Wandern im Herbst – Tipps vom DAV

Eine stabile herbstliche Hochdrucklage ist derzeit nicht in Sicht – aber brauchbares Bergwetter wird es in den nächsten Tagen durchaus geben. Und der Herbst fängt ja gerade erst an. Für viele Bergbegeisterte sind die kommenden Wochen die perfekte Zeit zum Wandern. Schließlich steht der Herbst für klare Luft, gute Fernsicht und schöne Stimmungen. Bei der Tourenplanung sind allerdings einige Dinge zu beachten: Die Tage sind kurz und die Temperaturunterschiede groß, hier und da kann auch Schnee liegen, und die Hütten schließen bald oder sind bereits geschlossen – um nur einige Charakteristika zu nennen. Der DAV liefert hilfreiche Tipps für gelungene Herbsttouren.

So lange haben die Hütten geöffnet

Für die Planung bei vielen Touren sind die exakten Hüttenöffnungszeiten wichtig. Generell gilt: Hütten in mittleren Lagen haben in der Regel bis Mitte Oktober oder länger geöffnet, Hütten im Hochgebirge sind bereits geschlossen. Die tagesgenauen Öffnungszeiten der wichtigsten Hütten im deutschen und angrenzenden Alpenraum gibt es hier. Je nach Wetterlage können sich die Öffnungszeiten allerdings kurzfristig verschieben. Wenn das Wetter schön ist, haben viele Hütten auch länger geöffnet! Sinnvoll ist deshalb immer, sich vor der Tour telefonisch bei der Hütte zu erkundigen. Den Kontakt und viele weitere Infos zu den Hütten gibt es unter alpenvereinaktiv.com/de/huetten/

Praktische Tipps: Darauf ist im Herbst besonders zu achten

Mit den zehn Empfehlungen des DAV zum Bergwandern ist man das ganze Jahr sicher unterwegs. Im Herbst müssen Wandertour und Ausrüstung jedoch den Verhältnissen angepasst werden, da die Bergsportlerinnen und Bergsportler in dieser Jahreszeit mit wechselnden Temperaturen, kürzeren Tagen, kühlen Nächten und Schnee in höheren Lagen konfrontiert sein werden. So startet man gut vorbereitet und sicher in die Herbstwandersaison:

  1. Kürzere Tage berücksichtigen: Während man im Juli noch um neun Uhr abends die Aussicht genießen kann, geht Anfang Oktober schon zwei Stunden früher die Sonne unter. Außerdem wird es nachts sehr schnell kalt. Kürzere Touren senken das Risiko, sich im Dunkeln zu verlaufen oder zu verletzten. Eine Stirn- oder Taschenlampe leistet außerdem bei einbrechender Dunkelheit gute Dienste.
  2. Warme Kleidung:Zusätzlich zur normalen Wanderausrüstung sollte warme Kleidung im Rucksack nicht fehlen. Eine weitere warme Schicht, beispielsweise eine Fleecejacke, gehört ebenso in den Rucksack wie eine Mütze. Auch ein Ersatz-Shirt schadet nicht: Bei Nässe und starkem Wind kühlt man deutlich schneller aus.
  3. Veränderte Wegverhältnisse: In schattigen Bereichen sind Wege oftmals nass und rutschig, auch wenn der Boden „um’s Eck“ warm und trocken ist. Besondere Vorsicht beim Gehen in schattigen Bereichen ist daher wichtig – und natürlich gutes Schuhwerk. Außerdem findet man in höheren Lagen vermehrt Schnee und vereiste Stellen. Wer hoch hinaus will, sollte die entsprechende Ausrüstung dabei haben (Gamaschen, evtl. Grödel bzw. Steigeisen) und über Bergerfahrung verfügen.
  4. Verhältnisse checken: Große Temperaturunterschiede zwischen Tal und Berg gibt es zu allen Jahreszeiten. Im Herbst herrscht oben aber oftmals schon Winter, während man unten noch im T-Shirt wandern kann. Aus diesem Grund ist es wichtig, den Wetterbericht im Vorfeld der Tour zu überprüfen. Das Bergwetter auf alpenverein.de liefert den täglichen Wetterbericht im Alpenraum. Dieser lässt sich nach Ort und Region filtern und zeigt den Trend für die nächsten Tage an. Zusätzlich bietet der Bergbericht einen guten Überblick über das Wetter im Alpenraum für das jeweils kommende Wochenende. Er erscheint jeden Donnerstag um 16 Uhr.

