Das German Sailing Team feiert zwei Kieler-Woche-Titel und den Sieg in der Nationenwertung

Mit zwei Kieler-Woche-Siegen im Finn und 49er FX und insgesamt zehn Top-Ten-Platzierungen haben die Athleten des German Sailing Teams bei der weltgrößten Segelwoche im Heimatrevier nicht nur erfolgreich punkten können, sondern auch die Nationenwertung vor Schweden und Großbritannien gewonnen.

„Vor den anstehenden Pre-Olympics, Weltmeisterschaften, dem Kampf um die noch fehlenden fünf Nationenstartplätze für die olympische Segelregatta 2020 und dem Start der nationalen Olympia-Ausscheidung noch in diesem Jahr nehmen wir die Erfolge unserer Teams bei der Jubiläumsauflage der Kieler Woche sehr gerne als Motivationsschub mit und sind zufrieden mit der Leistung unserer Segler und Seglerinnen“, sagte DSV-Sportdirektorin Nadine Stegenwalner am Sonntagnachmittag im strahlenden Sonnenschein im Olympiazentrum Kiel-Schilksee. „Wir freuen uns natürlich sehr für die Sieger und gratulieren Victoria Jurczok und Anika Lorenz zur formidablen Leistung in der fast WM-reif besetzten 49erFX-Flotte. Und wir gratulieren Phillip Kasüske zu seiner sehr konzentrierten Leistung und seinem zweiten Kieler-Woche-Sieg.“

Vor der Siegerparty hatten die teilweise spektakulären Medaillenrennen viele Zuschauer in Kiel und an den Bildschirmen in den Bann gezogen. Ins Finale der Skiff-Seglerinnen waren die Sportsoldaten Vicky Jurcok und Anika Lorenz mit sechs Punkten Vorsprung als Favoritinnen gestartet. Der Puffer war gut, aber keinesfalls sicher. Mit sauberer strategischer Positionierung gelang es den Berlinerinnen, ihre diversen Konkurrentinnen um den Kieler-Woche-Titel bis ins Ziel in Schach zu halten. Rang vier im Medaillenrennen reichte zum Triumph auf der Förde. „Dieser Sieg fehlte uns noch auf unserer Liste und er tut gut“, sagte die 29-jährige Steuerfrau Vicky Jurczok vom Verein Seglerhaus am Wannsee. Ihre Teamkameradinnen Sportsoldat Susann Beucke und Tina Lutz machten das hervorragende 49erFX-Gesamtergebnis mit Platz fünf komplett. Wichtigste Aufgabe für beide Teams ist es in diesem Jahr, den noch fehlenden Nationenstartplatz im 49erFX für die Olympia-Regatta 2020 zu sichern. „Wir sind optimistisch, dass uns das mit vereinten Kräften gelingen wird“, sagte Jurczok.

Die Sportsoldatinnen Vicky Jurcok und Anika Lorenz.

Im Finn war Sportsoldat Phillip Kasüske als Zweiter mit wohldurchdachtem Konzept ins Finale gestartet. Der Steuermann vom Verein Seglerhaus am Wannsee sagte: „Ich habe den führenden Kroaten Milan Vujasinovic schon vor dem Start in ein Matchrace verwickelt, um Druck auf ihn auszuüben. Entsprechend hat er einen Riesenfehler beim Start gemacht, wurde dafür mit einem Penalty bestraft und war im Kampf um den Sieg ziemlich aus dem Rennen.“ Danach konnte sich Kasüske den verbliebenen Gegnern widmen und sich auf die eigene Taktik konzentrieren. Rang drei im Ziel reichte für den 24-Jährigen zum Gesamtsieg auf der Förde.

Sportsoldat Phillip Kasueske.

Die Träume vom dritten Titel platzten für Nacra17-Steuermann Sportsoldat Paul Kohlhoff und seine Vorschoterin Alica Stuhlemmer im Finalrennen durch einen eigenen Fehler. Stuhlemmer hatte sich bei einem Manöver nicht richtig ins Trapez eingehakt und ging über Bord. Das Duo vom Kieler Yacht-Club hatte bis dahin in aussichtsreicher Position gelegen, musste aber am Ende mit Platz vier zufrieden sein. Den Sieg sicherte sich mit Thomas Zajac der österreichische Bronzemedaillengewinner von 2016 an der Seite seiner Vorschoterin Barbara Matz. Paul Kohlhoff ließ die Ereignisse im Finale nach dem Rennen noch einmal selbstkritisch Revue passieren und sagte: „Es war eine strategische Ansage von Alica, die uns zunächst nach vorne gebracht hatte. Danach wurde es etwas hektisch. Natürlich sind wir mega traurig und enttäuscht. Aber wir glauben an unseren Entwicklungsprozess und werden jetzt noch enger zusammenrücken. Wir müssen weiter durchziehen und unsere Ziele Schritt für Schritt angehen. Sehr wichtig ist in diesem Jahr die Sicherung des Nationenstartplatzes für Olympia 2020.“

Das „skurrilste Rennen unserer Karriere“ erlebten 49er-Steuermann Tim Fischer und Fabian Graf. Die Kieler WM-Dritten die für den Norddeutschen Regatta Verein und den Verein Seglerhaus am Wannsee starten, haben in nur einem Finale fast alles erlitten, was an Rückschlägen zusammenkommen kann: Zwei Penaltys, eine Kollision und eine Kenterung, die durch den Zusammenstoß mit einem unglücklich positionierten Jury-Boot verursacht worden war. „So etwas habe ich noch nie erlebt. So viel Pech in einem Rennen ist schon einzigartig“, ärgerte sich Fischer, behält aber auch die positiven Erkenntnisse dieser Kieler Woche wie den Tagessieg und zwei zweite Ränge im hochklassig besetzten Feld in guter Erinnerung. Den Kieler-Woche-Titel erkämpften die Neuseeländer Logan Dunning Beck und Oscar Gunn, deren prominente Konkurrenten Peter Burling und Blair Tuke ihrem Favoritenstatus nicht gerecht werden konnten: Die America’s-Cup-Gewinner und 49er-Olympiasieger wurden Fünfte.

Im Laser Radial segelte Svenja Weger vom Potsdamer Yacht-Club auf Platz sechs. „Damit bin ich ganz zufrieden, aber es hätte auch noch besser laufen können. Meine Ergebnisse waren etwas zu inkonstant.“ So konnte Svenja Weger zwei Tagessiege in ihre Wertung einbringen, musste aber auch 15. Ränge hinnehmen. Kieler-Woche-Siegerin im Laser Radial wurde die Schwedin Josefin Olsson. Im Laser Standard konnte sich in Abwesenheit der kompletten Weltelite, die bereits zur WM-Vorbereitung in Japan ist, der Brite Jack Cookson durchsetzen. Nico Naujock vom Wassersportverein 1921 segelte auf Platz sieben.

Text: DSV    Fotos: DSV/Felix Diemer

Post a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Top