85. Nationale Deutsche Meisterschaften in Bamberg – Erfolge für Sportsoldaten der Bundeswehr

Timo Boll und Oberfeldwebel Kristin Silbereisen sind die Deutschen Einzelmeister des Jahres 2017. Der Weltranglisten-Zwölfte Boll schraubte vor 2.400 Besuchern in der Bamberger BROSE ARENA mit seinem Finalerfolg über Stabsunteroffizier (FA) Ruwen Filus seinen bisherigen Rekord von zehn Titeln auf die Zahl elf und setzte eine neue Bestmarke für die Ewigkeit, die Doppel-Europameisterin Silbereisen verteidigte gegen ihre Freundin und Doppelpartnerin, die Weltranglisten-Zwölfte Shan Xiaona, ihren Titel von 2016 und weist zusammen mit ihrem ersten Sieg aus dem Jahr 2010 nun bemerkenswerte drei nationale Einzelerfolge auf. Im Doppel holte sich Silbereisen zusammen mit Shan Goldmedaille Nummer zwei, bei den Herren verteidigte Filus mit seinem Partner Unteroffizier (FA) Ricardo Walther seinen Titel. Insgesamt sahen 5.500 Zuschauer an drei Tagen die nationalen Meisterschaften.

Bolls elfter Streich

Timo Boll ist und bleibt Deutschlands Mr. Tischtennis. Mit nur einem Satzverlust in fünf Spielen gewinnt der Rekordeuropameister die 85. Deutschen Meisterschaften und präsentierte sich dem oberfränkischen Publikum in sehr guter Form. Die Neuauflage des umkämpften Endspiels aus dem Jahr 2015 wurde diesmal eine klare Angelegenheit zugunsten des Favoriten. Der Rekordsieger ließ dem gebürtigen Niedersachsen Filus beim 4:0-Sieg keine Chance. „Timo ist ein absoluter Weltklassespieler. Ich habe es nicht geschafft, genügend Qualität in meine Bälle zu bringen. Glückwunsch an Timo“, resümierte der faire Verlierer, der froh war, sich im Halbfinale gegen Benedikt Duda durchgesetzt zu haben: „Da habe ich sehr gut gespielt.“ Die zweite Bronzemedaille ging an Dudas Vereinskollegen Ricardo Walther, der Boll den einzigen Satzverlust des Turniers bescherte.

Siegerehrung der Herren (v.l.): Stabsunteroffizier (FA) Ruwen Filus, Timo Boll , Benedikt Duda und Unteroffizier (FA) Ricardo Walther.

Silbereisen mit drittem Titel

Bei den Damen gab es im Endspiel zumindest eine kleine Überraschung. Das Duell der Freundinnen, Doppelpartnerinnen und zweifachen Deutschen Meisterinnen Shan Xiaona und Kristin Silbereisen konnte die Bayerin in einem packenden Finale mit 4:2 gewinnen. Große Freude gab es natürlich bei der Siegerin, die schon mit 0:2-Sätzen im Rückstand lag. „Nach den ersten zwei Sätzen wusste ich nicht, wie ich das Spiel gewinnen soll. Ab dem dritten Satz habe ich mir gedacht, ich spiele jetzt Satz für Satz und bin besser in das Match reingekommen.“

Silbereisen und Shan holen souverän Gold

Im Einzel-Finale Konkurrenten, im Doppel gemeinsam zum Titel: Shan Xiaona und Kristin Silbereisen hatten mit ihren Finalgegnerinnen aus Busenbach, den Ex-Nationalspielerinnen Jessica Göbel und Tanja Krämer, bei ihrem 3:0-Sieg keine Probleme. „Wir waren von Anfang an konzentriert. Das Spiel waren wir auch eher gewohnt als gegen die Youngsters im Halbfinale“, bilanziert Kristin Silbereisen. Die Youngsters, damit waren die 13- und 14-jährigen Sophia Klee und Anastasia Bondareva gemeint, die sich nicht nur sensationell ins Halbfinale gespielt hatten, sondern Doppel-Europameisterin Silbereisen und der Weltranglisten-Zwölften Shan Xiaona frech und unbekümmert Paroli boten und sogar Satzbälle hatten. „Wir waren nicht aufgeregt, haben uns gefreut auf das Spiel, im zweiten Satz hatten wir die Chance auf den Satzgewinn – aber da hat sich dann doch die Erfahrung durchgesetzt“, so Anastasia Bondareva. Im zweiten Halbfinale setzte sich ebenfalls noch einmal die Routine durch. U21-Europameisterin Chantal Mantz und die U21-EM-Zweite Yuan Wan unterlagen Göbel/Krämer.

Filus/Walther verteidigen Titel

Das Duo Ruwen Filus und Ricardo Walther verteidigt seinen Doppeltitel von Bielefeld 2016. Lokalmatador Kilian Ort und der U21-EM-Zweite Dang Qiu, beide erst 20 Jahre alt, präsentierten sich bei der 1:3-Finalniederlage zwar stark und leistete bemerkenswerte Gegenwehr, am Ende jubelte aber das europäische Spitzendoppel: „Es war ein schwieriges Spiel, die beiden haben viele gute Bälle getroffen. Aber zum Schluss haben wir verdient gewonnen“, resümiert Filus. Zuvor hatten sie im Halbfinale gegen Stabsunteroffizier (FA) Steffen Mengel und Thomas Brosig gewonnen, Ort/Qiu hatten sich gegen das an Position zwei gesetzte Duo Dennis Klein und Benedikt Duda behauptet.

Text: DTTB  Foto: Guido Schiefer / www.guidoschiefer.de

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