Neue Notfall-App

Wandern ist gesund. Trotz aller Vorbereitung bleibt jedoch immer ein geringes Restrisiko bestehen. Für den Notfall gibt es in weiten Teilen der Ostalpen deshalb ein sehr gut ausgebautes Rettungsnetz, das immer weiter verbessert wird. So ist nun in länderübergreifender Zusammenarbeit eine Notfall-App für Tirol, Südtirol und Bayern entwickelt worden. Mit einem Klick werden dabei alle wichtigen Daten an die für die Region zuständige Leitstelle übermittelt und eine direkte Sprachverbindung aufgebaut. Die App entstand in Zusammenarbeit der Abteilung Zivil- und Katastrophenschutz des Landes Tirol, der Agentur für Bevölkerungsschutz der Autonomen Provinz Bozen in Südtirol und dem Katastrophenschutz des Bayerischen Innenministeriums des Innern, Sport und Integration. Alle Infos gibt es in diesem Beitrag auf alpenverein.de

Das sind die besten Herbsttouren

Sonnig, nicht allzu weit nach oben und mit Einkehrmöglichkeit – so sehen Touren aus, die man bis spät in den Herbst hinein machen kann. Unter alpenvereinaktiv.com stehen Touren zur Verfügung, die diesen Kriterien entsprechen. Auch zwei mehrtägige Wanderungen sind dabei. Zur Mitnahme in die Berge sind die Touren ausdruckbar oder in der dazugehörenden kostenlosen App auf dem Smartphone offline zu speichern.

Herbst in den Bergsteigerdörfern

Bergsteigerdörfer sind ideale Ausgangspunkte für Herbstwanderungen und perfekte Ziele fürs Wochenende. Dort hat die Natur Vorrang, Schutzgebiete werden erhalten und gepflegt, seilbahntechnische Erschließungen sind kein Thema, sanfter Tourismus ist in der Gemeindepolitik kein Fremdwort, Kultur und Brauchtum werden gelebt. Im Schulterschluss mit den Gemeinden setzen sich die alpinen Vereine in den Bergsteigerdörfern für eine nachhaltige und umweltschonende Tourismusentwicklung im Alpenraum ein. Bergwandertipps für die einzelnen Bergsteigerdörfer stehen hier zur Verfügung. Allgemeine Informationen zu den Bergsteigerdörfern gibt es unter alpenverein.de/bergsteigerdoerfer.

Sommer 2019: Eine gute Bergsaison

Meteorologen sprechen von einem der heißesten Sommer der Messgeschichte. In vielen Regionen Deutschlands war es zudem viel zu trocken. Für die Ostalpen trifft das so nicht zu. Über lange Strecken zeigte sich das Wetter von seiner durchwachsenen Seite, insbesondere im August war auch viel Regen dabei. Außerdem fing die Sommersaison in mittleren und hohen Lagen sehr spät an, weil im zurückliegenden Winter viel Schnee fiel und dieser lange liegen blieb. Deshalb und wegen einiger Unwetterschäden konnten viele Hütten erst später als üblich eröffnen. Dann waren allerdings in den üblichen stark frequentierten Regionen einmal mehr sehr hohe Besucherzahlen zu verzeichnen – also an den bekannten Fernwanderwegen und an den prominenten Bergen sowie in den großstadtnahen und leicht zu erreichenden Gebieten. Insofern ziehen die meisten Wirtsleute eine positive Bilanz. Kathrin Mittermayr von der Freiburger Hütte im Lechquellengebirge sagt beispielsweise: „Trotz des schwankenden Wetters sind wir mit den Übernachtungszahlen sehr zufrieden!“

Text: DAV

Fotos: DAV/Hans Herbig; DAV/Jens Klatt; Tegernsee Tourismus/Urs Golling; Florian Mittermayr; Rudolf Schicht

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