Militärathletin Gesa Felicitas Krause: Olympische Meilensteine einer deutschen Ikone

Der 3.000 Meter Hindernislauf der Frauen ist eine vergleichsweise junge leichtathletische Disziplin. Erst ab 2008, seit den XXIX. Sommerspielen in Chinas Hauptstadt Peking, ziert der exklusive Bahnwettkampf ungebrochen das Olympische Programm. Mit dem frühen Beginn der zweiten Dekade dieses Jahrhunderts gehört die deutsche Hindernisspezialistin Gesa Felicitas Krause zu einer ebenso disziplinbegeisterten wie voranstürmenden europäischen Equipe, die sich anschickt, das internationale Konkurrenten-Umfeld, das insbesondere von Afrika-Läuferinnen dominiert wird, scharf zu attackieren. Auf dem alten Kontinent ist die Mainzer Sportsoldatin längst eine unbestrittene Größe.

Bereits zwei Mal konnte sich die nun 29-Jährige Topathletin den Europameister-Titel erstreiten. Seit 2017, ihrem spektakulären Finalsturz während der Leichtathletik-Weltmeisterschaften im Londoner Olympiastadion, bei dem die willensstarke Sportsoldatin mit Schneid und großem Kampfgeist medaillenlos als Neunte finishte, gilt Gesa Felicitas Krause national wie international als Ikone. Der Berliner Sportjournalist und Korrespondent Olympischer Spitzensport Volker Schubert skizziert den außergewöhnlichen Karriereweg der Militärleichtathletin bis ins diesjährige ISTAF-Rund des Berliner Olympia Stadions exklusiv für Bundeswehr Sport-Magazin nach.

In der sporthistorischen Retrospektive ist es ein Steigerungslauf der Superlative, der die glanzvollen wie ebenso schicksalhaften Wegmarken einer deutschen Spitzensportkarriere markiert. Auf drei Olympia-Teilnahmen kann die Mainzer Sportsoldatin und deutsche 3.000 Meter Hindernisikone Gesa Felicitas Krause mittlerweile zurückblicken; jedes Mal eine Reise auf dem Weg zu Gold, denn das ist der ewige Traum der deutschen Rekordhalterin über den ebenso harten wie dramatischen Parcours mit seinen starren, exakt 76,2 Zentimeter hohen Balken und dem lauftaktisch fordernden Wassergraben, der auf dem kunststoffbeschichteten 400 Meter Oval sieben Mal fehlerfrei passiert werden muss. „Gesa Krause“ oder einfach nur „Gesa“, wie sie die nationalen Sportmoderatoren regelmäßig in den Fernsehübertragungen anfeuernd rufen oder bei der Startaufstellung nur rein faktisch nennen, ist seit Jahren eines der zuschauerstärksten Zugpferde der deutschen Leichtathletik. Wenn sie antritt, füllen sich die Stadien, wenn sie siegt, ist der Beifall frenetisch, wenn sie vor den Mikrofonen der Sportjournalisten antwortet, glänzen nicht nur ihre Augen, denn die gertenschlanke Topathletin weiß mit der Stimme ebenso zu brillieren wie beim Überqueren der Hindernisse – verbal wie lauftechnisch immer nahezu perfekt!

Olympia-Top-10-Athletin

Seit Jahren stemmt sich die elegant und stets hochkonzentriert laufende Ausnahmeathletin des Deutschen Leichtathletik-Verbands (DLV) gegen das unerschöpflich scheinende Reservoir der beinharten Afrika-Konkurrentinnen – zusehends aber auch gegen die Phalanx der in dieser außergewöhnlichen Laufdisziplin mittlerweile siegesgekrönt aufstrebenden weißhäutigen US-Amerikanerinnen. Ihre Olympia-Geschichte beginnt auf der britischen  Insel: Und zwar mit dem Einzug ins Londoner Sommerspiel-Finale 2012, bei dem sich Gesa Felicitas Krause bereits im ersten der drei Vorläufe glänzend präsentierte – mit unangefochtenem Sieg und einer neuen persönlichen Bestzeit über 9:24,91 Minuten.

