Bundeswehr-Spitzensportförderung – Militärsportliche Leibeserziehung proaktiv steuern: Zentraler Stellenwert der Leichtathletik

Tokios Corona-geplagten Ausfall-Olympia-Sommer startete der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) im globalen Quarantänejahr 2020 mit einer personellen Neuausrichtungsoffensive. Das dabei mit besonderer Drehzahl rotierende Personalroulette in der DLV-Spitze für den Hochleistungssport und blieb hier erstmals im Gewinnfeld Doppelspitze stehen. Denn, dass mit den beiden DLV-Sportführern um Annett Stein und Dietmar Chounard jetzt zwei absolut routinierte wie professionelle Spitzenkräfte die Leitungsebene aller Leichtathletik-Nationalmannschaftskategorien gemeinsam übernehmen, ist ebenso innovativ wie neu. In dem personalpolitischen Novum spiegelt sich ein deutliches Signal zur zukunftsorientierten Neuordnung der Verbandsarchitektur wider. Ein strukturell nachhaltiger Umbau, der sich auch auf jene 58 Sportsoldaten auswirken wird, die als Spitzenleichtathleten in die 15 Sportfördergruppen der Bundeswehr integriert sind. Der Berliner Sportjournalist Volker Schubert interviewte Dietmar Chounard, der im neuen DLV-Zweier-Team als versierter Mittler und zentraler Ansprechpartner zwischen dem nationalen Fachverband und der Spitzensportförderorganisation der Bundeswehr fungiert. 

Mit dem neuen Cheftrainerduo Stein-Chounard, das jetzt mit der konsequent zielgerichteten Steuerung des operativen Geschäfts hinsichtlich aller DLV-Nationalmannschaftskategorien der Spitzenorganisation betraut ist, implementiert der DLV ein innovatives Athleten-Monitoring, das auch den Sportssoldaten des DLV zugutekommen wird. Durch die Übernahme der neuen Leitungsebene „operative Steuerung der Nationalmannschaften“, arbeitet das Führungsduo nicht nur eng mit den Leitenden DLV-Bundestrainern zusammen, sondern auch mit den Spitzenvertretern der Bundeswehr in der Streitkräftebasis und mit den Leitern der deutschlandweit dislozierten 15 Bundeswehr-Sportfördergruppen. Für die als Diplom-Sportlehrerin auf die Disziplinkomplexität der Leichtathletik spezialisierte Annett Stein, verfügen Spitzensportler ohnehin über herausragende Persönlichkeitseigenschaften. Konkret sei das beispielsweise an den Spitzenleistungen der Sportsoldatin Christina Hering abzulesen.

Die hochgeschossene, zehnfache Deutsche Hallen- und Freiluft-Meisterin über 800 Meter (PB 1:59,41 min in 2019), Olympionikin und Universade-Zweite 2019, verdankt ihre Leistungsentwicklung neben ihrem ausgeprägten sportlichen Ehrgeiz auch der Kontinuität des Bundeswehr-Spitzensportförderprogramms. Im Mai 2020 absolvierte die Topläuferin zudem ihren Masterabschluss in Sportwissenschaften an der Technischen Universität München. Dennoch ist die 25-Jährige in eine starre Laufbahndoktrin gezwängt, denn die herausragende Athletin ist mit dem diskriminierungsbegrifflich ohnehin als überkommen kritisierten Dienstgrad „Stabsunteroffizier“ angesichts ihrer akademischen Qualifikation weit unterdotiert. Insgesamt identifiziert Annett Stein, die die Sportfördergruppen grundsätzlich positiv konnotiert, erhebliches Verbesserungspotential, insbesondere was die personelle Nachkarrierebindung von Topathleten an die Truppe betrifft. Die Fernstudienmöglichkeiten für Sportsoldaten seien richtige Schritte von vielen Verbesserungsmöglichkeiten, die es weiter auszuschöpfen gebe, so die neue DLV-Chef-Bundestrainerin zu Sportjournalist Volker Schubert.

