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Telemarken – der Kick mit der freien Ferse

Filed in Allgemein, Skisport, Wintersport by on 18. November 2015 0 Comments • views: 30

Jonas_1Gibt man bei Google den Suchbegriff Telemark ein, werden zuerst die Reiseinformationen zur Provinz Telemark in Norwegen, dicht gefolgt von der Landung im Skispringen, die bei guter Ausführung mit hohen Haltungsnoten belohnt wird, angezeigt. Dass es sich hierbei um eine ursprüngliche Art des Skifahrens und eine eigene Sportart handelt, für die die freie Ferse und das gebeugte hintere Bein charakteristisch ist, weiß kaum jemand.

Foto: Jonas Schmid

Knapp 20 Nationen kämpfen in dieser Sportart in den verschiedenen Disziplinen um FIS Weltcuppunkte, Kristallkugeln und Medaillen. Ein Telemarkrennen besteht grundsätzlich aus vier Teilen: Dem Riesenslalom, einem Sprung, dem Kreisel und einem Skatingteil. Da alle Teile stets in einem Rennen integriert sind, muss die Geschwindigkeit nach dem Riesenslalom und dem Sprung über die Schanze reduziert werden. Die Sportler durchfahren deshalb eine 360° Steilwandkurve – den sogenannten Kreisel – und absolvieren im Anschluss den letzten Abschnitt des Rennens im Skating. Diese einmalige Kombination macht die Wettkampfveranstaltungen sehr attraktiv. Zusätzlich erschwert werden die Rennen durch eine Weitenvorgabe beim Sprung und eine vorgegebene Landung im telemarktypischen Ausfallschritt. Schafft man dies nicht und ist die Telemarktechnik in den Schwüngen nur ungenügend ausgeprägt, drohen Zeitstrafen die auf die Finalzeit aufaddiert werden und das Klassement noch einmal entscheidend verändern können.

Im FIS Weltcup der Telemarker gibt es drei verschiedene Disziplinen: Sprint, Classic und Parallel Sprint. Der Sprint zeichnet sich dadurch aus, dass die Module Riesenslalom, Sprung und Skating je einmal vorkommen. Gefahren wird in zwei Durchgängen und die Laufzeit beträgt etwa 55 Sekunden. Beim Classic dagegen gibt es nur einen Durchgang mit Laufzeiten bis zu drei Minuten und alle Module können mehrfach vorkommen. Das für Zuschauer spannendste Format ist der Parallel Sprint, bei dem die Sportler in einem Kopf an Kopf Rennen gegeneinander antreten. Nach einem Parallelslalom inklusive Sprung, stürzen sich die Athleten gemeinsam in die Steilwandkurve, um im Anschluss beim Skating den Zweikampf zu entscheiden. Das sorgt für packende Szenen und fordernde Zweikämpfe kurz vor dem Ziel.

Tobi_1

Ein erfolgversprechender Winter steht vor der Tür, denn in der vergangenen Saison 2014/2015 haben Johanna Holzmann, Tobias Müller und Jonas Schmid gemeinsam bei 51 Weltcupstarts 24 Medaillen erkämpft. Genauso erfolgreich ging es bei der Weltmeisterschaft in Steamboat Springs (USA) weiter: An dieser Stelle ein großes Lob an Tobias Müller, der in allen Einzeldisziplinen die Goldmedaille mit nach Hause nahm.

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Die anderen Teammitglieder haben bei den Wettkämpfen der Weltmeisterschaft ebenfalls hervorragende Leistungen gezeigt: Im Teamwettkampf holte Tobias Müller gemeinsam mit Johanna Holzmann und Jonas Schmid die Bronzemedaille. Weiterhin konnte Jonas Schmid die Bronzemedaille im Classic und Johanna Holzmann bei den Junioren zweimal Gold gewinnen. Der Jüngste im Team, Moritz Hamberger erreichte mit Platz 4 bei den Junioren ebenfalls ein sehr gutes Ergebnis.

Um im kommenden Weltcupwinter 2015/2016 mit den Athleten der anderen Nationen Schritt zu halten, haben sich Tobias Müller und Johanna Holzmann für eine Karriere bei der Bundeswehr entscheiden – hier finden sie optimale Trainingsbedingungen vor, um sich voll und ganz auf den Sport zu konzentrieren.

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In der kommenden Saison bietet sich erstmals die Möglichkeit, vom ersten bis zum letzten Wettkampf der Telemarker live von daheim aus dabei zu sein. Durch einen Livestream werden die Wettkämpfe übertragen und das Mitfiebern ab dem 27.11.2016 (Weltcupstart in Hintertux) möglich. Wer die Jungs und Mädels einmal in Aktion erleben möchte, der kann dies beim Heimweltcup in Bad Hindelang/ Oberjoch am 27./ 28. Februar 2016 in die Tat umsetzen. Wir freuen uns auf zahlreiche Zuschauer.

 

Text und Fotos: DSV

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