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Marathon-Oberfeldwebel Mocki: „Der Druck war groß“

Filed in Allgemein, Marathon, Spitzensport, Wettkampf by on 16. Dezember 2013 0 Comments • views: 93

43. New York City Marathon

Archivfoto 2009. 26. AVON RUNNING Berliner Frauenlauf.

Archivfoto 2009. 26. AVON RUNNING Berliner Frauenlauf.

Bei der 43. Auflage des New York City Marathons, dem mit 55.000 Ausdauersportlern weltweit größten Marathon-Event, zeigte die Siegener Sportsoldatin Sabrina Mockenhaupt ihr großes Kämpferherz und finishte als starke Siebte. Mit der ausgezeichnete Platzierung ist zugleich Sabrina Mockenhaupts Teilnahme an den Leichtathletik-Europameisterschaften 2014 in Zürich sichergestellt. Wegen der verheerenden Bombenanschläge beim diesjährigen Boston-Marathon, fand die traditionelle New Yorker Leichtathletik-Veranstaltung unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen statt.

New York City/USA. Eigentlich hatte sich die mehrere dutzendfache Langstreckenmeisterin Sabrina Mockenhaupt auf ihr diesjähriges über 42 Kilometer langes Laufabenteuer beim New York City Marathon Anfang November optimal vorbereitet. Mitte Oktober, beim Kölner Halbmarathon, nutze die 32-jährige Bundeswehrsportlerin die Gunst der Stunde und war unter den 22.000 Mitstreitern in 68:51 Minuten als schnellste Frau ins Ziel gerannt. Ein famoser Erfolg für das zierliche Leichtgeweicht, denn nur einmal in ihrer Karriere war sie auf der Halbmarathondistanz schneller gewesen. Doch der New York City Marathon sollte der für die Leichtathletik-Gemeinschaft Sieg startenden Ausdauerathletin, die aus dem gleichnamigen Siegerland stammt, zum überaus harten Brocken werden. „Der Druck nach meinem WM-Ausstieg war groß“, zwitscherte die 35-malige Deutsche Leichtathletik-Meisterin rückblickend elektronisch. Vor allem wegen des starken Nordwindes, der sich ihr auf der ersten Hälfte des 42,195 Kilometer langen New York City-Klassiker vehement entgegenstemmt hätte. So war ihre Angst groß, nach ihrer Halbmarathon-Durchgangszeit von exakt 76 Minuten erneut auf dem Pfad der Enttäuschung wandern zu müssen.

Mit großem Kämpferherzen ins Ziel

Doch dann kam doch alles anders. Und vielleicht setzte das eher mäßige Zwischenergebnis sogar das entscheidende Quäntchen Adrenalin frei. Ein unerwarteter Rennverlauf folgte nun zusehends. „Aber es ging auf der zweiten schwierigeren Hälfte doch irgendwie, und ich habe endlich noch mal mein ‚Mocki-Kämpferherz‘ spüren können! Hatte in der letzten Zeit gedacht, ich hätte es verloren!“, schrieb Sabrina Mockenhaupt anschließend im Social-Portal Facebook. So raffte sich die psychisch robuste Routineläuferin von der Bundeswehr-Sportfördergruppe Mainz gewaltig auf und fasste neuen Mut. Im Rekordfeld der über 55.000 ausdaueraffinen Mitstreiter ging die taffe Spitzenathletin plötzlich auf Aufholjagd – und wuchs dabei förmlich über sich hinaus. Ein Formanstieg, der während der Endphase des schweren Rennens in der Konkurrenz haushoch gehandelter Kenialäuferinnen nicht ohne Folgen blieb.

Millionenpublikum beflügelte

Und das vor einem breiten Millionenpublikum, denn 2012 musste das famose „Big-Apple-Rennen“ wegen unzähliger Hurrikan-Schäden kurzfristig abgesagt werden. Nun von einem frenetischen Begeisterungssturm begleitet, wuchsen der quirligen „Mocki“ – wie die sympathische Läuferin in der deutschen Marathonszene anerkennend genannt wird – regelrecht Flügel. Vor Mocki, die mit Volldampf dem Ziel entgegen stürmte, musste dann sogar die zurückgefallene kenianische Weltmeisterin Edna Kiplagat den Hut ziehen. Mit hervorragenden 2:29:10 Stunden im Ziel und der heißersehnten Fahrkarte für die Zürich-EM 2014 im Tornister, stand mit Oberfeldwebel Sabrina Mockenhaupt nicht nur die Rangsiebte, sondern auch die beste Deutsche seit 2004 auf dem Top-Ten-Treppchen.

Starker siebter Rang

Schnellste auf der ausgesprochen schwierigen Strecke wurde die Kenianerin Priscah Jeptoo, die Olympiazweite, die in exzellenten 2:25:07 Stunden deutlich überzeugte. Bei den Männern finishte – wie schon 2011 – Kenias Ausnahmeläufer Geoffrey Mutai in 2:08:23 Stunden, der für den Sieg 100 000 Dollar Preisgeld und weitere 500 000-Dollar als Prämie für den Gesamtsieg bei den World-Marathon-Majors, den weltweit fünf wichtigsten Marathonrennen, kassierte. Nicht unbeachtet blieb auch das hohe Sicherheitsaufgebot: Wegen der Bombenanschlagsserie beim Boston-Marathon im April waren die Sicherheitsvorkehrungen beim New York City Marathon drastisch verschärft worden. Mehrere tausend Polizisten und Sicherheitskräfte befanden sich rund um die Wettkampfstecke im Einsatz. Bei der Pressekonferenz teilte der Veranstalter mit, dass das Budget für das Sicherheitskonzept mit nun insgesamt einer Million Dollar verdoppelt wurde.

Text & Foto: Volker Schubert

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