Nachhaltigkeit und Kanusport

„Warum müssen sich der Kanusport und damit Verbände, Vereine und auch jede*r einzelne Kanusportler*in mit der Ressourcenschonung und dem achtsamen Einsatz der Mittel auseinandersetzen?“ „Wir machen doch schon Vieles“, … von der Nutzung der Bootsanhänger, über Fahrgemeinschaften bis zum naturschonenden Verhalten beim Kanusport, und nicht zu vergessen der „MUSS“ – Müll-Unrat-Sammel-Sack, der seit Jahren in den Booten zum Einsatz kommt, fragen die Mitglieder des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV).
Die Antwort auf diese Frage gibt der DKV mit seiner Erklärung zur Nachhaltigkeit im Kanusport zusammen mit dem 10-Punkte-Plan, einem Leitfaden für die praxisgerechte Umsetzung im Sportverband und dem eigenen Verhalten. Denn die die aktuellen Diskussionen zum Klimaschutz und die sich immer deutlicher abzeichnenden weltweiten sozialen Verwerfungen berühren auch den Kanusport. Deshalb stellt sich der DKV der Diskussion, ob Kanusport noch als nachhaltig zu bewerten ist. Denn heute müssen die Rahmenbedingungen für den Kanusport der Zukunft gestaltet werden!

Kajakfahrer Olaf Obsommer auf seiner nachhaltigen Bike2Boat-Tour.

Im Deutschen Kanu-Verband ist man sich bewusst, dass es kein konkretes Handlungsschema für nachhaltiges Handeln gibt. Die Vielfalt des Kanusports schließt einfache Rezepte aus. Aus diesem Grunde wird auf die Verabschiedung konkreter einzelner Tätigkeiten verzichtet. Vielmehr sollen alle Mitglieder im DKV motiviert werden, die Verantwortung ihres Handelns als Kanusportler zu erkennen und das gesamte Verhalten am Prinzip der Nachhaltigkeit auszurichten.

Der Verband setzt auf die Eigenverantwortung und Einsicht der Menschen, die mit einem geschärften Bewusstsein und freiwillig veränderten Verhalten langfristig den gewünschten Effekt bringt.

10 Punkte für Nachhaltigkeit im Kanusport

1. Der Deutsche Kanu-Verband bekräftigt seine Verantwortung zum nachhaltigen Handeln. Alle Handlungen und Aktivitäten im DKV werden sich an ökologischen, ökonomischen und sozialen Aspekten orientieren. Ein besonderes Augenmerk werden klimaschädliche Auswirkungen des Kanusports erhalten. Diese gilt es zukünftig gleichermaßen im Leistungs- und Freizeitsport zu minimieren.

2. Können klimaschädliche Emissionen nicht vermieden werden, setzen sich die Teilnehmer an Veranstaltungen des DKV für eine Kompensation ein. Zur Unterstützung wird der DKV seinen bereits vorhandenen Ausgleichsfonds verwenden.

3. Für eine zügige Anpassung an nachhaltige Handlungsweisen entwickelt der DKV Handlungsempfehlungen für vielfältige Handlungsebenen.

4. Nachhaltiges Handeln wird zukünftig in den unterschiedlichen Regelwerken verankert. Hierzu werden alle Regelwerke im DKV überprüft und den Erfordernissen angepasst.

5. Im Bereich der Ausbildung wird das Thema Nachhaltigkeit im Kontext mit dem Themenfeld „Umwelt“ verbindlicher Ausbildungsinhalt. Dazu werden die Rahmenrichtlinien Ausbildung überarbeitet.

6. Alle Veranstaltungen, die nach den Wettkampfregeln des DKV durchgeführt werden oder die im DKV-Sportprogramm veröffentlicht sind, werden schrittweise an die Erfordernisse nachhaltigen Handelns angepasst.

7. Auszeichnungen für Kanuten oder für Kanu-Vereine werden an Nachhaltigkeitsanforderungen angepasst. Auch hier werden die Vergaberichtlinien überarbeitet.

8. Damit das Thema Nachhaltigkeit ein dauerhaftes Thema bleibt, enthält jeder Jahresbericht eines ehren- oder hauptamtlich Mitarbeitenden im Bundesverband den Berichtspunkt „Nachhaltigkeit“, in dem aufgeführt wird, welche Maßnahmen zur Nachhaltigkeit ergriffen wurden.

9. Um Nachhaltigkeit im Kanusport mehr Bedeutung zu verschaffen, werden auch die Landes-Kanu-Verbände dafür eintreten, das Thema Nachhaltigkeit im Kanusport durch vielfache Aktivitäten weiter zu entwickeln.

10. Die Kanu-Vereine gestalten und bewirtschaften ihre Bootshäuser und das dazugehörige Gelände den Anforderungen an Nachhaltigkeit entsprechend. Kleine Maßnahmen und große Schritte haben hier den gleichen Stellenwert.

Text: Deutscher Kanu-Verband e.V.

Foto: Jens Klatt

 

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