach vorn zu kommen. Die Wahl zur ‚Sportlerin des Jahres‘ ist auf Grund der Erfolge gerechtfertigt, aber auch Motivation für die Zukunft, denn das nächste Ziel heißt Olympia in Tokyo 2020“, gratuliert der Präsident des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen Jens-Peter Nettekoven der jungen Sportsoldatin und drückt zugleich die Daumen für das Erreichen der Olympiaqualifikation bei der Weltmeisterschaft 2019 in Astana (KAZ).

Text und Fotos: Jörg Richter

 

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