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Ein Hauch von Weltcup – Die internationalen Divisionsskimeisterschaften 2014

Filed in Allgemein, Gebirgsjäger, Militärische Wettkampfe, Wettkampf, Wintersport by on 3. April 2014 0 Comments • views: 74

 

Die Mannschaft des Gebirgsjägerbataillons 232 beim Start.

Die Mannschaft des Gebirgsjägerbataillons 232 beim Start.

Die hochkarätigen Meisterschaften werden ihrem Namen gerecht. Über 500 Angehörige der Bundeswehr und der Polizei sowie rund 100 ausländische Soldatinnen und Soldaten nehmen an den Wettkämpfen teil. Mannschaften aus Bulgarien, Italien, Österreich, Polen, Schweiz, Slowenien, Spanien und den USA sind angetreten, um im Skisport ihre Kräfte zu messen.

Brigadegeneral Johann Langenegger eröffnete im Skizentrum Götschen bei Bischofswiesen feierlich die Internationalen Divisionsskimeisterschaften. Ein besonderes Spitzensporterlebnis warangesichts der Teilnehmer auf Spitzenniveau garantiert. Die Schirmherrschaft hatte Georg „Schorsch“ hackl für die insgesamt 542 Sportler übernommen.

Massenstart: 225 Starter spurten bei einem der beiden Starts los. Die
Zeitnahme erfolgt dabei über Transponder-Armbänder, die jeder
Wettkämpfer am Körper trägt.

Massenstart: 225 Starter spurten bei einem der beiden Starts los. Die
Zeitnahme erfolgt dabei über Transponder-Armbänder, die jeder
Wettkämpfer am Körper trägt.

Beim Wettkampf des Eröffnungstages gewann der Stabsgefreite Josef Rottmoser, Soldat im Gebirgsjägerbataillon 231 aus Bad Reichenhall und amtierender Weltmeister im Skibergsteigen mit großem Abstand vor seinen Verfolgern mit einer beachtlichen Zeit von 22:05,4. Auf dem zweiten Platz in der Klasse der aktiven Soldaten landete der Oberstabsgefreite Thomas Trainer, gefolgt vom Gefreiten Josef Huber. Alle drei sind Leistungssportler, stammen aus dem Gebirgsjägerbataillon 231 aus Bad Reichenhall und ließen anderen teilnehmenden Verbänden und Einrichtungen und ihren Wettkämpfern keine Chance.

Im Biathlon sorgte die Mannschaft der US Army National Guard für eine Überraschung. In der Biathlon-Staffel über 7,5km verwiesen Private First Class (PFC) Jorden McElray, PFC Wynn Roberts und Specialist (SPC) Jacob Dalberg mit einer Zeit von 59:08.0 die übrigen Mannschaften auf die Plätze. Der Kalifornier PFC McElray war 2013 Teilnehmer an den Biathlon-Juniorenweltmeisterschaften in Obertilliach, Österreich. „Vergangene Woche haben wir uns zuhause in Vermont bei -15°C auf diesen Wettkampf vorbereitet. Ich bin beeindruckt von der sehr guten Organisation und den hervorragenden Bedingungen, die die Gebirgsjäger trotz +15°C hier geschaffen haben“, so PFC Wynn Roberts. Er war Mitglied der US-Biathlon-Mannschaft bei den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver, Kanada, und nützt nun die Internationale Divisionsskimeisterschaft als Vorbereitung auf die Auswahltests für den US-Nationalkader der nächsten Saison.

Die Mannschaft des Gebirgsjägerbataillons 231 aus Bad Reichenhall beim
Schießen. Schießfehler waren es letztendlich, die den Sieg kosteten.

Die Mannschaft des Gebirgsjägerbataillons 231 aus Bad Reichenhall beim
Schießen. Schießfehler waren es letztendlich, die den Sieg kosteten.

Die Königsdisziplin der militärischen Wettkämpfe
Sie ist der Höhepunkt der Wettkämpfe der Internationalen Divisionsskimeisterschaften – die Militärpatrouille. In der Chiemgau-Arena traten 17 aktive Mannschaften der Bundeswehr an, drei Teams aus dem Ausland sowie fünf Reservistenmannschaften. Mit militärischer Skiausrüstung mussten die Mannschaften der Bundeswehr an den Start gehen, Gäste und ausländische Mannschaften sind von dieser Regel ausgenommen. Soldaten aus jeder Dienstgradgruppe sind in den Teams vertreten, wobei ein Offizier die Leitung des Teams übernimmt. Auf der Gesamtstrecke von fast zehn Kilometern waren dabei mehrere Stationen anzulaufen: Handgranatenzielwurf, Schießen mit dem Sturmgewehr G3 mit Kleinkaliber-Einstecklauf, Zusammenbau der Verwundetentrage und schließlich der Transport eines Soldaten auf dieser Trage die letzten 600m in das Ziel. Fehler beim Handgranatenwurf oder beim Schießen wurden dabei mit Strafzeiten belegt. In einer Taktung von acht Minuten gingen die Teams an den Start. „Entscheidend ist der Zusammenhalt in der Gruppe“, meint ein Wettkämpfer aus der Mannschaft des Gebirgsaufklärungsbataillons 230 aus Füssen. „So ist viel möglich, auch wenn wir keine Spitzensportler im Team haben“. Dass er Recht hat, zeigt das Ergebnis. Denn mit einer Zeit von 01:01.12,8 erreichten die Aufklären den dritten Platz und mussten sich damit nur Mannschaften geschlagen geben, die auf Sportler von internationalem Format zurückgreifen konnten. Obwohl das Gebirgsjägerbataillon 231 aus Bad Reichenhall das Team mit der schnellsten Laufzeit war, verfehlte man den Sieg aufgrund von Strafzeiten aus dem Schießen. So ging der Sieg an das absolut fehlerfreie Team vom Gebirgsjägerbataillon 233 aus Mittenwald, das mit einer Zeit von 00:59:25,7 Maßstäbe setzte.

Das Team des Panzergrenadierbataillons 112 aus Regen auf den letzten
Metern zum Ziel.

Das Team des Panzergrenadierbataillons 112 aus Regen auf den letzten
Metern zum Ziel.

Gelebte Kameradschaft
SPC Conrad Roberts, hat sich spontan bereit erklärt, zusammen mit der slowenischen Stabsgefreiten Katja Kobentar in der gemischten Biathlon-Staffel über 7,5km anzutreten. Ein schönes Zeichen für das kameradschaftliche Miteinander und die Multinationalität der Internationalen Divisionsskimeisterschaften 2014. Mit einer Zeit von 59:46.8 belegten sie in der Gästewertung Platz 2. Respekt zollten Aktive und Zuschauer Kobentar ohnehin. Sie hat an nahezu jedem Wettkampf der Internationen Divisionsskimeisterschaften teilgenommen, teilweise auch mehrfach täglich und jedes Mal beachtliche Ergebnisse erzielt. Dennoch bleibt die 32jährige Logistiksoldatin bescheiden: „Dabei zu sein, ist für mich alles. Skifahren macht mir Spaß und verbindet.“

Autor: Hauptmann Christian Matok
Bilder: Hauptgefreiter Anton Koenigs

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