Fecht-Weltmeisterschaften in Moskau

Joppich Fechtszene 1

Peter Joppich wieder in der Weltspitze zurück. Ganze fünf Treffer fehlten dem Koblenzer Peter Joppich zum Einzug in das Halbfinale der Fecht-Weltmeisterschaften in Moskau. Der achte Platz war gleichwohl Ergebnis eines starken Wettkampftages des viermaligen Florettweltmeisters.
Man kann die Saison des viermaligen Einzelweltmeisters sicher als durchwachsen bezeichnen. Nur ein Mal erreichte er in den vergangenen Monaten ein Achtelfinale, schied ansonsten bereits vorher aus. Und nicht wenige unkten, dass die „große Zeit“ des Peter Joppich vorbei sei.

In Moskau belehrte der 32-jährige alle Zweifler eines Besseren. Zunächst setzte er sich in seinem Auftaktkampf gegen den Briten Miles Chamley- Watson aus Großbritannien, seines Zeichens Weltmeister des Jahres 2013, mit 15:12 durch, manifestierte damit eindrucksvoll alte Stärke. Pech war sicher, dass er in der Runde der letzten 32 auf seinen Mannschaftskameraden Sebastian Bachmann aus Tauberbischofsheim traf. Hier entschied in einem bis zum Schluss offenen Kampf der letzte Treffer. Den setzt Joppich im Suden Death, qualifizierte sich damit für das Achtelfinale, das er ebenfalls siegreich gestaltete. Erst der US-Amerikaner Gerek Meinhardt vermochte es, die Erfolgsserie des Schützlings von Bundestrainer Uli Schreck zu stoppen, behielt mit 15:10 die Oberhand.Säbel-Team 02_groß

Eine gewisse Zufriedenheit stellte sich beim Koblenzer nach der nur kurz währenden Enttäuschung über den verpassten Podestplatz dann doch ein. „Natürlich ist es ärgerlich, dass es so kurz vor der Medaille war. Ich habe mich doch schwer getan in dieser Saison“, meint Peter Joppich später. „Ich freue mich, dass ich wieder ein gutes Turnier gefochten habe. Was ich jetzt in den zwei Tagen gefochten habe, hatte wieder Hand und Fuß. Natürlich hätte ich die Medaille gern gehabt, aber es ist gut zu wissen, dass ich wieder das auf die Bahn bringe, was ich kann. Ich bin wieder da, wo ich hin wollte“, sagt Peter Joppich über seinen Wettkampftag. „So, wie Peter hier heute aufgetreten ist, war das eine tolle Leistung von ihm“, lobt Sportdirektor Sven Ressel kurz nach dem Viertelfinalmatch. „Er hat bewiesen, dass er wieder mit der Weltspitze mithalten kann. Was er hier gezeigt hat, fand ich sehr überzeugend“, fügt er hinzu.
Der achte Rang im Gesamtklassement bringt den Koblenzer Florettartisten zumindest vorerst auf einen direkten Qualifikationsplatz. Doch davon will Joppich allerdings selbst nichts wissen. Für ihn habe oberste Priorität, sich mit der Mannschaft für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro zu qualifizieren. Nach Athen, Peking und London wären es dann seine vierten Spiele, die er bestreiten würde.

Dormagener Säbel-Team Medaillen-Garant in Moskau

Matyas Szabo, Benedikt Wagner, Nicolas Limbach und Max Hartung, letzterer hatte mit Bronze in der Einzelentscheidung bereits vorgelegt, waren mit dem Nimbus des Titelverteidigers in die russische Hauptstadt gereist. Vier Wochen zuvor hatte das Team von Bundestrainer Vilmos Szabo zudem Gold bei den Europameisterschaften erkämpft. Doch die erfolgreiche Titelverteidigung blieb den vier in Moskau verwehrt.

Peter Joppich 10Souverän hatte man sich zunächst für die Runde der letzten Acht qualifiziert, siegte im Viertelfinale gegen die USA mit 45:40. Mit einem herben Beigeschmack endete die Halbfinalpartie gegen Gastgeber Russland. „Leider war der Kampfrichter absolut auf der Höhe, aber eben einseitig“, findet Säbel-Coach Szabo nach dem Mannschaftskampf kritische Worte. Sportdirektor Sven Ressel ergänzt: „Im Fußball würde man sagen, wir wurden verpfiffen“. Klare Treffer wurden dem deutschen Team nicht gegeben, umstrittene Entscheidungen immer pro Russland gewertet. „Uns wurde in diesem Match schlichtweg die Möglichkeit genommen, zu gewinnen“, kommentiert Hartung das Geschehen. 45:32 endete das Gefecht zu Gunsten Russlands, die damit in das Finale einzogen.
Das „kleine Finale“ um Bronze machten die vier Dormagener dann zu klaren Angelegenheit, ließen den Franzosen nicht den Hauch einer Chance, überrannten diese förmlich und gewannen souverän mit 45:30. „Nach dem verlorenen Halbfinale haben wir uns umso mehr vorgenommen, Bronze zu holen“, blickt Bernedikt Wagner zurück. Matyas Szabo setzte im letzten Gefecht des kleinen Finals den entscheidenden Treffer zum 45:30, feierte danach mit seinen Mannschaftskameraden ausgiebig den dritten Rang. „Jetzt sind wir sehr zufrieden. Wir haben hier eine Medaille gewonnen, sind Europameister geworden. Das war eine sehr gute Leistung vom gesamten Team“, freut sich Wagner. „Vor einem Jahr haben wir den Titel geholt, wurden in diesem Jahr Europameister und haben jetzt wieder eine Medaille geholt. Das ist stark“, lobt Trainer Vilmos Szabo seine Jungs. „Ich habe eine tolle Mannschaft, die das durchgezogen hat. Das macht mich sehr glücklich“, ergänzt er freudestrahlend.

 

Text und Foto: Olaf Wolf

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