Kompetenzorientiertes Führen und agiles Projektmanagement

Die neue Tandemlösung widme sich im Schwerpunkt der DLV-Leitidee „des kompetenzorientierten Führens“, die sich „in Form des agilen Projektmanagements“ gestalte, wie DLV-Generaldirektor Sport, Idriss Gonschinska die Personalveränderungen gegenüber Volker Schubert kommentierte. Neben der Führung des DLV-Trainerteams richtet das Cheftrainer-Duo angesichts der für den Spitzensport teils rigorosen staatlichen Corona-Eindämmungsmaßnahmen weiterhin den geschärften Blick auf die nach  2021 verschobenen Olympischen Spiele und Europameisterschaften, was insbesondere die Gestaltung aller übergeordneten Trainings- und Wettkampfprozesse in der Vorbereitung betrifft. In einem Exklusivgespräch zwischen DLV-Chef-Bundestrainer Dietmar Chounard und dem Berliner Sportjournalisten Volker Schubert für Bundeswehr Sportmagazin, stellte der DLV-Spitzensportführer die besondere Bedeutung des Bundeswehr-Spitzensportförderung zur Erzielung von medaillenträchtigen  Weltklasseleistung sowie den Stellenwert der Leichtathletik für die militärsportliche Leibeserziehung heraus, positionierte sich hinsichtlich der militärischen Rahmenbedingungen sowie der späteren, soldatenberufsorientierten Potentialausschöpfung spitzensportlicher Human Resources allerdings weniger kritisch als Annett Stein.

BwSportMag: Dietmar Chounard, neben Chef-Bundestrainerin Annett Stein sind Sie das männliche Konterfei im neuen Strukturgerüst der Chef-Bundestrainerdoppelspitze und in dieser Position unter anderem mit der Scharnier- und Koordinationsfunktion zur Spitzensportförderung innerhalb des zuständigen Geschäftsbereichs im Bundesverteidigungsministerium betraut. Viele der DLV-Topleichtathleten sind Sportsoldaten. Das ist zwar Fakt, aber auch innerhalb der deutschen Leichtathletik-Gemeinde nicht unbedingt Allgemeinwissen, wenn ich dabei an so klingende Namen wie 3.000 Meter Hindernisläufer Karl Bebendorf und Martin Grau, 800 Meter Spezialistin Christina Hering, die neue 3.000 Meter Hindernisikone Gesa Felicitas Krause oder die Sprintercrew um Lisa Mayer, Julian Reus oder Gregor Traber denke, um nur einige der nationalen wie internationalen Topathleten zu nennen. Welche Bedeutung schreiben Sie der Spitzensportförderung durch das Wehrressort zu, um zunächst einen allgemeinen Einstieg zu finden?

Militärische Anforderungen bei Sportsoldaten verschwindend gering

Dietmar Chounard: Zunächst einmal empfinden wir tiefe Dankbarkeit hinsichtlich der Spitzensportförderung durch die Bundeswehr. Wir haben derzeit 58 Athleten im Spitzensportförderprogramm der Bundeswehr. Es ist mittlerweile so, dass die militärischen Anforderungen an die Sportsoldaten verschwindend gering sind, die Bundeswehr auch an jeder Stelle bei der Planungen von militärischen Lehrgängen auf die Interessen des Spitzensports Rücksicht nimmt und somit die Belange der Bundeswehr damit auch untergeordnet sind, was auch den sportplanerischen Jahresablauf sowie die spitzensportlichen Jahreshöhepunkte betrifft.

Wir genießen innerhalb der Bundeswehr ein hohes Maß an Vertrauen, bekommen dort auch eine hohe Dichte an medizinischer Betreuung. Das heißt, all die sportmedizinische Versorgung durch das zuständige Zentrum Sportmedizin der Bundeswehr in maßstabgebend, und wir finden dort ganz enge Abstimmungsprozesse mit oft optimalen Ergebnissen vor. Und somit sind wir überaus dankbar über diese Förderung.

BwSportMag: Gibt es aus Cheftrainersicht aktuell noch weitere erkennbare Unterstützungspotentiale und Supportmöglichkeiten – etwa im sportpsychologischen wie im physikalisch-therapeutischen Bereich oder bei der Karriereplanung für die Postspitzensportphase -, die es hinsichtlich der Optimierung und Steuerung besonders im Makrozyklus sukzessive auszuschöpfen gilt?   

