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Rescue 2012: Sieben Mal Edelmetall für deutsche Sportler

Filed in Allgemein, Rettungsschwimmen, Spitzensport, Wettkampf by on 11. Januar 2013 0 Comments • views: 81

Rang 5 in der NationenwertungIMG_2532 Schatz
Mehr als 15.000km entfernt, auf der anderen Seite der Erdkugel traf sich die internationale Rettungssportelite, um im Rahmen der Weltmeisterschaften „Rescue 2012“ ihre Besten zu ermitteln. Das deutsche Team um die beiden Weltmeister von 2010, Aline Hundt und Christian Ertel, war angetreten, es den anderen Nationen schwer zu machen und das gute Ergebnis des Jahres 2010 zu wiederholen. 42 Nationen hatten zum wichtigsten Rettungssportevent des Jahres gemeldet, und so war es vor Beginn klar, dass es für die deutschen Athleten schwer werden würde, zumal das Team auf den verletzten Weltrekordhalter Marcel Hassemeier verzichten musste, der gar nicht erst nach Adelaide angereist war.
Als erstes stand „SERC“, eine simulierte Rettungsübung mit vier Sportlern, auf dem Programm. Zum Einstieg sicherte sich die deutsche Mannschaft den neunten Platz. Dauersieger Australien war in diesem Wettbewerb wieder einmal nicht zu schlagen.SONY DSC

Starker Beginn im Pool
Wettkampftag zwei, drei und vier standen ganz im Zeichen der Poolwettbewerbe, in denen die Deutschen traditionell am stärksten sind. So gab es bereits an diesem Wettkampftag viermal Edelmetall für deutsche Sportler. Im Wettbewerb „100 m Retten mit Flossen und Gurtretter“ zeigten die beiden Sportsoldaten Adrian Flügel und Anil Sezen, die von Bundestrainerin Susanne Ehling in Warendorf betreut werden, ihre Klasse und holten sich Platz zwei und drei. Lediglich dem Weltrekordhalter Matteo Montesi aus Italien mussten Sie den Vortritt lassen. Wobei Adrian Flügel gerade eine hundertstel Sekunde nach dem Weltmeister anschlug.
Die Damen konnten in diesem Wettbewerb keine Medaillen erringen, doch der neue deutsche Rekord von Stephanie Kasperski, der am Ende Platz fünf bedeutete, zeigte, dass die Damen an ihrer Leistungsgrenze geschwommen sind.
Der Wettbewerb 200m Hindernis war ein Schaulaufen der Neuseeländer. Gleich zwei Starter der olympischen Spiele hatte das Team an Bord und schwamm so ungehindert dem Sieg entgegen. Deutsche Sportler konnten sich nicht für die A-Finalläufe qualifizieren. Im B-Finale wurde Katrin Altmann Sechste.IMG_2454 SIlber

Knappe Entscheidungen
Eine knappe Entscheidung gab es bei den Staffeln. In der 4x50m Hindernisstaffel trennten die Frauen nur 0,4 Sekunden vom Bronzerang, das bedeutete am Ende Platz 6. Die Herren wurden Fünfte.
Wie nah Sieg und Niederlage beieinander liegen zeigte die Disqualifikation von Anke Palm, die einen starken Auftritt hatte und in der „Kombinierten Rettungsübung über 100m“ in den Vorläufen unter die Top 8 vorstoßen konnte, aber leider wegen unsauberer Puppenschlepptechnik disqualifiziert wurde. Platz zehn in diesem Wettbewerb ging an Fabienne Göller.
Silber und neuen deutschen Rekord gab es im Finale der „Kombinierten Rettungsübung über 100m“ der Herren. Christian Ertel musste sich nur dem Italiener Legnani geschlagen geben. Sein Bruder Christoph wurde 9.
Nicht ganz optimal verlief die 4x25m Puppenstaffel. Die deutschen Damen als Weltrekordhalterinnen angereist, erreichten am Ende nur den fünften Rang. Die Belgierinnen siegten in neuer Weltrekordzeit. Die Ausbeute der Herren war besser, ihr Rennen bescherte der Staffel am Ende Silber.

Am letzten Pooltag freute sich Kai-Uwe Schirmer über eine Bronzemedaille in der Disziplin „100m Retten mit Flossen“. Anil Sezen musste in dieser Disziplin enttäuscht seine Disqualifikation zur Kenntnis nehmen, denn er ging als Vorlaufschnellster aussichtsreich in das Finale. Leider zeigte auch der sofort eingereichte Videobeweis des Teammanagers Lothar Thorwesten keinen eindeutigen Widerspruch zur Kampfrichterentscheidung und so musste man sich der harten Entscheidung beugen.

Platz vier in Finale „50m Retten“ rundete den Tag der knappen Entscheidungen für das deutsche Team nur beinahe ab, denn auch die Gurtretterstaffel verpasste die Spitzenzeit ganz knapp, freute sich aber dennoch über die Silbermedaille.
Nach den Disziplinen in der Schwimmhalle behauptete sich Deutschland in der Halbzeitbilanz als drittbeste Nation auf einem Podestplatz. Dies bedeutete auch gleichzeitig die direkte Qualifikation für die World Games im kommenden Jahr in Cali, Kolumbien.IMG_0867 - Kopie

Neuseeland siegt vor Australien
Am Strand und im Ozean schlug dann die Stunde der Australier und Neuseeländer. Neben einigen guten Platzierungen deutscher Sportlerinnen und Sportler sind hier besonders der 7. Platz für Julia Schatz im Board Race und der zwölfte Platz des jungen Daniel Roggenland, der bei seiner WM-Premiere eine Duftmarke setze, zu erwähnen.
In der Endabrechnung der Nationen setzten sich die Neuseeländer etwas überraschend gegen die favorisierten Gastgeber durch. Frankreich und Italien folgten auf den beiden weiteren Plätzen. Das Team von Susanne Ehling sicherte sich Rang 5. Seit vielen Jahren kehrte das deutsche Team ohne Titel von der WM zurück.

Die Bundestrainerin zog folgende Bilanz: „Ich bin mit dem Mannschaftsergebnis sehr zufrieden. Wir sind fünftbeste Nation von 42 gestarteten. Auf Grund eines Brech-Durchfall-Virus hatten einige Sportler mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen und konnte nicht volle 100% geben. Die Ergebnisse sind dennoch richtig gut.“ Zu den starken Franzosen befragt, sagte sie weiter: „Die Franzosen richten in zwei Jahren die WM aus und haben mächtig investiert und aufgerüstet. Entsprechend motiviert sind sie an den Start gegangen. Schon bei der EM im letzten Jahr lagen sie vor uns. Besonders im Freigewässer punkten sie gut. Da haben wir noch Nachholbedarf.“
Weitergehende Informationen finden Sie auf dlrg.de/Rettungssport und auf den facebook.com/Wasserrettung.

Text: Sebastian Löw
Fotos: DLRG

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