Auch im Themse-Finale blieb die jetzige Militärathletin mehr als formstabil, packte „noch eine Schippe“ drauf und lief mit 9:23,53 Minuten, ihrer nochmaligen Bestzeitsteigerung, auf Rang sieben des hochkarätig besetzten Londoner Olympia-Ovals ins Ziel. Vier Jahre später, im klimatischen Auf und Ab von Sturm wie Regen und einer schweißtreibenden, subtropischen Durchschnittstemperatur von zirka 25 Grad in der brasilianischen Olympia-Metropole Rio de Janeiro, rückte die damals 24-jährige und bereits mehrfache deutsche Mittelstreckenmeisterin erneut einen entscheidenden Platz nach vorn – schrammte bei ihrem Finaleinzug in 9:19,70 Minuten mit dem Hauch einer guten Sekunde haarscharf am deutschen Rekord vorbei und erzielte im Medaillenrennen des „Estádio Olimpico Nilton Santos“ schließlich den international beachtenswerten sechsten Rang.

Seit tragischem London-WM-Sturz globale Leichtathletik-Ikone

Tränenreich verlief ihr Weltmeisterschaftsfinale im Sommer 2017, bei dem sich die für den Silvesterlauf Trier startende Weltklasseläuferin in die Herzen des internationalen Leichtathletik-Publikums kämpfte und auch ohne Medaille zum weltweiten Fairness-Star arrivierte: Ein heftiger Sturz, 700 Meter nach dem Start, bei einer plötzlichen Rempelei mit der desorientiert wirkenden Kenialäuferin Beatrice Chepkoech durchkreuzte im Londoner Olympia-Oval alle ihre WM-Medaillenhoffnung mit der jähen Brutalität des Faktischen. Gesa, kurz wie unter Schock stehend, die von der nachfolgenden Meute noch an Kopf und Fuß touchiert wurde, stand dennoch auf, sammelte all ihre Kräfte, fokussierte sich, stürmte weiter und landete schließlich auf Rang neun – die London-WM mit der tragischen Sturzgeschichte, das war gewissermaßen die globale Geburtsstunde der deutschen Leichtathletik-Ikone.

Die Tokioter Corona-Spiele 2020, zuschauerfrei mit einem Jahr Verzug in Japans Supermetropole ausgetragen, sorgten am Ende erneut für einen beinahe planmäßig verlaufenden Weltklasseschub nach vorn. Extrem individuell vorbereitet und sehr kurz vor ihrem Vorlauf angereist, wie man es von der Sportsoldatin, die seit rund zehn Jahren von Ex-DLV-Bundestrainer Wolfgang Heinig betreut wird, kennt, flog Gesa Krause direkt aus dem Höhentrainingslager im schweizerischen Davos ins neue Tokioter National Stadion ein. In ihren Spitzenrennen präsentierte sich die dreifache Olympionikin mit bekannter Mine: Mit klarem Blick nach vorn, immer hochkonzentriert wirkend, dabei vollkommen auf ihre Wettkämpfe fokussiert. Natürlich und berechtigterweise eine olympische Medaille anvisierend, startete die 29-Jährige erneut hellwach und mit ständiger Tuchfühlung zur Spitzengruppe, als der Startschuss zum Finale fiel; innerlich wohl auf ein taktisches Tempo-Spektakel auf den letzten beiden Runden spekulierend. Doch schon früh entspann sich eine Renn-Dramatik, die sich kurz nach der 1.000-Meter-Marke entrollen sollte.

Tokioter 3.000 Meter Hindernisfinale mit bühnenreife Dramatik

Völlig unerwartet ergriff die US-Amerikanerin Courtney Frerichs mit einem Steigerungslauf die Initiative, die das Feld gnadenlos auseinanderbrechen ließ. Damit gelang es der WM-Sechsten zugleich überaus frühzeitig den Endkampf um Gold und die Medaillenränge einzuläuten. Aus dem zuvor eng beisammen laufenden Favoritenfeld wurde Meter für Meter ein Flickenteppich. Eine aufgereihte Perlenkette, aus der in Richtung der mutig vorausstürmenden Courtney Frerichs einzig und allein nur die die 22-jährige Ugandaläuferin Peruth Chemutai folgen konnte. Und die US-Amerikanerin verschärfte immer weiter, einteilte zusammen mit Peruth Chemutai im Schlepptau so stark, dass sämtliche Konkurrentinnen den Anschluss verloren.

