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Europameisterschaft Les Marécottes (SUI) – Hauptfeldwebel Toni Palzer zweifacher Europameister in der U23-Klasse

Filed in Allgemein, Skibergsteigen, Spitzensport, Wintersport by on 25. Februar 2016 0 Comments • views: 52

Vom 4. bis 7. Februar fanden die Europameisterschaften der Skibergsteiger sowie ein Weltcuprennen im idyllisch gelegenen Les Marécottes im Wallis statt.

Hauptgefreiter Toni Palzer von der DAV Sektion Berchtesgaden zeigte am Wochenende in drei Disziplinen, Individual, Vertical und Sprint, dass er in dieser Saison zu den besten Allroundern im Weltcup gehört. Nach seiner Goldmedaille am Freitag beim Individualrennen in der U23-Klasse, holte er sich beim abschließenden Sprintrennen am Sonntag ebenfalls die Goldmedaille in seiner Altersklasse. Beim Verticalrennen am Samstag, das nicht zur Europameisterschaft, aber zum Weltcup zählte, lief er auf den zweiten Platz in der U23-Klasse.

Nach den Schneefällen vor dem Rennwochenende herrschten perfekte äußere Bedingungen für drei spannende Wettkämpfe. Das Individualrennen führte über 1600 Höhenmeter und fast 13 Kilometer im alpinen Gelände. Das extrem knappe und bis zum Schluss spannende Rennen gewann der Italiener Michele Boscacci (1:24:31h) vor dem Spanier Kilian Jornet (1:25:00h). Toni Palzer hängte in der letzten Abfahrt den Franzosen Xavier Gachet ab und gewann die Bronzemedaille bei den Herren auf der Zielgeraden (1:25.27h). „Für mich ist heute ein großes Saisonziel in Erfüllung gegangen. In der letzten Abfahrt habe ich extrem viel riskiert. Und zum Schluss hatte ich den schnelleren Ski“, sagte Palzer nach dem Rennen.

Philipp Schädler von der DAV Sektion Neu-Ulm landete auf dem 37. Platz (1:35:28h). Der 18-jährige Stefan Knopf von der DAV Sektion Berchtesgaden landete bei seiner ersten Europameisterschaft auf der 1.400 Höhenmeter langen Juniorenstrecke auf dem hervorragenden neunten Platz (1:25:40h).

Weltcup-Vertical im neuen Format – Toni Palzer wird Dritter bei den Herren

Beim Weltcup-Vertical am Samstag gab es ein neues Startprozedere. Mit zeitlichen Abständen von 20 Sekunden gingen die Athleten auf die 585 Höhenmeter und 3 Kilometer lange Strecke. Bei den 15 besten Skibergsteigern wurde sogar im Minuten-Abstand gestartet. Dass das Vertical die brutalste Disziplin für Kopf und Körper ist, sah man den Athleten im Schlussanstieg deutlich an. Der Kampf gegen die Uhr schien noch härter zu sein, als der Kampf Mann gegen Mann.

Der spanische Ausnahmeathlet, Kilian Jornet, holte sich nach 22:39 Minuten den Sieg vor dem jungen Schweizer Remi Bonnet (23:08 Minuten). Toni Palzer wurde mit nur einer Sekunde Rückstand auf den zweiten Platz (23:09 Minuten) Dritter und holte sich wertvolle Punkte für den Gesamtweltcup. Toni Lautenbacher von der DAV Sektion Bad Tölz lief nach langer Verletzungspause zur Freude der gesamten deutschen Mannschaft bei seinem ersten Weltcuprennen der Saison auf den 22. Platz (24:52 Minuten). „Nach meiner langen Verletzungspause bin ich mit der Zeit und den Abständen zur Spitze total zufrieden. Ich war gut vorbereitet und habe mich am Start richtig gut gefühlt. Nach der langen Pause war heute einfach noch nicht mehr drin. Ich kann ja erst seit vier Wochen wieder auf Skiern trainieren“, gab Lautenbacher nach dem Rennen zu.

Cornelius Unger verfehlte sein selbstgestecktes Ziel einer Top 25-Platzierung knapp und landete auf dem 29. Platz (25:40 Minuten). Nicht zufrieden war Philipp Schädler von der DAV Sektion Neu-Ulm mit seinem 39. Platz (26:39 Minuten).

Sprintrennen – Toni Palzer kostet ein Fehlstart im Finale den zweiten Platz

Hunderte begeisterte Zuschauer verfolgten am Sonntag im Skigebiet von Les Marécottes das Sprintrennen der Europameisterschaft. In den Finalläufen der Frauen und Männer herrschte an der Sprintstrecke ohrenbetäubender Lärm. Laute Anfeuerungsrufe – vor allem für die Schweizer Athleten – aber auch das Kuhglockenläuten sorgten für eine beeindruckende Stimmung.

Toni Palzer qualifizierte sich als einziger der  deutschen Skibergsteiger für das Finale der besten sechs Sprinter. Vor allem mit seinen extrem schnellen Handgriffen in den Wechselzonen und seinem skifahrerischen Können beeindruckte er die zahlreichen Zuschauer und die Konkurrenz. Im Finale holte er dank einer halsbrecherischen Abfahrt den knapp vor ihm liegenden Schweizer, Iwan Arnold, noch ein und fuhr als Zweiter über die Ziellinie. Seine Freude über die Silbermedaille dauerte nicht lange an, da er von Seiten der Offiziellen auf einen Regelverstoß beim Start hingewiesen wurde. Der Fehlstart brachte ihm eine Zeitstrafe ein, die ihn auf den sechsten Platz zurückwarf. „Anfangs war ich richtig sauer, weil ich es nicht glauben wollte. Nachdem mir mein Team und andere Athleten gesagt haben, dass es wirklich ein Fehlstart war, habe ich mich wieder beruhigt. Heute habe ich viel gelernt! In Zukunft muss ich am Start einfach noch konzentrierter sein“, gab Palzer nach dem Rennen zu.

Seine Teamkollegen erwischten ebenfalls einen herausragenden Tag. Cornelius Unger von der DAV Sektion Berchtesgaden (17. Platz) lief genauso wie Philipp Schädler (19. Platz) sein bestes internationales Ergebnis ein. „Das ist schon ein tolles Gefühl, zum Abschluss der Europameisterschaft mein bestes internationales Ergebnis einzufahren. Das gibt jetzt bestimmt nochmal Schub für die nächsten Weltcuprennen“, erklärte Unger seinen Renntag.

Toni Lautenbacher von der DAV Sektion Bad Tölz schaffte die Qualifikation, verzichtet aber – nach seiner langen Verletzung – aus gesundheitlichen auf eine Start im Viertelfinale und landete auf dem 29. Platz. Stefan Knopf von der DAV Sektion Berchtesgaden lief in seinem ersten Sprintrennen bei den Junioren auf den 19. Platz.

Weitere Informationen zur DAV Nationalmannschaft Skibergsteigen finden Sie unter www.alpenverein.de oder bei Facebook unter German Skimountaineering Team.

Text: Johannes Schmid

Fotos: Alpenverein / Willi Seebacher

 

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