Förderkonzept: DLV-Chef-Bundestrainer Chournard hoch zufrieden

Dietmar Chounard: Für einen weiteren Ausbau kann ich derzeit keine weiteren Potentiale erkennen, weil, erstens die Spitzensportler, die der Sportfördergruppe angehören, mittlerweile auch studieren können – und zwar während ihrer Zugehörigkeit zu den Bundeswehr-Sportfördergruppen und in enger Abstimmung mit der Truppe und den Universitäten und Hochschulen. Und zweitens, weil unsere Athleten auch so ihren Berufsweg nach der Spitzensportförderungszeit einschlagen und in der Bundeswehr bereits schon vorbereiten können. Somit sind wir auch hier hochzufrieden mit dem derzeitigen Förderkonzept. Ich bin auch im engen Kontakt mit der Bundeswehr, das heißt, ich habe auch regelmäßig Abstimmungsgespräche in Bonn, um die notwendigen Prozesse dann auch entsprechend zu beschleunigen und umzusetzen und stoße dort ebenso regelmäßig auf offene Ohren, wie jegliche Unterstützung  und offene Gegenliebe.

BwSportMag: Die Bundeswehr, genauer das Bundesverteidigungsministerium, warb im Vorfeld der Olympischen Sommerspiele von Rio 2016 recht intensiv mit der Parole, dass die Truppe „Offizieller Ausbilder von Vorbildern“ sei. Dabei reflektierten die Kampagnenmacher bildstark auf so erfolgreiche Topathleten, wie den absoluten Weltklasseturner Marcel Nguyen – zweimaliger Silbermedaillengewinner der Olympischen Sommerspiele von 2012 in London -, der als Sportsoldat allerdings nur mit dem sogenannten Mannschaftsdienstgrad Oberstabsgefreiter dotiert wurde.

Mit der Werbemaßnahme unter der Überschrift ‚Arbeitgebermarke Bundeswehr‘  beabsichtigte der Bendler-Block zu suggerieren, dass die Zugehörigkeit zur Truppe quasi charakterbildend und persönlichkeitsformend sei. Ist es reziprok beleuchtet aber nicht vielmehr so, dass die Spitzenathleten Tugenden, wie Disziplin, Mut, Kampfgeist und Einsatzwille in die Truppe tragen; verläuft also der Partizipationsprozess in der Wirklichkeit nicht genau umgekehrt zur Stoßrichtung der Werbemasche der Initiatoren ab, denn die Spitzensportler transportieren ja bereits von ihrer intrinsischen Motivation her erheblichen psychosozialen Input in die Truppe?     

      

Sportsoldaten keine reinen Soldaten

Chounard: Sie sind ja als Sportsoldaten eigentlich keine reinen Soldaten, also in ihrer militärischen Verwendung dann auch nur bedingt tauglich. Sie alle genießen dort jedenfalls einen entsprechenden Sonderstatus. Das sind aktuell 744 Sportsoldaten über alle disziplinspezifischen Sportarten hinweg, die deutschlandweit über die 15 Sportfördergruppen der Bundeswehr verteilt sind – künftig wird es sogar 850 dieser speziellen Spitzensportlerstellen geben. Und seit rund eineinhalb Jahren ist die Bundeswehr auch dabei, sich verstärkt um ausscheidende, ehemalige Spitzensportler zu kümmern und zu bemühen, um diesen Athleten am spitzensportlichen Karriereende Berufsoptionen innerhalb der Bundeswehr anzubieten.

So ist es seit letztem Herbst und erneut seit diesem März erstmals auch möglich, dass einige Sportsoldaten nun in der Offizierslaufbahn mit einem daran gekoppelten Studium in Berlin beginnen können. Diese Möglichkeiten haben jetzt die ersten acht Athleten aufgenommen, und es gibt jetzt auch die Möglichkeit für ehemalige Sportsoldaten als Bundeswehrtrainer innerhalb der Truppe wiederum Anstellung und Verwendung zu finden. Und das alles hat vor eineinhalb Jahren mit einer Pilotprojektveranstaltung begonnen. Diese neuen Ausbildungs- und Verwendungsmöglichkeiten wurden gut angenommen, und davon profitieren unter anderem bereits der ehemalige Weltklassekugelstoßer aus Neubrandenburg, Ralf Bartels, 800 Meter Läufer Denis Krüger aus Berlin, der ehemalige Deutscher Meister von 2014 und 2015 und Jonas Hansen, ehemals erfolgreicher 400 Meter Hürdenläufer.