So lag Gesa Felicitas Krause plötzlich weit zurück, während auf der letzten Runde, die die Nordamerika-Rekordhalterin in 7:51,8 Minuten passierte, zwischen der Führenden und der Ugandaläuferin ein dramatischer Kampf um die Goldmedaille entbrannte. Auf der Gegengeraden, rund 250 Meter vor der Zielmarke, startete Peruth Chemutai einen Überraschungsantritt, der sich für Courtney Frerichs (Silber in 9:04,79 Minuten) als unwiderstehlich erwies, und siegte in 9:01,45 Minuten – ugandischem Landesrekord.

Olympia-Mission 2021 Gold bis Top-Fünf bravourös erfüllt

Doch auch Gesa Felicitas Krause setzte auf den letzten 400 Metern noch einmal alles auf eine Karte, vertraute auf ihr starkes Finish und erstritt im Ziel schließlich Rang fünf. Dass die  gebürtige Hessin nach ihrem Zieleinlauf mit einem weinenden Auge reagierte schien dennoch klar: „Ich wollte unbedingt um die Medaillen kämpfen, das ist mir nicht gelungen“, kommentierte die Sportsoldatin, die sich am Ende mit sich selbst versöhnte, denn, dass sie „Fünfte bei Olympischen Spielen geworden“ sei, „das“ sei „definitiv eine gute Leistung.“ Ihr olympischer Kraftakt war dennoch von Meriten umrankt: Immerhin gelang der zweifachen Europameisterin mit dem beherzten Finish ihre beste Platzierung bei Olympischen Spielen. Mehr noch, Gesa Felicitas Krause kam auch als schnellste Frau des alten Kontinents ins Ziel; bei 9:14,00 Minuten blieben die Tokioter Stoppuhren in dem absolut hochklassigen Olympiafinale für sie stehen.

Mit ihrer hochprofessionellen Olympiavorstellung untermauerte die Sportsoldatin abermals ihre Vormachtstellung in Europa – summa summarum spitzensportliche Perspektiven, die ihre Strahlkraft bereits jetzt auf Europas Finals 2022 im Sommer direkt ins Rund des Münchener Olympiastadions richten dürften. Die nacholympische Wettkampfphase bereitete Gesa Felicitas Krause ein Auf und Ab der Leistungen und Gefühle. Nach der gewaltigen Tokio-Anspannung zeigten sich auch bei der 1,67 Meter großen und 50 Kilogramm leichten DLV-Vorzeigeathletin erste Verschleißerscheinungen, die beim Diamond-League-Finale in Zürich nicht ohne Folgen blieben.

Im Letzigrund-Stadion wirkte die Militärathletin sichtlich ermüdet und landete in 9:32,69 Minuten unter den zehn gestarteten Topkonkurrentinnen chancenlos auf Rang neun. Ihre Luft sei „langsam raus. Man stößt irgendwann an seine Grenzen“, so die Europameisterin Anfang September vor den Medien. Ein hart zu zollender Tribut, den Gesa Felicitas Krause dennoch nicht auf sich sitzen lassen wollte, wie die Olympiafünfte einräumte.

100. ISTAF-Jubiläum: Versöhnliches Jahrhundertsportfest

Mit ihrem Züricher Resultat blieb die 29-Jährige deutlich hinter ihrer Saisonbestleistung zurück, die sie zuletzt mit hervorragenden 9:07,61 Minuten beim August-Meeting in Eugene, im US-Bundesstaat Oregon, aufgestellt hatte – nur drei Wochen nach ihrem Tokio-Finale und mit der drittschnellsten Zeit ihrer Spitzensportkarriere. Nach den monatelangen Trainingslagern, teils weit weg von der Heimat, bewahrte die disziplinierte Hindernis-Koryphäe dennoch ihren phänotypischen Gesa-Biss. Beim Jahrhundert-Sportfest im rekordgekrönten Berliner Olympiastadion ließ sich die deutsche Hinderniskönigin von der beeindruckenden Jubiläumsatmosphäre förmlich anstecken: Sie sei in Zürich „einfach platt“ gewesen, „solche Tage gibt es“, so Gesa Krause zuvor bei der ISTAF-Auftaktpressekonferenz, aber „es ist toll, wieder vor Publikum zu laufen“. Und so sollten die 100 Jahre ISTAF in der Multifunktionsarena der XI. Olympischen Spiele von 1936 den Züricher Leistungsknick wieder kitten.

2022 mit EM-Hattrick-Perspektiven und Fernlicht für Paris’24

Von Beginn an mit wachem Engagement laufend, fand die Europameisterin und Olympiafünfte mit den Anfeuerungsrufen des Berliner Publikums im Nacken in die gewohnte Spur zurück; lief den deutschen Sieg nach Hause und gewann ihre Paradestrecke am Ende nahezu spielerisch in guten 9:26,00 Minuten vor der Kenialäuferin Fancy Cherono (9:28,81 Minuten). Für sie sei es nach der Zürich-Schlappe wichtig gewesen, „nochmal den Sieg einzufahren“, so die Sportsoldatin mit Blick auf ihren international so erfolgreich abgerundeten Saisonabschluss. Und auch in der kommenden Saison dürfte die taffe Topathletin unter Beweis stellen wollen, dass potentielle Rennausstiege und böse Niederlagen nicht ihrem strebsamen Charakter entsprechen.

Für ihre Traummission „Sub9“ wird sich Deutschlands eiserne Hindernis-Lady weiterhin tagein, tagaus schinden und couragierte Rennen präsentieren – so viel steht für den Trainingszyklus nach ihrer Top-fünf-Platzierung bei der Tokioter Weltklasse-Session und  ihrer wohlverdienten Urlaubszeit jedenfalls schon jetzt fest. Das Europameisterschaftsjahr 2022 wird die 29-Jährige zunächst wohl wieder mit der Hallensaison einläuten. Tempohärte auf den Unterdistanzen tanken – wie im kommenden Februar bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in der Heldenstadt Leipzig. Mit Beginn der leichtathletischen Freiluftszene heißt es den Blick Richtung blauweißen Horizont zu schärfen – die Verteidigung ihrer zwei Europameistertitel mit der Chance auf den Hattrick wird im Münchener Olympiastadion das von ihr abfordern, was ihr in den bisherigen Rennen um kontinentales Edelmetall immer so fabelhaft gelungen ist; nämlich das „über mich hinausgewachsen“, so die Militärleichtathletin mit reichlich Mut in der Stimme.

ISTAF Berlin: Gesa’s „traumhaftes Pflaster“

BwSportMag: Gesa, erst einmal meinen Glückwunsch zu Deinem heutigen Finish über Deine olympische Spezialstrecke – unangefochten siegreich die Ziellinie überquert und das punktgenau zum ISTAF-Jubiläum. Gleich der Auftakt zum hundertsten ISTAF-Geburtstag startete ja erst einmal mit einer Ehrenrunde in einem Oldtimer-Omnibus über die blaue Kunststoffbahn; war das ein glücksbringender Vorbote zum Sieg, und wie hast Du die Geburtstagstimmung mit den vielen deutschen wie internationalen Topleichtathleten auf dem Doppeldeckerbus von oben erlebt?

Gesa Felicitas Krause: Danke, ja, das war echt wunderbar! Die Oldtimer-Runde im offenen Oberdeck war wirklich etwas ganz Besonders für mich. Berlin ist für mich einfach immer wieder ein traumhaftes Pflaster! Ich bin so gerne hier! Als wir heute hier so ins Olympiastadion reingefahren sind, dass ist einfach so, wie nach Hause kommen. Das war für mich jetzt ein wirklich toller Abschluss, vor allen endlich wieder vor Publikum zu starten und dann noch vor so einem phänomenalen.

BwSportMag: Das Berliner Olympiastadion scheint ja für Dich schon fast so etwas wie eine Heimatadresse zu sein, so oft warst du hier am Start: Ich erinnere an Deinen Europameistertitel, den Du hier 2018 vor Berliner Leichtathletik-Fans wie internationalem Publikum erzielen konntest und den inoffiziellen Weltrekord über die krumme Strecke, die 2.000 Meter Hindernis, den Du im Jahr darauf aufstellen konntest. Wie fühlt sich das für Dich heute an, nach Deiner Weltklasseplatzierung Tokio zum Saisonabschluss noch einmal beim international hochkarätigen ISTAF vor den Kameraaugen der Welt punkten zu können?

Gesa Felicitas Krause: Das fühlt sich auf jeden Fall sehr gut an. Und das stimmt auf jeden Fall: Berlin ist so etwas wie mein Heimspiel. Die tolle Atmosphäre im Berliner Olympiastadion hat für mich einen einmaligen Stellenwert. Das Rennen hier in der Hauptstadt bedeutet mir enorm viel. Mir war es echt wichtig, hier heute in Berlin noch einmal auf meiner Strecke zu gewinnen. Die Zeit ist dabei superzweitrangig gewesen. Das ist einfach klasse, und ich habe dabei gar nicht gespürt, dass heute wegen der Corona-Beschränkungen nur so um die 20.000 Zuschauer im Stadion jubeln durften. Diese einmalige Berliner Stimmung ist einfach immer wieder so phantastisch, ja geradezu gigantisch. Das Gefühl hat mir auch total gefehlt! Und deshalb ist es für mich auch eine ganz große Belohnung beim ISTAF meinen internationalen sportlichen Abschluss hier auf der olympischen Stadionrunde mit der Deutschlandfahne für dieses Jahr beschließen zu können.