Post-Spitzensportkarriere: Integration in die Truppe erhöhen

Im nächsten Zyklus wird ein ehemaliger Spitzenweitspringer dazukommen, Mario Kral. Alle diese Leichtathleten werden jetzt für die körperliche Ertüchtigung der Soldaten verantwortlich sein. Die ehemaligen Sportsoldaten dürften in dieser neuen sportlichen Verwendung hohe Akzeptanz finden, weil sie sehr authentisch sind und dabei ebenso das Bild des Soldaten wie das Berufsbild des Trainersoldaten transportieren und vermitteln können. Und weil sie aufgrund ihrer jahrelangen Spitzensporterfahrung einfach über die entsprechende Reputation verfügen. Insofern wäre das auf Dauer auch eine ‚Unsituation‘ für die Bundeswehr gewesen, dass sie ihnen bekannte Sportsoldaten zum 30. September ausscheiden lässt und zum 1. Oktober dann neue Gesichter sucht, die dann diesen Auftrag erfüllen können. Das findet jetzt eben nicht statt. Deshalb ist diese Neuregelung durchaus begrüßenswert und wird von den Athleten auch zunehmend angenommen, nämlich nach der aktiven Sportlerkarriere dann als Trainer der Bundeswehr ein neues Berufsbild und eine neue Aufgabe zu finden.       

 BwSportMag: Das leitet nahezu idealerweise in meine nächste Frage über, nämlich zur  Spitzenbesetzung der 15 Bundeswehr-Sportfördergruppen in Deutschland. Hier ist die Situation ja nicht obligatorisch so, dass ein ehemaliger Spitzensportler dort regelmäßig die Leitungsfunktion übernimmt, wie zum Beispiel Jan Fiedler, ehemaliges nationales und internationales Skilanglauf-Ass, Ex-DDR-Meister und später deutscher Skilanglaufmeister. In der Realität werden diese Posten auch von solchen Soldaten vertreten, die maximal über eine gewisse Sportaffinität verfügen.

Seitens der Athleten erhielt ich immer wieder die Äußerung, dass so einer, wie Jan Fiedler, quasi die Wunschbesetzung für solche Sportführungsposten wäre; weil er das entscheidende Verständnis für die Bedürfnisse von Spitzensportlern mitbrächte. Sind ehemalige Spitzensportler nach ihrem Karriereende als Sportfördergruppen-Leiter so etwas wie der richtige Schmierstoff zwischen notwendiger Wehradministration und der Truppe; als Sportmultiplikatoren, die dann auch echte Transferleistungen vollbringen? 

Ur-Erzgebirger, Image-Ikone und Ex-Skisportass Jan Fiedler: Hohes Engagement bei Sachsens einzigem militärischem Sportfördergruppenchef

Chounard: Also, ich bin ja in enger Interaktion mit allen uns relevanten Sportfördergruppen-Leitern. Und die haben teilweise, wie Jan Fiedler, einen leistungssportlichen Hintergrund oder wie andere auch einen nur sportaffinen Hintergrund, und ich muss sagen, die Zusammenarbeit mit allen ist sehr verständnisvoll, immer auf Augenhöhe, und es werden die Belange der Spitzensportler dort auch schon verstanden und auch entsprechend der individuellen Bedürfnisse umgesetzt. Wir haben jetzt einige ehemalige Spitzensportler, die ebenfalls in den Sportfördergruppen hier ihren weiterführenden beruflichen Werdegang gefunden haben.

Das ist in Berlin die ehemalige Deutsche Weitsprungmeisterin und frühere U23-Europameisterin Melanie Bauschke, die in der dortigen Sportfördergruppe ihre ersten beruflichen Schritte geht und nun für das Personalwesen der Bundeswehr-Athleten des Berliner Raums zuständig ist. Markus Esser, ehemaliger Weltklassehammerwerfer ist seit drei Jahren in der Sportfördergruppe Köln Stellvertretender Leiter. Und Christian Blum, ehemaliger Topsprinter, war nach Rio 2016 übergangsweise ebenfalls mehrere Jahre bei der Bundeswehr in Neubiberg bei München beschäftigt, um sich danach seinem Studium zu widmen. Insofern gehen viele diese ausscheidenden Spitzensportler jetzt auch ganz konkret den Weg in Richtung dieser sportberuflichen Perspektive.