BwSportMag: In 2021 hast Du sicherlich besonders viele Kilometer auf der Tachoscheibe  stehen. Nicht nur was die Wettkämpfe und Trainingsumfänge betrifft, sondern auch Deine wettkampfsportlichen Stationen, wenn ich an Eugene, Zürich und nicht zuletzt Olympia denke. Zusammen genommen alles Wettkämpfe, die die ganze Hindernisspezialistin in Dir gefordert haben dürften, sowohl lauf- als auch hindernisspezifisch. Wie hast Du Dich eigentlich auf das hundertste ISTAF einstimmen können, um im Olympiastadion noch einmal richtig Dampf ablassen zu können? 

Gesa Felicitas Krause: Also, von der Motivation her fiel mir mein ISTAF-Start heute in Berlin gar nicht so schwer. Ich habe zwar mein Rennen vor einigen Tagen total in den Sand gesetzt (Anmerkung des Autors: neunter Rang im Züricher Stadion Letzigrund), aber jetzt hier in Berlin und dann mein absolut letztes Rennen nächsten Freitag in Trier, das sind Wettkämpfe, die finden quasi in meinem läuferischen Zuhause statt. Und auf diese beiden heimischen Wettkämpfe habe ich mich auch schon kurz nach meinem Tokio-Finale extrem gefreut und dementsprechend fiel mir das Hindernisrennen in Berlin physisch auch gar nicht so schwer. Was ich aber merke, nach so vielen Kilometern, nach so vielen Wettkämpfen – und das Berliner ISTAF mitgezählt, das war der 22. Wettkampf in diesem Jahr – fühle ich einfach, dass mein Körper so langsam an die Grenzen kommt.

BwSportMag: Nach dem heimatnahen Schlussspurt in Trier ist dann erst einmal Schluss mit dem anstrengenden Wettkampfmodus, wie ich heraushöre. Was heißt das dann für Dich in punctomal richtig den Gang rausnehmen‘, und wie blickst Du wettkampfsportlich in Deine Vorbereitungsphasen für die anstehenden Leichtathletik-Höhepunkte in 2022?  

Gesa Felicitas Krause: Ja, das gilt es in der Tat, mal den Gang so richtig runterschalten zu können. Und da bin ich eben echt froh, wenn nach dem 23. Wettkampf dann auch wirklich mein Urlaub folgt. Und den brauch‘ jetzt auch ich einfach mal! Nach dem Tokio-Jahr eigentlich gar nicht mal so mental, sondern viel eher körperlich, aber das eine geht ja immer mit dem anderen einher. Nächstes Jahr liegt im Training und im Wettkampf absolut viel an. Im Sommer natürlich vor allem die Europameisterschaften. Und die wieder im eigenen Land, im Münchener Olympiastadion. Für mich bedeutet das natürlich auch wieder die Chance auf die Titelverteidigung; folglich also weiterhin sehr konzentriert trainieren, um erneut siegen zu können. Darauf freue ich mich auch extrem und dementsprechend heißt es jetzt eben erst einmal Kraft tanken – körperlich und auch mental –, um dann nächster Jahr wieder gestärkt antreten zu können.

BwSportMag: Gesa, danke für Dein impulsives Statement. Mit Blick auf Deine Vorbereitungsstationen in Richtung Europameisterschaften im Münchner Olympiastadion  wünsche ich Dir neben Verletzungsfreiheit vor allem optimale Trainings- und Wettkampfphasen. Wir sehen uns im Sommer 2022 in der bayrischen Hauptstadt.

Gesa Felicitas Krause: Ja, danke! Es war mir eine Freude! Und danke allen, die mir heute beim ISTAF zugeschaut und mich angefeuert haben.

Das Interview führte der Berliner Sportjournalist Volker Schubert und Korrespondent Olympischer Spitzensport exklusiv für Bundeswehr Sport-Magazin.

Fotos: Volker Schubert

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