BwSportMag: Das bedeutet dann aber auch, dass viele der ehemaligen Spitzenathleten über eine hohe sportfachliche und soziale Kompetenz verfügen. Und damit oftmals förderliche Transferleistungen für die Athleten generieren, die von einem quasi Nichtsportler nur schwer antizipierbar sind. Sollte man diese Spitzenpositionen, wobei hier Ex-Topathleten meines Erachtens immer die zu favorisierende Personalentscheidung darstellen, wegen der geforderten Professionalität mittelfristig nicht zumindest als Fachdienstoffiziere dotieren und die dazu erforderliche Stellenbeschreibung entsprechend neu formulieren, um die sportorganisatorische Neuausrichtung der Truppe damit auch deutlich attraktiver zu gestalten?        

Chounard: Ob es, wie bei Jan Fiedler beispielsweise, in der Besetzung der Sportfördergruppen-Leiter immer der Fall eines vorherigen Spitzensportlers sein sollte, da sage ich mal, dass das auf keinen Fall hinderlich oder schädlich ist. Aber auch die, die diesen absoluten Weltklassehintergrund nicht vorweisen können, sind so kooperativ, sind der Sportart so entgegenkommend, dass ich dort an keiner Stelle klagen könnte. Und was die Höherdotierung der Sportfördergruppen-Leiter betrifft; wer weiß, wo der Weg da noch hingeht.

BwSportMag: Welchen sportpädagogischen Stellenwert verkörpert die Leichtathletik entlang zunehmender, sich gesamtgesellschaftlich immer bewegungsfeindlicher entwickelnder Tendenzen: Wir verzeichnen in Deutschland, was das Gesundheits- und Sportleistungsbild von Kindern und Jugendlichen betrifft, erhebliche gesundheitsgefährdende Strömungen mit statistisch zweifellos disruptiven Kurvenverläufen. Das diagnostische Bild wird bereits in den frühen Kindheitsjahren durch eine erschreckende Zunahme von manifestierter Adipositas erworben sowie von massiven Koordinationsdefiziten begleitet. Mangelhaft ausgeprägte sportmotorische Grundbausteine kennzeichnen auch das Bild im Recruiting-Prozess, wie Musterungsärzte als auch die militärische Personaladministration nur zu häufig feststellen müssen. In diesem Kontextes schließt sich der Bogen zur Leichtathletik: Kann die olympische Kernsportart mit ihrer Disziplinvielfalt federführend sein, wenn es darum geht, der Truppe die benötigte wehrsportliche Körperertüchtigung mit der gewünschten Nachhaltigkeit zu verpassen?

Olympische Kernsportart im proaktiven Einsatz

Chounard: Sie haben natürlich völlig zu Recht die gesellschaftliche Gesamtsituation und damit die derzeitige Ausgangslage beschrieben, die sich natürlich auch so oder so ähnlich in der Bundeswehr widerspiegelt. Das ist übrigens mit, wenn nicht sogar der ausschlaggebendste Grund dafür gewesen, warum die neuen Bundeswehrtrainer jetzt in der Truppe tätig werden sollen. Da tun sich natürlich die Leichtathleten mit den Grundbewegungen Laufen, Werfen, Springen von ihrer Grundausbildung her, von  ihrer Genese her, insgesamt deutlich leichter und werden den Prozess dort auch ganz zentral befruchten und befördern können, da bin ich mit sicher.

Und so wird das Laufen, Werfen, Springen in dieser Ausbildung einen wesentlichen Stellenwert haben, um der Allgemeinheit der Soldaten damit entsprechend eine körperliche Ertüchtigung und Fitness angedeihen zu lassen, weil der Zustand in der Truppe natürlich offenkundig nicht so ist, wie man es sich offiziell wünscht und wie die militärischen Anforderungen es hergeben. Deswegen diese Initiative, und so sollen ja am Ende bis zu 350 dieser neuen Bundeswehrtrainer innerhalb der Truppe für Soldaten tätig werden. Im Moment sind es 25 bis 30, und das Projekt wird zunächst stufenweise ausgebaut, eben bis auf die besagten 350 Stellen. Somit wird das neue Sportkonzept dann auch flächendeckend – einschließlich der zentralen Bedeutung der Leichtathletik mit ihren vielen Disziplinen – in den Kasernen sicherlich auch ihren hohen Stellenwert und später hoffentlich durchgreifenden Niederschlag finden.

BwSportMag: Die Leichtathletik in der Truppe läuft, springt und wirft demnach auf Erfolgskurs, hier steckt sicherlich hohes Potential, ich danke Ihnen für das aufschlussreiche Gespräch.

Text und Fotos: Volker Schubert

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